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Internet : Yahoo-Aktie droht durchzufallen

  • Aktualisiert am

Unliebsame „News” von Yahoo Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Mit einem Minus von 11,65 Prozent auf 22,21 Euro reagiert am Mittwoch die Aktie des Internetunternehmens Yahoo auf eine Art von Umsatzwarnung. Die Aktie ist nach wie vor hoch bewertet und „schwächelt“ charttechnisch.

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          Mit einem Minus von 11,65 Prozent auf 22,21 Euro reagiert am Mittwoch die Aktie des Internetunternehmens Yahoo auf die am Dienstag nachbörslich vorgelegten Umsatz- und Gewinnzahlen des zweiten Quartals, insbesondere jedoch auf den weiteren Ausblick.

          Für das gerade abgelaufene zweite Quartal wies Yahoo einen deutlichen Gewinnrückgang aus. Damit war an den Finanzmärkten aber gerechnet worden, hatte es im Vergleichsquartal vor Jahresfrist doch einen hohen positiven Sonderposten gegeben. So sank der Gewinn um 78 Prozent auf 164 Millionen Dollar oder elf Cent je Aktie. Der Umsatz stieg indes um 28 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar.

          Verzögerungen bei der Umsatzentwicklung

          Nach vorne blickend schloß Yahoo, nicht aus, daß der Umsatz im Jahr 2006 nicht so deutlich steigen könnte wie erwartet. Zudem wurde die für das dritte Quartal geplante Einführung einer neuen Version eines wichtigen Anzeigen-Systems um ein Quartal verschoben. Firmenchef Terry Semel warnte Analysten, vor dem ersten Quartal des kommenden Jahres sei nicht mit deutlichen Einflüssen auf die Finanzen durch das neue System zu rechnen.

          Bild: FAZ.NET

          Für das Gesamtjahr rechnet Yahoo mit einem Umsatz zwischen 4,60 und 4,85 Milliarden Dollar, während die Erwartungsspanne der Analysten von 4,69 bis 4,9 Milliarden reicht. Als Grund für die Verschiebung der Einführung nannte Yahoo die noch nicht ausreichende Qualität des neuen Produkts. Yahoo steht im scharfen Wettbewerb unter anderem mit Google. Um seine Position zu stärken, hatte Yahoo vor wenigen Monaten mit dem Internet-Auktionshaus Ebay eine umfassende Zusammenarbeit bei Werbung und Handel im Internet vereinbart.

          Grundsätzlich haben die Internetunternehmen die Entwicklung auf ihrer Seite, da immer mehr Werbetreibende ihre Budgets weg von traditionellen Medien hin zu Internetkampagnen umschichten. Auf diese Weise und mit der zunehmenden Nutzung kostenpflichtiger Angebote können die Unternehmen der Branche ihre Umsätze steigern. Auf der anderen Seite nimmt der Verdrängungswettbewerb zu, von dem im Moment Google zulasten Yahoos zu profitieren scheint. Denn der Anteil der Suchmaschinenabfragen von Yahoo an den gesamten Suchabfragen geht in der Tendenz zurück, während die Google-Suche immer dominierender wird. Da die Werbung immer öfter in Verbindung mit Suchabfragen gebracht wird, verlieret Yahoo an Attraktivität in diesem Bereich.

          Aktie nach wie vor hoch bewertet - charttechnisch „schwächelnd“

          Gleichzeitig stellt sich auch die Frage nach der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle. Immerhin stehen sowohl Yahoo als auch Google in der Kritik, da sie zum Beispiel in Ländern wie China fragwürdig mit der Pressefreiheit umgehen. Auf der anderen Seite kommen auch immer öfter Bedenken über die Informationen auf, die die Unternehmen über ihr Nutzerverhalten sammeln.

          Insgesamt können Unternehmen wie Yahoo zwar nach wie vor deutlich wachsen. Allerdings werden dafür die Aktien der Unternehmen teuer gehandelt. Immerhin liegen die Kurs-Gewinnverhältnisse von Yahoo-Papieren auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr bei 62 und 45. Sie bieten damit Raum für deutliches Enttäuschungspotential. In diesem Sinne dürften Absicherungsstrategien nie schaden, zumal die Aktie aus dem im Jahr 2004 etablierten Seitwärtstrend nach unten herauszufallen droht.

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