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Indizes : Dow Jones macht dem Dax Konkurrenz

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Der Dow Jones bekommt Nachwuchs in Europa Bild: AP

Der US-Indexanbieter Dow Jones Indexes bietet ab Freitag einen neuen Index mit 30 deutschen Standardwerten an.

          Ab Freitag bietet der US-Indexanbieter Dow Jones einen deutschen Index mit 30 deutschen Standardwerten an. Das neue Börsenbarometer Dow Jones Germany Titans 30 wird bereits nach der Höhe des Streubesitzes und dem Börsenumsatz der vergangenen zwölf Monate gewichtet. Dow Jones erhofft sich vom neuen Produkt lukrative Geschäfte mit Index-Fonds - sogenannten Exchange Traded Funds (ETF) - zu machen. Doch den Dax-Index wird das neue Produkt kaum verdrängen können.

          Zwar werden die Dax-Werte derzeit noch nach ihrer Marktkapitaliserung in den Index einberechnet. Doch bereits Anfang Juni sollen für die Standardaktien im Dax ähnliche Bedingungen wie für den deutschen Dow Jones-Index gelten. Auch inhaltlich bietet das Konkurrenzprodukt aus den USA wenig neues. Der Dow Jones Germany Titans 30 enthält im wesentlichen die gleichen Aktien wie der Dax. Einzige Ausnahme: Im deutschen Dow Jones-Index müssen Degussa und MAN den Aktien von Porsche und Altana weichen. Jeder Wert im Index wird auf höchstens zehn Prozent begrenzt.

          Neue Fondsgeschäfte locken

          Mit der quasi Neuauflage des Dax erhofft sich Dow Jones neue Geschäfte in Europa. Index-Fonds - sogenannte Exchange Traded Funds (ETF) - sollen auf die Zusammensetzung des neuen Indexes abgebildet werden. ETF-Produkte haben den Vorteil, dass sie - im Gegensatz zu normalen Fonds - fortlaufend an der Börse gehandelt werden können. Kauf- und Verkaufsoptionen können so mehrmals täglich ausgeführt werden. Im Sommer sollen die ersten ETF-Produkte, die auf den Dow Jones Germany Titans 30 abgebildet sind, auf den Markt kommen.

          Der Handel mit ETF-Produkten erfreut sich unter Investoren und Fondsgesellschaften einer steigenden Beliebtheit. Die Produkte bieten zwei entscheidende Vorteile: Beim Kauf entfällt der Ausgabeaufschlag, der bei anderen Fonds zwischen drei und fünf Prozent betragen kann. Außerdem locken die Anleger niedrige Verwaltungsgebühren, da sie nicht aktiv verwaltet werden müssen. Mögliche ETF-Emittenten könnten trotzdem skeptisch auf das neue Angebot reagieren. Neue Standardwerte Indexfonds könnten den liquiden Handel mit dem bisher einzig bestehenden Produkt, dem Dax EX, gefährden.

          Neue Indizes für Europa

          Die Hypovereinsbank-Tochter Indexchange bietet den bisher einzigen deutschen Standard-Werte-ETF an. Bis zum Jahresende hat das Unternehmen noch ein Monopl auf den Dax-EX. Mit dem US-Indexanbieter Dow Jones drängt nun der erste Konkurrent auf diesen kleinen Teilmarkt. Nicht nur in Deutschland, in ganz Europa möchte Dow Jones am ETF-Geschäft teilhaben. Ab sofort soll es auch Standardwerte-Indizes in Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz geben.

          Da diese neuen Indizes für den 31. Dezember 1991 auf 100 normiert sind, ist die Entwicklung der Aktienmärkte der einzelnen Länder für Anleger direkt miteinander vergleichbar. Ob es den neuen Produkten gelingt, sich durchzusetzen und dem Anbieter die erhofften Lizenzeinnahmen bringt, bleibt aber abzuwarten. Schließlich gibt es bereits eine Fülle von Länder-Indizes, so dass ein schneller Siegeszug schwierig erscheint.

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