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Indizes : MLP bleibt vom Dax-Abstieg bedroht

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Der Finanzdienstleister MLP muß weiter um den Verbleib im Dax bangen. Dies geht aus der neuesten Index-Rangliste der Deutschen Börse hervor. Beiersdorf und T-Online gelten als mögliche Nachfolgekandidaten.

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          Der Finanzdienstleister MLP muß weiter um den Verbleib im Deutschen Aktienindex Dax bangen. Dies geht aus der am Dienstag von der Deutschen Börse veröffentlichten Rangliste für den Monat April hervor, die für die Indexentscheidung am 15. Mai maßgeblich ist.

          Demnach liegt MLP, gemessen am Wert der frei handelbaren Aktien (Streubesitz), auf Rang 51, für einen Index-Verbleib ist jedoch mindestens Platz 45 erforderlich. Beim Handelsumsatz belegt das Heidelberger Unternehmen Rang 25. Ungeachtet des drohenden Abstiegs legten MLP-Aktien am Dienstag um mehr als acht Prozent zu.

          Beiersdorf und T-Online gelten als mögliche Nachfolgekandidaten

          Als potentielle Kandidaten für einen Aufstieg in den Dax kommen derzeit Beiersdorf und T-Online in Frage. Während der Hamburger Konsumgüterhersteller Beiersdorf bei Marktkapitalisierung und Umsatz auf Platz 27 und 33 rangiert, belegt der Internetzugangsdienst T-Online Rang 29 und 34.

          Der als Dax-Kandidat auch immer wieder genannte Reifenhersteller Continental erfüllt derzeit die Aufstiegskriterien nicht. Er rangiert beim Börsenwert auf Platz 28, beim Börsenumsatz aber nur auf Rang 36. Um zu den 30 wichtigsten deutschen Aktien zu gehören, muß ein Standardwert nach Handelsumsatz und Börsenwert zu den 35 größten zählen.

          Doch da Allianz ihre Anteile an Beiersdorf verkaufen möchte, gilt das Unternehmen seit längerem als Übernahmekandidat, der im Falle einer Übernahme aufgrund des gesunkenen Streubesitzes wieder aus dem deutschen Leitindex herausgenommen werden müßte.

          Bei T-Online kritisieren Experten den geringen Anteil der frei handelbaren Aktien, der lediglich bei etwa einem Fünftel der gesamten Aktien liegt. Das schränkt die Liquidität, die gerade für institutionelle Investoren wichtig ist, ein. Beide Werte konnten jedoch am Dienstag von der Aufstiegsphantasie nicht profitieren und verzeichneten Kurseinbußen.

          Zweifel, ob "Fast-Exit-Regel" umgesetzt wird

          Beobachter zweifeln deshalb daran, daß sich die Deutsche Börse nun für ein Ausscheiden von MLP nach der "Fast-Exit-Regel" entscheidet. Die sogenannte Fast-Exit-Regel ermöglicht die Herausnahme eines Wertes auch außerhalb des regulären September-Termins, wenn der Wert bei einem der beiden Kriterien nicht unter den ersten 45 Titeln liegt.

          Der Finanzdienstleister hätte nach diesen Kriterien bereits im Februar aufgrund seiner Plazierung (Rang 50) ausgeschlossen werden können. Doch aus Mangel an klaren Aufstiegskandidaten - schon zu diesem Termin lagen Beiersdorf und T-Online vorne - entschied sich die Deutsche Börse für einen Verbleib des Heidelberger Unternehmens im Dax.

          Selbst wenn die Deutsche Börse in der kommenden Woche im Sinne der Indexkontinuität MLP im Dax belassen sollte, könnte der Heidelberger Finanzdienstleister spätestens bei dem einmal jährlich stattfindenden regulären Überprüfungstermin im August und dem Vollzug der Entscheidung im September aus dem Standardwerte-Index herausfallen. Denn dann gilt die strengere 35/35-Regel.

          Tec-Dax bleibt vermutlich unverändert

          Zunächst keine Veränderung erwarten Beobachter beim Tec-Dax. Freenet rangieren in der jüngsten Börsenstatistik in der Marktkapitalisierung zwar auf Platz 23, in der Liquidität aber nur auf Rang 27. Nach der "Fast-Entry-Regel" kann ein Unternehmen in den Index aufgenommen werden, wenn es sich bei beiden Kriterien unter den ersten 25 Werten befindet. Nordex ist mit seiner Plazierung der "Fast-Exit-Regel" (45/45) entkommen. Im M-Dax gilt nach der jüngsten Börsenstatistik Teleplan als Wackelkandidat.

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