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Internetunternehmen Cynk : Ein Börsenstar ohne Umsätze

Der unerklärliche Kurssprung von Cynk hält die Wall Street auf Trab Bild: AP

Das dubiose Internetunternehmen Cynk versetzt die Wall Street in Aufregung: Obwohl die Firma weder Vermögenswerte besitzt, noch Umsatz macht, ist sie über Nacht zum Senkrechtstarter geworden.

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          Es ist eigentlich nicht der Stoff für Börsenträume: Ein Internetunternehmen mit Sitz im zentralamerikanischen Kleinstaat Belize, das weder Vermögenswerte hat noch Umsätze macht und dessen Vorstandsvorsitzender in Personalunion sein eigener Sekretär ist. Diese ungewöhnliche Unternehmen Cynk Technology Corp. ist über Nacht zum Senkrechtstarter an der Wall Street geworden. Der Kurs der Aktie, die im Mai noch mit 6 Cent ein Penny-Stock war, hat in den vergangenen Tagen ohne erkennbaren Grund zum Höhenflug angesetzt.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Am Donnerstag kostete sie zwischenzeitlich mehr als 21 Dollar. Bis Handelsschluss fiel der Kurs auf 13,90 Dollar zurück. Damit wurde das Unternehmen mit rund 4 Milliarden Dollar bewertet, mehr als das Internetunternehmen AOL, das sehr wohl Umsätze erzielt. Am Freitag machte die amerikanische Börsenaufsicht SEC dem Treiben ein Ende und setzte die Cynk-Aktie vom Handel aus. „Sorgen um möglicherweise manipulative Transaktionen“, lautete die Begründung.

          Dem Handelsstopp war die Verblüffung an der Wall Street über den scheinbar unerklärlichen Kurssprung vorausgegangen. Die Welt der Penny-Stocks ist bekannt dafür, Betrüger anzulocken. Die Aktie von Cynk wird zudem im wenig regulierten außerbörslichen Over-the-counter-Markt gehandelt, wo die Handelsvolumina gering sind und es leichter zu großen Kursausschlägen kommen kann. Am Donnerstag wurden 386.000 Cynk-Aktien gehandelt, weit mehr als sonst, aber viel weniger als bei großen Unternehmen üblich, bei denen oft viele Millionen Anteile am Tag den Besitzer wechseln.

          Als außerbörslich notiertes Unternehmen gelten für Cynk niedrigere Standards als für andere Unternehmen, zum Beispiel mit Blick auf Veröffentlichungspflichten. Das ist an den dürftigen Mitteilungen abzulesen, die Cynk bei der SEC eingereicht hat. Zuletzt meldete das Unternehmen, es sei nicht in der Lage, rechtzeitig einen Jahresbericht vorzulegen. Cynk beschreibt sich selbst als eine Art soziales Netzwerk, das seinen Nutzern gegen Bezahlung Personen vorstellt.

          Auf der zu Cynk gehörenden Internetseite Introbiz sind zum Beispiel eine Reihe von Prominenten wie die Hollywood-Stars Nicole Kidman oder Leonardo DiCaprio aufgeführt, zu denen sich Nutzer gegen Bezahlung angeblich Kontakt verschaffen können. Neben Prominenten verspricht Introbiz auch Zugang zu Managern. Bis Ende September vergangenen Jahres, dem letzten vorliegenden Berichtszeitraum, hat das Unternehmen nach eigener Aussage keinen Umsatz erzielt und weist knapp 1,6 Millionen Dollar Verlust aus.

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