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Indexanpassungen : Fresenius und Hannover Rück bald im Dax

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Vorzugsaktien von Fresenius und die Aktien der Hannover Rückversicherung werden in den Dax aufsteigen. Die Aktien von Infineon und der Deutschen Postbank steigen ab. Die häufigen Wechsel verhelfen ihm kaum zu einer besseren Rendite.

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          Die Vorzugsaktien des Bad Homburger Gesundheitskonzerns Fresenius und die Aktien der Hannover Rückversicherung werden zum 23. März in den Dax aufsteigen. Die Titel der Postbank müssen dafür in den M-Dax absteigen, die Aktien von Infineon in den Tec-Dax.

          Dies geht aus den Ranglisten der Börsenwerte der im freien Umlauf befindlichen Aktien der Unternehmen hervor. Die Deutsche Börse entscheidet auf Basis der Schlusskurse von Ende Februar am kommenden Mittwoch endgültig über die neue Indexzusammensetzung.

          Viele Änderungen in Deutschlands erster Börsenliga in kurzer Zeit

          Es stehen damit abermals zwei Wechsel im deutschen Leitindex an, nachdem bereits im Dezember Continental und Hypo Real Estate gegen Salzgitter und Beiersdorf getauscht wurden und im September TUI seinen Platz an K+S abtreten musste. Derart viele Änderungen in Deutschlands erster Börsenliga gab es noch nie in 20 Jahren Dax-Geschichte. Gleichwohl sind regelmäßige Wechsel ein steter Begleiter des Index. Aktien, die sich besonders schlecht entwickeln, werden aus dem Index entfernt, und dafür steigen andere, die sich meist im M-Dax zuvor besonders gut entwickelt haben, in den Index auf. Aber auch aus größeren Börsengängen wie der Telekom, der Post, Infineon oder der Postbank wurden neue Dax-Mitglieder rekrutiert.

          Die Aktien von Infineon und Postbank müssen den Index wegen des enormen Wertverfalls ihrer Unternehmen in den vergangenen Monaten verlassen. Die Postbank hatte bei der letzten Überprüfung vor drei Monaten noch Rang 39 auf der entsprechenden Rangliste belegt, nun ist sie auf Rang 56 gefallen. Der Aktienkurs gab von 17 auf nun rund 8,50 Euro nach. Infineon rutschte auf der Rangliste sogar von Rang 34 auf 63, der Aktienkurs von knapp 2 Euro auf rund 50 Cent. Fresenius und Hannover Rück profitieren hingegen von einer zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung. Die Titel von Hannover Rück überholten dabei in einem Endspurt noch jene des Spezialmaschinenbauers Gea, der ehemaligen Metallgesellschaft.

          Doch wirklich geholfen hat dem Dax der häufige Austausch seiner Indexmitglieder nicht. Vergleicht man ihn mit dem H-Dax, der die 110 Unternehmen aus Dax, M-Dax und Tec-Dax umfasst, so ist die Wertentwicklung seit der Gründung des H-Dax vor sechs Jahren fast identisch. Aktien, die des Dax nicht mehr für würdig befunden wurden, bleiben dem H-Dax meist erhalten. Das hat ihm offenbar nicht geschadet.

          Auch der Vergleich mit dem F.A.Z.-Performance-Index bestätigt das Bild. Dieser Index umfasst 167 Unternehmen, und seine Zusammensetzung ändert sich nur im Falle von Fusionen oder mangels handelbarer Aktien von Indexmitgliedern. Diese Stabilität in der Indexmitgliedschaft hat ihn allerdings seit Beginn der Berechnung Ende 1992 nur wenig hinter dem Dax zurückbleiben lassen, der sich stets nur die vermeintlich besten Aktien heraussucht.

          Indexveränderungen können zu Kursbewegungen führen

          Die Ursache liegt vor allem darin begründet, dass einem Dax-Abstieg in aller Regel ein überdurchschnittlicher Kursrutsch vorausgeht, der noch komplett in die Dax-Entwicklung eingeht. Die Aufsteiger wiederum haben sich vor ihrem Aufstieg meist besser als der Markt entwickelt und steigen deshalb auf. Sind sie einmal Dax-Mitglied, setzt sich diese Entwicklung jedoch nicht immer fort. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall, und die Aktien erscheinen vielen Marktteilnehmern zunächst einmal ausgereizt.

          Dass der Dax nach seinen vielen Wechseln in den vergangenen Monaten nun zur Ruhe kommt, ist nicht zu erwarten. Leichtester Wert im Index wird nach der Anpassung im März die Commerzbank sein. Wenn dann der Staat seinen Anteil von gut 25 Prozent in den Händen halten wird und die Allianz dann wohl einen Anteil von etwa 14 Prozent hat, wird ein Dax-Abstieg deutlich wahrscheinlicher, da sich der maßgebliche Börsenwert der frei handelbaren Aktien deutlich reduziert. Ein wichtiger Faktor bleibt aber die weitere Kursentwicklung.

          Mit Volkswagen gibt es ein zweites Unternehmen, dessen Dax-Verbleib ungewiss ist. Sollte Porsche seinen Anteil der Stammaktien auf mehr als 70 Prozent erhöhen, müssen die Titel aus dem Index genommen werden. Da das Land Niedersachsen noch mehr als 20 Prozent der Anteile hält, würde der Streubesitz unter 10 Prozent sinken, und die VW-Titel müssten nach den Regeln der Deutschen Börse den Index verlassen. Dann wäre die Zeit für Gea, Solarworld oder aber auch die VW-Vorzugsaktien gekommen.

          Der Abstieg von Infineon dürfte im Tec-Dax nach der Einschätzung von Anke Platzek, Indexexpertin der Landesbank Baden-Württemberg, Manz Automation verdrängen, die erst im September in den Index aufgestiegen waren. Den M-Dax dürften demnach die Aktien der Aareal-Bank und von Pro7 Sat.1 nach deren Kursverfall verlassen müssen, Rational, Elring Klinger, Biotest oder auch AMB Generali gelten als die Anwärter auf die frei werdenden Plätze im M-Dax.

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