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Infrastrukturaktien : Globale Infrastruktur clever nutzen

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Bild: Issa Fanek, Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0

Profis wittern Chancen im Bereich Infrastruktur. Denn weltweit fließen weiter staatliche Fördergelder in Großprojekte, sowohl in die verlotterte Infrastruktur Amerikas als auch in die rückständige vieler Schwellenmärkte.

          Wer in Infrastruktur investiert, bezieht derzeit eine breitere Auswahl an Aktien in seine Wunschliste mit ein. Teilweise ist dies als Reaktion darauf zu sehen, dass die finanzielle Unterstützung öffentlicher Projekte durch die Regierung der Vereinigten Staaten nur langsam vonstatten geht.

          Ein weiterer Grund ist, dass Fondsmanager nach Aktien von Unternehmen dürsten, die planbare Mittelzuflüsse und Gewinne haben und weniger von der Stärke der Gesamtwirtschaft abhängig sind. Mit anderen Worten: Unternehmen, die eine Monopolstellung bei jenen Einrichtungen und Dienstleistungen einnehmen, die bezahlt werden, gleich wie schlecht es um die Wirtschaft bestellt ist.

          Amerikanische Infrastruktur in desolatem Zustand

          Mit dem rasanten Wirtschaftswachstum und dem steigenden Lebensstandard in Entwicklungsländern wie China, Indien und Brasilien sowie dem sich beschleunigendem Migrationstrend in die Städte steigt die Notwendigkeit, in elementare Infrastruktursysteme wie Wasser, Strom und Telekommunikation zu investieren.

          Wie es scheint, gibt es mehr als genug Geld, das in die Sanierung, wenn nicht gar Erneuerung amerikanischer Brücken, Schnellstraßen und Wasseraufbereitungsanlagen investiert werden müsste. Nach den Berechnungen des amerikanischen Verbands der Bauingenieure („American Society of Civil Engineers“, ASCE) wären allein in den kommenden fünf Jahren Investitionen in Höhe von 2,2 Billionen Dollar nötig. Der allgemeine Zustand dieser unentbehrlichen Anlagen ist erschreckend. So war die beste Note, die der ASCE in seinem Infrastrukturzeugnis 2009 vergab, ein C+ für solide Abfallverwertung, während nahezu drei Viertel der Kategorien, einschließlich Straßen, Dämme und Deiche, mit D bewertet wurden.

          Diversifizierungsstrategien

          In dem Konjunkturpaket im Volumen von 787 Milliarden Dollar, das die amerikanischen Abgeordneten im Februar verabschiedeten, sind rund 81 Milliarden Dollar enthalten, die für die öffentliche Infrastruktur vorgesehen sind. Von den 27,5 Milliarden Dollar, die für den Bau von Schnellstraßen und Brücken angedacht waren, sind bislang nur 2,8 Milliarden Dollar bei den Empfängern eingegangen, was darauf schließen lässt, dass die bisherigen Gesamtausgaben nicht sehr viel höher liegen, meint Josh Duitz, Co-Manager des Alpine Global Infrastructure Fund. Er geht davon aus, dass im Jahr 2010 weitere 15 Milliarden von diesen 27,5 Milliarden Dollar ausgegeben werden.

          Als er im Januar 2008 spürte, dass ein Konjunkturrückgang bevorstand oder bereits im Gang war, begann Investmentstratege Jacek Dzierwa, der U.S. Global Investors bei der Verwaltung des Global MegaTrends Fund unterstützt, das Portfolio weg von Bau- und Technikaktien hin zu einem breiteren Spektrum an Unternehmen zu diversifizieren, die sich auf alternative Energien, Wasseraufbereitung, Funkmaste und Stahlproduktion konzentrieren.

          Ebenso ist er Unternehmen in Schwellenmärkten wie Brasilien und China zugetan, die, wie er sagt, die Wertentwicklung des Fonds in diesem Jahr vorangetrieben haben. Von Jahresbeginn bis zum 15. Oktober konnte der Fonds 27,5 Prozent zulegen.

          Ein Grund dafür, dass er kanadische Bau- und Technikwerte wie die SNC Lavalin Group favorisiert, liegt darin, dass es vergleichsweise wenig große globale Unternehmen in kleineren Märkten gibt, um die Nachfrage nach deren Aktien zu befriedigen. Zudem werden Projekte in Kanada derzeit schneller als erwartet vonseiten der Landesregierung und der Provinzen mit Finanzspritzen versehen, insbesondere in der zweiten Hälfte dieses Jahres.

          Die Tatsache, dass SNC Lavalin französischsprachige Manager beschäftigt, hat dem Unternehmen geholfen, Aufträge im französischsprachigen Nordafrika zu erhalten. Algerien ist besonders eifrig dabei, Entsalzungsanlagen, Flüssigerdgaswerke und Straßen zu bauen, sagt Dzierwa.

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