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Interview : Die Favoriten der amerikanischen Biotech-Branche

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Im Gespräch mit BusinessWeek Online nennt Ira Leiderman von Tanager Capital die Biotech- und Pharmatitel, die ihm als viel versprechende Anlagen erscheinen.

          2 Min.

          „Welche Biotech-Unternehmen für einen Einstieg in Frage kommen, hängt von der individuellen Risiko-Toleranz ab“, erklärt Ira Leiderman im Gespräch mit BusinessWeek Online. Laut Leiderman, als Geschäftsführer für den Life-Science-Sektor der Tanager Capital Gruppe verantwortlich, kommen Unternehmen mit Impfstoffen und Medikamenten gegen HIV und Aids für ein Engagement in Frage.

          Außerdem zählt er die Erzeugung menschlicher monoklonaler Antikörper und das „Drug Targeting“, die Entwicklung zielgerichteter Medikamente, zu den Technologien, die man beobachten sollte.

          Im Biotechnologie-Sektor tummeln sich so viele Unternehmen wie nie zuvor. Auf welche Kriterien achten Sie bei der Auswahl von Biotechnologie-Aktien?

          Produktreife, eine starke Pipeline, ein gutes Management. Außerdem entscheidet die Frage, ob ein Unternehmen über ausreichende Finanzmittel verfügt, um die Durststrecke, bis ein Produkt marktreif ist, zu überstehen.

          Was halten Sie von Amgen, Human Genome Sciences und Medarex?

          Amgen, das führende Unternehmen des Sektors, kann als ein reiferes Pharma-Unternehmen angesehen werden, da es vollkommen in den Markt integriert ist. Außerdem gefällt mir, dass es eine gute Pipeline mit neuen Produkten entwickelt hat. Im Fall von Human Genome Sciences bin ich davon beeindruckt, dass sich das Unternehmen große Mühe gibt, die Wandlung von einer Gen-Forschungsfirma zum Medikamenten-Entwickler zu vollziehen. Medarex verfügt über eine hervorragende Technologie-Plattform, die die Entwicklung von Therapien mittels Antikörpern, ein wachsender Bereich, stark vereinfacht.

          Was halten Sie von Genentech?

          Ich halte Genentech für ein gutes Unternehmen, aber es ist nicht so spannend wie einige jüngere, kleinere Unternehmen.

          Können Sie einige dieser kleineren Unternehmen mit viel versprechenden Technologien nennen und erklären, warum Sie sie favorisieren?

          Mir gefällt Genta und ich mag Progenics Pharmaceuticals. Um ein Unternehmen im Frühstadium zu nennen: Telik. Und mir gefällt das Unternehmen Xoma, das über eine Partnerschaft mit Genentech verfügt. Alle diese Unternehmen erfüllen die bereits von mir genannten Kriterien: interessante Produkte, ein Management, das Dinge bewegt und die Aussicht, dass die Firmen weiterhin Finanzierungen erhalten.

          Was sind einige dieser spannenden Produkte?

          Progenics, zum Beispiel, hat viel versprechende HIV-Programme. Genta verfügt über ebenso Erfolg versprechende Heilverfahren gegen Krebs. Und Telik besitzt einen hervorragenden Entwicklungsapparat, der anfängt die Produkte in die klinische Testphase zu bringen. Xoma verfügt über interessante Produkte, insbesondere um Störungen des Immunsystems zu behandeln.

          Angenommen, Sie würden 20 Prozent Ihres Geldes in Biotechnologie und Pharma investieren, wie würden Sie den Betrag zwischen den großen Pharma-, Biotechnologie- und Generika-Titeln aufteilen?

          Es kommt wirklich auf die Risikobereitschaft des Anlegers an. Sie können auf Nummer Sicher gehen und es auf bewährte Namen wie Pfizer, Merck, Genentech und Amgen aufteilen. Oder Sie können einen Teil in diese Unternehmen investieren und den anderen Teil in Aktien anlegen, die zwar schon Umsätze verzeichnen, aber noch keine erheblichen Gewinne erwirtschaften. Und wenn Sie ausgesprochen risikofreudig sind, können Sie in Unternehmen investieren, die noch immer ein hohes Risiko aufweisen, das heißt, die noch über keine genehmigten Produkte verfügen.

          Welche Biotech-Unternehmen werden mit Impfungen oder Medikamenten auf den Markt kommen, um die Aids-Epidemie, die zum internationalen Alptraum wird, zu bekämpfen?

          Vaxgen ist bei den klinischen Tests für Impfungen am weitesten fortgeschritten. Progenics ist ein anderes Unternehmen, das mir in der Aids-Forschung gefällt.

          Sie scheinen Aids-Impfungen zu favorisieren. Was steht noch ganz oben auf Ihrer Liste?

          Die Erzeugung von menschlichen monoklonalen Antikörpern sowie „Drug-Targeting"-Technologien - mit anderen Worten, die Fähigkeit, ein Molekül zu der richtigen Zelle zu lenken.

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