https://www.faz.net/-gv6-3nzt

Indizes : Ausländische Werte im S&P 500 werden ersetzt

  • Aktualisiert am

Der Standard & Poor's 500 wird ab dem 19. Juli rein amerikanisch. Ausländische Titel verlassen den Index.

          1 Min.

          Vom 19. Juli an wird der viel beachtete Standard & Poor's-500-Index, der die breite Entwicklung der New Yorker Aktienbörse abbildet, nur noch aus US-Titeln bestehen. Das gab Standard & Poor's am frühen Mittwochmorgen bekannt. Das Institut sagte, der Index solle künftig die Entwicklung der großen einheimischen Aktien besser darstellen. Bislang waren auch die Werte von einigen großen ausländischen Firmen im Index enthalten.

          Neu aufgenommen werden die Aktien von Goldman Sachs, Prudential Financial, United Parcel Service, Ebay, Principal Financial Group, Electronic Arts und SunGard Data Systems. Den Index verlassen müssen die Papiere von Royal Dutch Petroleum, Unilever, Nortel Networks, Alcan, Barrick Gold, Placer Dome und Inco. Royal Dutch waren seit 1957 im Index, Unilever seit 1961. Seit der Aufspaltung von AT&T im Jahr 1983 wurde der Index nicht mehr so stark verändert.

          Indexaussteiger verzeichnen deutliche Verluste

          Nachdem die Entscheidung bekannt wurde, legten die neu aufgenommenen Titel im nachbörslichen Internethandel zu. Der Internetauktionator Ebay gewann 2,20 Dollar auf 59,25 Dollar. Electronic Arts stiegen um 2,09 Dollar auf 62,87 Dollar. Goldman Sachs verzeichneten ein Plus von 2,69 Dollar auf 73,60 Dollar.

          Die künftig vom Index ausgeschlossenen Aktien hingegen verzeichnen am Mittwochmorgen an den europäischen Börsen Verluste. Royal Duch fielen 7,1 Prozent auf einen Kurs von 53,20 Euro. Unilever sackten um 6,2 Prozent auf 62,60 Euro ab.

          Aktienfonds, die den Standard & Poor's-500-Index abbilden, verkaufen nach dem Ausschluss der Europäer deren Aktien. Solche Indexfonds verwalten ein Kapital von etwa 800 Milliarden Dollar. Durch den Ausschluss werden plötzlich 200 Millionen Royal-Dutch-Aktien auf den Markt kommen, das entspreche dem Volumen von 60 Handelstagen, sagte Alex Budny, Analyst bei Lehman Brothers. Ähnlich sei es bei Unilever.

          Profil der S&P-Indexfamilie soll geschärft werden

          Mit der überraschend kurzfristig terminierten Maßnahme schärft Standard & Poor's das Profil seines bekanntesten Index, der zuvor ohnehin bereits als rein amerikanisches Kursbarometer wahrgenommen wurde. Gleichzeitig dürften die von S&P eingeführten oder geplanten neuen europäischen Indizes, wie der S&P Europe 300, an Profil gewinnen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Aktiensteuer : Scholz’ Zerrbild

          Olaf Scholz wollte die Verursacher der Finanzkrise zu Kasse bitten. Doch Algo-Trader oder Derivate-Händler sind – im Gegensatz zu ETF-Sparern und Kleinaktionären – von seiner Steuer nicht betroffen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.