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Inditex : Robuste Entwicklung trotz der Krise

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... eine Marke von Inditex Bild: AFP

Inditex, Mutter der Zara-Modekette, kann die Umsätze trotz der Krise steigern. Das Unternehmen dehnt sein Verkaufsnetz aus, wenn auch verlangsamt. Die Gewinnentwicklung stagniert. Die Aktie hat Auftrieb, ist allerdings etwas teuer geworden.

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          Nach Kursrückschlägen von bis zu 55 Prozent im vergangenen Jahr konnte die Aktie des spanischen Modeunternehmens Inditex in den vergangenen Monaten im Rahmen des allgemeinen Wirtschaftsoptimismus wieder - ausgehend von der tiefen Basis - knapp 67 Prozent auf zuletzt 39,67 Euro zulegen.

          Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von etwas mehr als 20 und 18 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind die Papiere inzwischen allerdings schon wieder etwas ambitioniert bewertet.

          Robustes Umsatzwachstum bei stagnierenden Gewinnen

          Das Unternehmen konnte in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres zwar seinen Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 6,6 Prozent auf 4,86 Milliarden Euro steigern, der Nettogewinn jedoch ging zurück von 406 auf 375 Millionen Euro. Das ist zwar etwas besser als befürchtet. Allerdings setzt sich der Trend der vergangenen Quartale fort, der sich durch weiterhin vergleichsweise robust steigende Erlöse, jedoch stagnierende Gewinne auszeichnet.

          Inditex erzielte im vergangenen Geschäftsjahr knapp 36 Prozent seiner Erlöse in Spanien, 46 Prozent im restlichen Europa, zehn Prozent in Amerika und acht Prozent in Asien. Das Unternehmen spürt die schwache Konjunktur im Binnenmarkt. Dort führt die geplatzte Immobilienblase zusammen mit der Kreditkrise zum schwachen Wachstum der in den vergangenen Jahren relativ einseitig auf den Immobilienmarkt und den Tourismus ausgerichteten Wirtschaft. Das führt nicht nur zu einer hohen, bisher jedoch wenig beachteten Belastung der Banken des Landes, sondern auch zu einer deutlich steigenden Arbeitslosigkeit.

          Die Industrieproduktion schrumpfte im Juli im Vergleich mit dem Vorjahr um 17,4 Prozent und die Arbeitslosigkeit dürfte im kommenden Jahr die Marke von 20 Prozent überschreiten. In den vergangenen Monaten hat sich das Verbrauchervertrauen im Lande zwar gemessen am ICO Consumer Confidence Indicator, der theoretisch zwischen 0 und 200 schwanken kann, von 46,3 auf zuletzt 79,5 erholt. Allerdings kann diese Erholung der Stimmung täuschen. Zudem liegt der Indiktor immer noch deutlich unter der Marke von 100, deren Überschreiten so etwas wie allgemeinen Optimismus andeuten würde.

          Konsumkrise im Heimatmarkt wirkt belastend

          Auf dieser Basis dürfte sich der Konsum in Spanien auf absehbare Zeit nur unterdurchschnittlich entwickeln können. Ähnliches gilt auch für den Rest Europas. Auf diese Weise trüben sich die Aussichten des Unternehmens etwas ein. Faktisch ist es jedoch immerhin aufgrund einer sehr soliden Bilanz - keine Schulden - in der Lage, über den Ausbau des Filialnetzes zu wachsen, vor allem außerhalb Spaniens.

          Im laufenden Jahr will das Unternehmen 370 bis 450 neue Geschäfte eröffnen. Das ist weniger als im vergangenen Jahr, was eine verlangsamte Expansion andeutet. Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen seine Expansionsrate von 19 auf etwa elf Prozent jährlich konsolidieren wird. Aufgrund des in den vergangenen Monaten etablierten Trends, der soliden Bilanz und der robusten Cashflow-Entwicklung dürfte die Aktie in einem optimistischen Umfeld noch weiter nach oben laufen können.

          Sollte es jedoch auf konjunktureller Seite zu Rückschlägen kommen, bliebe wohl auch die Inditex-Aktie nicht vor Rückschlägen verschont. Spätestens dann lohnte sich allerdings der Blick auf die Aktie wieder.

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