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Internationaler Finanzmarkt : Die Woche der Banken

Der Sitz von Goldman Sachs in New York - die Fahnen wehen wieder im Winde des Erfolgs Bild: REUTERS

Trotz Krise geht keiner in Sack und Asche: Das Investmentbanking läuft bei Goldman Sachs und J.P. Morgan, aber auch bei der Deutschen Bank weiterhin sehr gut - so sollen wieder kräftig Boni ausgeschüttet werden.

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          In den kommenden Tagen werden in den Vereinigten Staaten mehrere Großbanken ihre Ergebnisse für das zweite Quartal veröffentlichen. Den Anfang macht am Dienstag Goldman Sachs, an die sich in den darauf folgenden Tagen J. P. Morgan (Donnerstag), die Bank of America, Morgan Stanley und die Citigroup (alle drei am Freitag) anschließen werden. Die europäischen Großbanken folgen erst später, darunter die Deutsche Bank gegen Ende Juli.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Nach allem, was an den Märkten zu hören ist, dürften auf das Investmentbanking spezialisierte Häuser im zweiten Quartal wie schon zu Jahresanfang sehr gut abgeschnitten haben. Das gilt vermutlich in erster Linie für Goldman Sachs, denen selbst Konkurrenten ein Ergebnis zutrauen, das noch ein Stück weit über den ohnehin schon optimistischen Erwartungen liegen könnte. Vor allem an den Anleihe- und Rohstoffmärkten, aber auch an den Aktienmärkten ließ sich in den vergangenen Monaten viel Geld verdienen. Und Goldman Sachs, nach Ansicht mancher Wettbewerber ohnehin mehr Hedge-Fonds als Bank, soll ziemlich gut auf den Kurswellen geschwommen sein. Am Dienstag wird man sehen, ob diese Erwartungen trügen.

          Es wird wieder an größeren Rädern gedreht

          Aber die Voraussage, dass im Investmentbanking viel Geld zu verdienen war, gilt nicht nur für das alteingesessene Haus von der Wall Street, sondern auch für andere Banken wie J. P. Morgan, Morgan Stanley, die Deutsche Bank oder Credit Suisse. Ob solche Gewinne nachhaltig wären, ist eine andere Frage. Auch in den kommenden Monaten werden vor allem am Anleihemarkt viele Neuemissionen staatlicher wie privater Schuldner erwartet, und auch die Nachfrage privater Anleger nach risikoreicheren Anlagen hat wieder zugenommen. Im Investmentbanking existieren jedoch keine Ertragsgarantien. Dass Investmentbanker trotz der Krise nicht in Sack und Asche gehen, sondern dankbar Möglichkeiten nutzen, wieder größere Räder zu drehen, sollte niemanden überraschen.

          Und auch über Gehälter und Boni wird wieder offenherziger gesprochen. Die Analysten der Bank of America erwarten etwa, dass Goldman Sachs für dieses Jahr seinen Beschäftigten Gehälter und Boni von rund 450.000 Euro im Durchschnitt zahlen dürfte. Das wäre kaum weniger als im Rekordjahr 2007. Goldman Sachs wäre aber kein Einzelfall: Auch aus anderen amerikanischen wie europäischen Investmentbanken ist zu hören, dass wieder kräftig ausgeschüttet wird mit der üblichen Begründung, dass ansonsten die besten Mitarbeiter das Haus verließen.

          Kreditausfälle lassen amerikanische Banken zittern

          Gesprächsstoff an den Märkten bildet auch die Frage, ob es Machtverschiebungen innerhalb der Branche geben wird. Denn es gibt gerade in Europa ein paar kapitalstarke Großbanken, die relativ gut durch die Krise gekommen sind und über Expansionsmöglichkeiten im Investmentbanking nachdenken könnten. In diesem Zusammenhang fallen immer wieder die Namen Barclays und BNP Paribas. Barclays hat das amerikanische Geschäft von Lehman Brothers und damit rund 10.000 Investmentbanker übernommen, die nutzbringend eingesetzt werden sollen. Barclays war international im Investmentbanking bislang vor allem mit Währungen, Anleihen und Rohstoffen aktiv. Nun will man auch mit Aktien und im Beratungsgeschäft Flagge zeigen. Innerhalb der Branche wird schon seit einiger Zeit darüber spekuliert, dass Barclays sich zusätzlich durch den Kauf einer Investmentbank stärken könnte. BNP Paribas ist ebenfalls seit langem im Investmentbanking tätig, zählt aber nicht zu den allerersten Adressen. Auch den Franzosen wird ein Interesse nachgesagt, diesen Geschäftsbereich auszubauen.

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