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F.A.Z. exklusiv : Börsenaufsicht lässt Kengeter zappeln

Deutsche Börse-Chef Carsten Kengeter steht weiter unter Druck. Bild: Wolfgang Eilmes

Das Thema Insiderhandel ist für den Chef der Deutschen Börse Carsten Kengeter noch nicht zu Ende. Der baldige Schlussstrich lässt auf sich warten.

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          Die Deutsche Börse und ihr Vorstandsvorsitzender Carsten Kengeter können noch nicht auf einen baldigen Schlussstrich unter der Causa Insiderhandel hoffen. Zumindest will die beim hessischen Wirtschaftsministerium angesiedelte Börsenaufsicht nach Informationen der F.A.Z. die Zuverlässigkeit Kengeters und der übrigen Vorstandsmitglieder erst überprüfen, wenn die Anhörung durch die Frankfurter Staatsanwaltschaft abgeschlossen ist.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Ermittlungsbehörden untersuchen seit mehreren Monaten, inwiefern Kengeter durch einen Kauf von Aktien wenige Monate vor Bekanntwerden einer geplanten Fusion mit der Londoner Börse Insiderhandel betrieben hat, sowie, ob die Börse durch eine möglicherweise zu späte Bekanntgabe dieser Pläne ihre Ad-hoc-Pflichten verletzt hat. In einem Schreiben des Wirtschaftsministeriums an das Unternehmen, das dieser Zeitung vorliegt, betonen die Aufseher, dass sowohl der Verdacht des Insiderhandels wie auch der Verletzung von Ad-hoc-Mitteilungspflichten berufs- und gewerbebezogen sind und in direktem Zusammenhang mit der Tätigkeit als Vorstand der Deutschen Börse stehen.

          „Es ist selbstverständlich, dass angesichts des laufenden Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Frankfurt die Börsenaufsicht im Hessischen Wirtschaftsministerium derzeit die Zuverlässigkeit der Personen überprüft, die für mögliche Rechtsverstöße die Verantwortung tragen.“ Die Börsenaufsicht werde auf der Grundlage der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsergebnisse und eigener Sachverhaltsfeststellungen die Deutsche Börse und die betroffenen Personen anhören und anschließend eine Entscheidung treffen.

          Das Unternehmen geht davon aus, dass die Staatsanwaltschaft gegen die Zahlung eines Bußgelds von 10,5 Millionen Euro die Ermittlungen gegen Kengeter einstellen wird, wie sie schon am 18. Juli in einer Ad-hoc-Meldung mitteilte. Die Staatsanwaltschaft bestreitet eine solche Abmachung aber. Die Börse will Kengeters im März auslaufenden Vertrag möglichst bald verlängern, die Insidervorwürfe vorher aber mit allen beteiligten Behörden aus der Welt geschafft haben.

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