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Indexveränderung : Dax steht künftig ausländischen Firmen offen

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Ruck zuck in den MDax gehievt: Wacker Chemie (Produktion in Schanghai) Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Deutsche Börse ändert ihre Indizes: Wacker Chemie ersetzt MPC ab Mitte Juni im MDax, Nordex kommt in den TecDax. Aus dem SDax steigen gleich vier Unternehmen ab. Die Deutsche Börse will den Dax ab Oktober auch für Aktien ausländischer Unternehmen öffnen.

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          Die Aktie des Börsenneulings Wacker Chemie steigt Mitte Juni in den Nebenwerteindex MDax auf. Das teilte die Deutsche Börse am späten Dienstag abend nach einer Sitzung des Arbeitskreises Aktienindizes mit. Wacker Chemie hatte erst Anfang April den Gang aufs Börsenparkett gewagt. Für Wacker ihren Platz in der zweiten Börsenliga räumen muß die Aktie des Hamburger Emissionshauses MPC, die in das Kleinwertesegment SDax absteigt. Die Indexveränderung wird zum 19. Juni wirksam.

          Außerplanmäßig den TecDax verlassen wird bereits am Freitag die Aktie des Internetanbieters T-Online. Diese Änderung erfolgt im Zuge der Verschmelzung von T-Online mit dem ehemaligen Mutterkonzern Telekom. Nachrücker für das Papier von T-Online ist die Aktie des Windanlagenbauers Nordex.

          Zahlreiche Wechsel im SDax

          Zu zahlreichen Wechseln kommt es im SDax: Absteigen müssen die Aktien des Erotikkonzerns Beate Uhse, des Personaldienstleisters DIS, der Beteiligungsgesellschaft WCM und des Puppenherstellers Zapf Creation. Sie werden zusätzlich zum MDax-Absteiger MPC durch die Anteilsscheine des Immobilien-Projektentwicklers Patrizia Immobilien, des Saatgut-Produzenten KWS Saat und des Immobilieninvestors DIC Asset ersetzt.

          Beim deutschen Leitindex Dax ändert sich die Zusammensetzung nicht. Der Arbeitskreis Aktienindizes tagt das nächste Mal am 5. September.

          Börse öffnet Dax für ausländische Firmen

          Außerdem teilte die Deutsche Börse mit, den Dax ab Oktober auch für Aktien ausländischer Unternehmen zu öffnen. Allerdings müsse entweder der operative Sitz eines Unternehmens, also zum Beispiel der Sitz der Geschäftsleitung, in Deutschland sein oder alternativ der Schwerpunkt des Börsenhandels mit der Aktie an der Frankfurter Börse liegen. Die beiden grundlegenden Aufnahmekriterien für den Dax, Börsenumsatz und Marktkapitalisierung, ändern sich nicht. Bislang war der Dax im Gegensatz zu den anderen Indizes der Deutschen Börse nur deutschen Unternehmen vorbehalten. Die neuen Regeln gelten auch für MDax, TecDax und SDax.

          Durch die Änderungen soll nach Angaben der Börse der zunehmenden Internationalisierung der Aktienmärkte Rechnung getragen werden. Ziel ist es unter anderem, daß in Zukunft auch Aktien von Unternehmen in den Dax aufgenommen werden können, die sich für die neue Rechtform einer Europäischen Gesellschaft (SE) entscheiden. Davon wird zunächst nur die Aktie des Münchener Versicherungskonzerns Allianz profitieren. Die Allianz hatte kürzlich die Umwandlung in eine SE beschlossen.

          Nützen könnte die Neuregelung auch der Deutschen Börse selbst. Sollte die angestrebte Fusion mit der Euronext trotz deren Annäherung an die New Yorker Nyse doch noch klappen, könnte die Aktie einer europäischen Megabörse mit ausländischem Sitz und Hauptquartier in Frankfurt im Dax bleiben. Die Frankfurter hatten der Euronext exakt eine solche Struktur vorgeschlagen. Ein Sprecher des Börsenbetreibers sagte am Abend, die Anpassung des Regelwerkes sei veranlaßt durch Veränderungen an den Kapitalmärkten. Eine Erweiterung der Aufnahmekriterien sei im Arbeitskreis Aktienindizes bereits seit längerer Zeit diskutiert worden.

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