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Indizes : Epcos vor Dax-Ausstieg

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Die Wahrscheinlichkeit, dass Epcos aus dem Dax herausgenommen wird, nimmt zu. Nachrücken könnte die Börse selbst.

          Der Abstieg von Epcos aus dem Deutschen Aktienindex Dax Ende Dezember wird nach der jüngsten Börsenstatistik immer wahrscheinlicher.

          Nach den in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Indexdaten der Deutschen Börse wird der Hersteller passiver elektronischer Bauelemente auf der entscheidenden Oktober-Rangliste, in der Unternehmen nach Marktkapitalisierung sortiert werden, voraussichtlich nur noch Rang 53 einnehmen. Eine im Sommer aufgestellte Regel der Deutschen Börse besagt aber, dass ein Unternehmen aus dem Dax entfernt werden kann, wenn es in der Oktober-Liste nach Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 45 Größten in Deutschland gehört.

          Die Deutsche Börse könnte also nach dem Anfang November stattfindenden Treffen des Arbeitskreises Aktienindizes Epcos aus dem wichtigsten deutschen Börsenbarometer entfernen. Allerdings handelt es sich bei der Regel um eine Kann-Bestimmung, weshalb die Börse nicht zur Herausnahme von Epcos verpflichtet ist.

          „Man soll den normalen Lauf der Dinge nicht stören“

          Bislang gab es einige Experten, die wegen der anstehenden Neuordnung der Aktienindizes durch die Deutsche Börse nicht mit einem Austausch von Epcos zum jetzigen Zeitpunkt rechneten. Auf den für den 24. März 2003 vorgesehenen Umbau der Indizes scheint die Börse nach Aussage des zuständigen Vorstandsmitglieds Christoph Lammersdorf aber nicht warten zu wollen. Auf einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte er auf die Frage, ob die Neuordnung ein Grund für eine Verschiebung der Entscheidung sein könne: „Man soll den normalen Lauf der Dinge nicht stören.“ Als aussichtsreichster Kandidat für ein Aufrücken in den Dax wird derzeit die Deutsche Börse selbst gesehen.

          Absehbare oder vermutete Indexveränderungen führen regelmäßig zu Kursbewegungen. Denn die Manager der meisten Fonds orientieren sich an den Indizes und bilden sie teilweise sogar eins zu eins nach. Sie kaufen Titel, die die Aussicht haben, in einen wesentlichen Index aufgenommen zu werden, und verkaufen jene, die daraus entfernt werden. Das kann bei „Indexaspiranten“ unabhängig von anderen Einflussfaktoren zu Kursgewinnen führen, während die Absteiger unter zusätzlichen Druck geraten können. In der Regel haben sie sowieso mit Problemen zu kämpfen, denn sonst würden sie nicht Gefahr laufen, aus dem Index zu fliegen.

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