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Internationaler Finanzmarkt : Kreative Kurspflege zum Jahresende

Bild: F.A.Z.-Kai

Sechs Handelstage vor Jahresschluss fragen sich die Börsianer, ob der Dax im Zuge einer Jahresendrally die 6000 Punkte noch schafft oder nicht. Aus rein technischer Sicht sieht es im kommenden Jahr für Aktien jedenfalls gar nicht schlecht aus.

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          Sechs Handelstage sind es noch bis zum Jahresende und die meisten Investoren haben ihre Bücher mehr oder weniger geschlossen. Nach aller Erfahrung sind die letzten Tage eines Jahres an den Finanzmärkten von kleinen Umsätzen begleitet und das will heißen: Größere Kursausschläge bei kleinen Umsätzen sind möglich, vor allem dann, wenn sich wenige Marktteilnehmer diskret zusammentun, um einen Kurs zu erzeugen, der allen Beteiligten zupass kommt. Vor zwei Jahren waren es wenige Händler am Terminmarkt, die einen Ölpreis von 100 Dollar je Barrel (159 Liter) bei minimalen Umsätzen „kreierten“. Kreative Kurspflege zum Jahresende hat es in früheren Zeiten wohl auch an deutschen Wertpapiermärkten gegeben, denn Jahresendkurse sind für die Bewertung der in den Beständen von Investoren vorhandenen Wertpapiere von hoher Wichtigkeit. Umso wichtiger erscheint es, dass die Aufsichtsbehörden sich nicht komplett in die Weihnachtsferien verabschieden. Am deutschen Aktienmarkt fragen sich Börsianer derweil, ob der Dax im Zuge einer Jahresendrally die 6000 Punkte noch schafft oder nicht. Aus rein technischer Sicht sieht es für das kommende Jahr eher positiv als negativ für Aktien aus.

          Manche Analysten lieben es, nach Parallelen zwischen der aktuellen Kursentwicklung und früheren Zyklen Ausschau zu halten. Vor einem Jahr war es modern, die Aktienkurs- und Konjunkturentwicklung der Jahre 1929 bis 1933 zu Rate zu ziehen. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Kurse und Konjunktur aus der jüngsten Krise besser herausgekommen sind als vor 75 Jahren. Seit Monaten werden Vergleiche zwischen der aktuellen Situation und dem Jahre 2003 herumgereicht. Damals waren die Aktienkurse stärker gestiegen als erwartet. Sollte das damalige Muster Beispielkraft behalten, sollte es in 2010 am Aktienmarkt weiter bergauf gehen.

          Aufwärtsbewegung des Goldes ist für Roubini nur eine Blase

          Auf eine andere Parallele weist der Analyst und Fondsmanager Stephen Jen hin. Er zieht Vergleiche zum Jahr 2005, als Aktienkurse, Dollarkurs und Ölpreis zur selben Zeit gestiegen waren. Das ist eine ungewöhnliche Konstellation an den Kapitalmärkten, denn gewöhnlich verhalten sich Dollar und Öl invers: Rohstoffpreise steigen üblicherweise, wenn der Dollar an den Devisenmärkten zur Schwäche neigt. Jen sieht allerdings die Möglichkeit, dass sich das Jahr 2010 entwickelt wie das Jahr 2005, als der Dollarkurs an den Devisenmärkten und Rohstoffpreise wie Öl parallel gestiegen waren. Möglich ist dies laut Jen in einem Szenario, in dem die amerikanische Wirtschaft immer mehr zur Lokomotive der Weltkonjunktur wird. In diesem Fall könnten Dollar, Aktienkurse und Öl steigen. Bisher wird die Weltkonjunktur eher von Schwellenländern wie China als von den Vereinigten Staaten gezogen, aber ein Wechsel an der Spitze des Zuges lässt sich nicht ausschließen.

          Der Preis für eine Feinunze Gold (31 Gramm) konsolidiert bei 1115 Dollar ebenso wie die Goldminenaktien ihren Höhenflug unterbrochen haben. Aus technischer Sicht erscheint der Aufwärtstrend nicht unterbrochen, auch wenn eine längere Konsolidierung mit noch tieferen Preisen möglich erscheint. Anderer Ansicht ist Nouriel Roubini, der zu Ruhm gekommen ist, weil er die Finanzkrise vorausgesehen hat. Solange Roubini eine Finanzkrise voraussagte, war er bei den Goldfreunden beliebt. Nun hat er sich unbeliebt gemacht, weil er in der starken Aufwärtsbewegung des Edelmetalls nicht mehr als eine spekulative Blase sieht.

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