https://www.faz.net/-gv6-om1m

Interview : BB Biotech: Dividende soll Intermezzo bleiben

  • Aktualisiert am

BB Biotech-Manager Roland Maier Bild: bb

Biotech-Titel sind „in“ - BB Biotech aber hinkt hinterher. Deshalb ist erstmals eine Dividende geplant. Doch es soll die einzige bleiben, wie Manager Maier sagt. Er setzt auf Kursgewinne auch infolge eines neuen Börsengangs.

          4 Min.

          BB Biotech - dieser Namen klingt nach Biotechnologie-Unternehmen. Doch dieser in der Schweiz ansässige Konzern entwickelt keine Wirkstoffe und stellt auch keine Arzneien her. Vielmehr handelt es sich bei BB Biotech um ein Beteiligungsunternehmen, das in Biotech-Firmen investiert. Zu den größten Positionen im Portfolio zählen Amgen, Actelion, Serono, Gilead und die gerade an die Börse gegangene EyeTech.

          Obwohl sich die Aktien der Mehrzahl der Beteiligungen gut entwickelt und den inneren Wert von BB Biotech gesteigert haben, zählt dieses Papier am deutschen Aktien zu den Underperformern. Es hat sich also schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt - und zwar recht deutlich: Während der TecDax binnen Jahresfrist rund 76 Prozent gewonnen hat, konnte die BB Biotech-Aktie lediglich um 36,5 Prozent zulegen. Und seit April 2003 hat sie sogar etwas an Wert eingebüßt. Dabei ist der Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,7 sehr günstig bewertet.

          Um Aktionäre angesichts der schwachen Performance zu trösten und Anleger für den Titel zu interessieren, will das Unternehmen dieses Jahr erstmals eine Dividende zahlen. Die Ausschüttung soll 2,50 Schweizer Franken betragen, woraus sich eine attraktive Dividendenrendite von rund 5,6 Prozent errechnet. Ein beachtlicher Wert. Doch BB Biotech-Manager Roland Maier hofft, daß es bei einer einmaligen Dividendenzahlung bleibt und sich der Kurs auch ohne solche Anreize besser entwickelt und dem inneren Wert annähert, wie er im Interview mit FAZ.NET sagte. Nicht zuletzt setzt er auf das Kurspotential von EyeTec, deren Aktienkurs sich mittelfristig gut verdoppeln könnte, wie er meint.

          Seit einigen Wochen sind Biotech-Aktien wieder deutlich in Mode gekommen - BB Biotech indes nicht. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

          Zuerst einmal hat sich auch der Wert unserer Aktien verbessert. Zudem sind wir ein Unternehmen, das in eine gewisse Anzahl reifer und stabiler Unternehmen investiert. Das impliziert, daß unsere Aktie eine geringere Volatilität als andere Biotech-Titel aufweisen sollte. Wenn einzelne Titel oder die Branche nach unten ausschlägt, läuft der Kurs unserer Aktie aufgrund des Portfolio-Ansatzes nicht so stark mit, das gleiche gilt für Kursanstiege von Einzelaktien.

          BB Biotech hat eine Jahresperformance von 36,6 Prozent und ist damit um 23 Prozent hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben. Läßt sich das nur mit dem Charakter der Aktien, träger als andere Titel zu reagieren, erklären?

          2003 war für uns kein erfolgreiches Jahr. Der Gesamtmarkt ist speziell in Deutschland sicher besser gelaufen, allerdings befinden sich die meisten unserer Beteiligungen in Amerika. Also müßte man die dortigen Benchmarks heranziehen, aber auch im Vergleich etwa zum Nasdaq Biotech haben wir underperformt. Das lag an der Tatsache, daß wir zwei unglückliche Beteiligungen im Portfolio hatten, die enttäuscht haben, eine davon war Medimmune, die wir auch weitestgehend verkauft haben. Im Jahr 2004 haben wir bisher aber eine Outperformance, und wir sind überzeugt, daß unser Geschäftsmodell richtig ist und dem Anleger langfristig einen Mehrwert bietet. Man kann aber nicht immer richtig liegen.

          Die größten ihrer Beteiligungen, allen voran Actelion, Gilead und Celgene, haben sich prächtig entwickelt. Dies ist grundsätzlich günstig für BB Biotech. Und nun hat das Unternehmen gemeldet, erstmals eine Dividende von 2,50 Franken zu zahlen. Ist das ein Lockstoff, um Anleger auf BB Biotech hinzuweisen?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Demokratin Nancy Pelosi gerät im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump aneinander.

          Trump gegen Pelosi : Da oben ist was nicht in Ordnung

          Syrien, Ukraine – und die eigene Partei: Donald Trump kämpft an mehreren Fronten. Das geht an die Substanz des amerikanischen Präsidenten. Das zeigt auch der heftige Streit mit Nancy Pelosi. Unterdessen verschärft sich die Konfrontation mit dem Kongress.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.