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Industriewerte : Aktie von SKF auf Allzeithoch

  • Aktualisiert am

Kugellager von SKF Bild: SKF

Die schwedische Wirtschaft läuft nicht sonderlich gut, manchen Unternehmen scheint es dagegen gut zu gehen. Die Aktie von SKF befindet sich im Aufwärtstrend und ist optisch vernünftig bewertet. Gewisse Restrisiken bleiben jedoch.

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          Die schwedische Wirtschaft läuft nicht sonderlich gut, denn die Notenbank des Landes hat vor wenigen Tagen den Leitzins nicht umsonst überraschend stark auf ein Rekordtief von 1,5 Prozent gesenkt. Das muß allerdings nicht bedeuten, daß es den Unternehmen des Landes sonderlich schlecht geht.

          Die B-Aktie des Maschinenbauunternehmens SKF zum Beispiel verbucht am Montag in einem freundlichen Umfeld ein Kursplus von etwas mehr als drei Prozent auf ein neues Allzeithoch von 84 Kronen. Das Papier setzt damit seinen im Jahr 2000 etablierten Aufwärtstrend fort. Diese Bewegung zeigt, daß der Konjunkturverlauf innerhalb eines Landes nicht unbedingt auf die operative Entwicklung der dort heimischen Unternehmen schließen läßt. Vor allem nicht der international tätigen.

          Aktie von SKF im Aufwärtstrend ...

          Das zeigt sich auch am Beispiel SKF. Denn der Kurs der Aktie dürfte unter anderem deswegen getrieben werden, weil das Unternehmen in Nordamerika Restrukturierungen angekündigt hat. So sollen zwei Kugellagerwerke, die für die Automobilindustrie arbeiten, in den Vereinigten Staaten geschlossen werden. Die Produktion wird zumindest zum Teil in das kostengünstigere Mexiko verlagert werden.

          Bild: Bloomberg

          Das wird den Gewinn im zweiten Quartal des laufenden Jahres auf Grund der dadurch entstehenden Kosten um 90 Millionen Kronen vermindern. Für die Entlassung der 460 Mitarbeiter und sonstige Aufwendungen werden insgesamt 280 Millionen Kronen zurückgestellt, 190 Millionen davon im laufenden Quartal. Die Werke in Aiken, South Carolina und in Springfield, South Dakota, sollen in den kommenden 18 Monaten geschlossen werden.

          Dafür dürften unter anderem die Gewinnwarnungen von Ford und General Motors in den vergangenen Wochen verantwortlich sein. Sie versuchen nicht nur mit massiven Rabatten ihre Marktanteile gegen die kompetitiven Hersteller aus Asien zu verteidigen, sondern auch durch Kostensenkungsmaßnahmen. Auf diese Weise geraten auch die Zulieferer unter zum Teil massiven Kosten- und Wettbewerbsdruck. „Die Lage des Marktes ändert sich sehr schnell und sie ist sehr schwierig geworden,“ kommentierte denn auch SKF-Sprecher Lars Malmer die jüngste Entwicklung.

          ... bei optisch verünftiger Bewertung

          Das wichtigste dürfte sein, daß das Unternehmen angemessen darauf reagiert und im Gegensatz zu den Automobilfirmen die Probleme nicht verschleppt. Das ist an sich ein gutes Zeichen. Allerdings ist nicht völlig ausgeschlossen, daß gerade in Amerika die richtig schwierigen Zeiten erst noch kommen werden. Auf Grund der beinahe schon unheimlichen Konsumneigung der Amerikaner konnten sich die Unternehmen der Branche trotz aller Unkenrufe noch vergleichsweise gut schlagen. Das muß allerdings nicht so bleiben, wenn die amerikanische Zentralbank den Leitzins weiter nach oben schrauben sollte.

          Allerdings ist SKF breit diversifiziert und erzielt den größten Teil seiner Umsätze in Europa. Sollten sich hier die politischen Verhältnisse ändern und sollte es zu deutlichen und planbaren Reformen kommen, könnte hier die Wirtschaft mehr Dynamik zeigen. Davon sollte auch SKF profitieren können.

          Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von zwölf und 11,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr und einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent scheint das Papier noch vernünftig bewertet zu sein. Auch der Trend zeigt nach oben. Allerdings bleiben die bekannten konjunkturellen Restrisiken, die eine Absicherungsstrategie empfehlenswerte erscheinen lassen.

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