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Indizes : MLP laut Rangliste von Dax-Abstieg bedroht

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Die Abstiegsgefahr aus dem Dax wird für MLP immer realer. Die neueste Rangliste der Deutschen Börse führt den Finanzdienstleister auf einem Abstiegsplatz. Als Aufsteiger werden Beiersdorf und T-Online gehandelt.

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          Der Finanzdienstleister MLP ist nach der am Mittwochmorgen vorgelegten Rangliste der Deutschen Börse akut vom Abstieg aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) bedroht. MLP belegt der maßgeblichen Januarstatistik zufolge nach Marktkapitalisierung nur noch Rang 50 und hat damit den rettenden Rang 45 deutlich verpaßt.

          Als Austauschkandidat bietet sich dem am 11. Februar tagenden Indexkommittee der Niveahersteller Beiersdorf an. Beidersdorf liegt nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz auf den Plätzen 27 und 33 und wäre damit qualifiziert. Wegen der Diskussion um die Großaktionäre könnte Beiersdorf aber ein Wackelkandidat sein.

          Als Alternative käme dann T-Online in Frage. Die Tochter der Deutschen Telekom erfüllt mit den Plätzen 29 und 35 ebenfalls die formalen Aufnahmekritierien. Herausgefallen aus der Aufstiegsliste sind dagegen Continental. Der Reifenproduzent steht zwar bei der Marktkapitaloisierung auf Platz 28, erfüllt mit Platz 36 aber das Liquiditäts-Kriterium nicht mehr.

          EADS und Depfa als MDax-Kandidaten

          Aufgenommen werden kann, wer zu den 35 größten Unternehmen nach diesen beiden Kriterien gehört. Die übrigen DAX-Werte erfüllen die 35/35-Regel hinsichtlich der Platzierung nach Marktkapitalisierung und Umsatzvolumen. Wirksam würde die Umstellung am 24. März.

          Die Aufnahme in einen Index ist deshalb von Bedeutung, weil viele Fonds ihre Portfolios an der Zusammensetzung der Indizes orientieren. Erfahrungsgemäß spürten die Absteiger im Zuge eines Abstiegs Verkaufsdruck und Aufsteiger verstärkte Kaufbereitschaft. Vor diesem Hintergrund könnten MLP und den Nicht-Mitgliedern des künftig aus 50 Werten bestehnden MDax und auch den Nicht-TechDax-Mitgliedern des bisherigen Nemax-50-Index Abgabeneigung einsetzen.

          Von der Neuregelung der Indizes der Börse werden den Daten zufolge vor allem der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und die Staatsfinanzierungsbank Depfa plc profitieren, die erstmals in den MDax aufgenommen werden können.

          Verschiebungen zwischen MDax und TecDax

          Durch die Öffnung des auf 50 von bislang 70 Werten zu verkleinernden MDax für ausländische Unternehmen wird sich dessen Gesicht deutlich verändern. Aufnahmekriterium ist hier eine Ranglistenpositionen von besser als oder gleich 60 bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz. EADS, mit Firmensitz in den Niederlanden, und die in Dublin ansässige Depfa können den Daten zufolge ab März in den Index vertreten sein. EADS belegt nach den genannten Kriterien die Plätze 1 und 60, Depfa 10 und 20. Das Indexgremium orientiert sich bei seiner Entscheidung am Indexregelwerk, ist aber nicht sklavisch an sie gebunden.

          Aus dem bisherigen Nemax 50 Index werden möglicherweise der Einzelhandelsdienstleister Medion, der Reparaturserviceanbieter Teleplan und das Logistik-Unternehmen Thiel in den MDax einziehen. Aus dem MDax werden dagegen eventuell Epcos, Jenoptik, Software AG, Draegerwerk und Wedeco in den künftigen TecDax übersiedeln.

          Grundlegende Indexneuordnung steht an

          Basis der Indexfamilie ist die Einteilung des deutschen Aktienmarktes in die zwei Segmente Prime Standard und General Standard. Bisher wurden bereits rund 370 Unternehmen zum Prime Standard zugelassen. In die Auswahlindizes werden nur Unternehmen aufgenommen, die die erhöhten Transparenzanforderungen des Prime Standard-Segments erfüllen. Der Dax wird weiterhin die 30 größten deutschen Werte abbilden.

          Unterhalb des Dax unterscheidet die Deutsche Börse nach klassischen Branchen und Technologiebranchen. Für die klassischen Branchen berechnet sie den MDax, der auf 50 Werte verkleinert wird. Der SDax wird weiterhin 50 Werte umfassen und schließt als Auswahlindex für kleinere Unternehmen direkt unterhalb des MDax an.

          Für Technologieunternehmen wird es den neuen Index TecDax geben, der die 30 größten Werte abbilden wird. Allerdings erfüllen der neuen Rangliste zufolge nur 27 Kandidaten das 35/35-Kriterium für den TecDax. Damit wird die Börse am 11. Februar drei Kandidaten aus dem Kreis der Werte auswählen, die das Kriterium nicht erfüllen, heißt es.

          Parallel zum TecDax wird der Nemax 50 Index bis Ende 2004 berechnet, um die Kontinuität der darauf begebenen Finanzprodukte zu gewährleisten. Alle Auswahlindizes unterhalb des Dax werden für ausländische Unternehmen offen sein.

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