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Ingenieurdienste : Aktie von Ginger bietet noch Reize

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Bild: Ginger

Nach einem längerfristigen Abwärtstrend konnte die Aktie des französischen Ingenieurdienstleisters Ginger einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren. Die Auftragslage ist gut, die Aktie ist sehr vernünftig bewertet.

          Nach einem längerfristigen Abwärtstrend mit zum Teil sehr kräftigen Kursausschlägen in den Jahren 2002 bis Ende des Jahres 2005 konnte die Aktie des französischen Ingenieur-Dienstleisters Ginger einen mittelfristigen Aufwärtstrend etablieren.

          Ausgehend von einem Tief bei 10,20 Euro im Dezember des Jahres 2005 konnte das Papier inzwischen knapp 85 Prozent zulegen auf zuletzt 18,60 Euro. Der Trend zeigt weiterhin nach oben. Diese Kursentwicklung lässt sich fundamental erklären.

          Anhal tendes Umsatzwachstum nun verbunden mit Erträgen

          Denn nach einer zwar positiven Umsatz-, jedoch einer enttäuschenden Gewinnentwicklung in den vergangenen Jahren scheint das Unternehmen im vergangenen Jahr auch auf der Ertragsseite wieder Tritt gefasst zu haben. Das zeigte sich schon nach den ersten sechs Monaten, in denen der Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 7,77 Prozent auf 117,16 Millionen Euro gesteigert werden konnte und in denen nach einem Verlust im Vorjahr ein Gewinn von 1,47 Millionen Euro oder von 34 Cent je Aktie erzielt werden konnte.

          Nach neun Monaten lag der Umsatzzuwachs bei 13,7 Prozent auf 173,9 Millionen Euro, wobei sich der Bereich Umwelttechnik mit einem Plus von 20,1 Prozent auf 20,3 Millionen Euro besonders dynamisch entwickelte. In der Bausparte legte der Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 13,3 Prozent auf 91,4 Millionen Euro zu, während sich der Umsatzzuwachs in der Telekommunikationssparte um 12,3 Prozent auf 62,2 Millionen Euro belief.

          Die weiteren Aussichten scheinen nicht schlecht zu sein. Denn das Unternehmen ist mit mehreren Projekten beschäftigt, die zum Teil noch mehrere Jahre laufen werden. Dazu zählt unter anderen ein Auftrag, der die Inventarisierung und die Optimierung der Unterhaltsarbeiten von 6.700 Kilometern schiffbarer Kanäle und Flüsse umfasst und bis ins Jahr 2008 läuft. Konkret handelt es sich um 3.800 Kilometer Kanäle, 2.900 Kilometer Flüsse, 419 Dämme und rund 1.600 Schleusen.

          Aktie vernünftig bewertet

          Daneben konnte sich das Unternehmen Umwelt- und Gestaltungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Bau eines Tunnels in Marseille, mit der Urbanisierung des ehemaligen Renaultgeländes in Boulogne Billancourt, der Gestaltung eines neuen Gebäudes von Citroen an den Champs Elysées in Paris, der Errichtung einer Straßenbahnlinie auf der Ile de la Réunion, Projektarbeiten für ein neues Stadion in Valenciennes und für eine neue Bahnlinie zwischen Dijon und Mulhouse sichern. Diese Aufträge laufen zum Teil bis ins Jahr 2010.

          Auf dieser Basis scheint das Unternehmen in den kommenden Jahren gut ausgelastet und damit in Verbindung mit dem anhaltenden Infrastrukturboom entsprechend interessant zu sein. Dieser Eindruck wird bestärkt durch die Bewertung. Denn mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 17,3 und 11,0 auf Basis der Gewinnschätzungen für das abgelaufene und das gerade begonnenen Geschäftsjahr scheint die Aktie zusammen mit dem anhaltenden Aufwärtstrend noch sehr vernünftig bewertet zu sein. Ein gewisses Risiko mag die Finazstruktur des Unternehmens darstellen, die sich in Form einer etwas hohen Verschuldung zeigt.

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