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Daxin Nigeria : Live aus Frankfurt nach Lagos

Live-Schaltung nach Nigeria: Die Frankfurter Börse Bild: Reuters

In Nigeria wird nun täglich von der Börse aus Deutschland berichtet. Nach New York ist der Dax ein weiteres Angebot des privaten Fernsehsenders Channels TV für wirtschaftlich Interessierte.

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          Der Schriftzug „Börse Frankfurt“, die in Kreisen angeordneten Monitore, die Tafeln mit den Kursanzeigen: All das sehen deutsche Fernsehzuschauer täglich, wenn ARD-Korrespondentin Anja Kohl und ihre Kollegen vor der berühmten Kulisse der Galerie der deutschen Börse die Kurse analysieren. Künftig wird dieses Bild auch an einen Ort übertragen, an dem es weniger alltäglich ist: Nigeria. Channels Television, der wichtigste private nigerianische Fernsehsender, wird bald jeden Tag live aus der Börse in Frankfurt berichten. Channels TV ist in der Hauptstadt Lagos ansässig, produziert die im Land am häufigsten gesehene Nachrichtensendung und feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Von der New Yorker Börse sendet der Kanal bereits, London und später einmal Singapur sollen nach Frankfurt folgen.

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          „Wir wollen Zuschauer erreichen, die sich für Wirtschaft interessieren, und betrachten London und Frankfurt als Fenster zur europäischen Wirtschaftswelt“, sagt John Momoh, Vorsitzender von Channels TV. Die Euro-Krise werde in Entwicklungs- und Schwellenländern genau beobachtet, eine Ansteckung gefürchtet. Wie geht es dem Euro, wie entwickelt sich der deutsche Aktienindex, was bewegt den europäischen Markt? Was passiert in der europäischen Informationstechnik, Mode-, Lebensmittel- und Autoindustrie? Die Antworten auf all diese Fragen interessierten viele Nigerianer und andere Afrikaner, die der Sender ebenfalls ansprechen will. 20 Millionen Menschen erreicht Channels TV über Fernsehen und Internet, 10 Prozent von ihnen in anderen Ländern als Nigeria.

          Live-Berichterstattung über Glasfaserkabel

          Wie die europäische Wirtschaft tickt, werden diese Menschen künftig von Javier Arguedas erfahren. Er wird einer der Börsenreporter für Channels TV sein. Der gebürtige Costaricaner, der als Diplomatensohn viele Jahre im Ausland gelebt hat und deshalb fließend Deutsch und Englisch spricht, arbeitet für die Deutsche Welle. Die kooperiert über ihren Programmvertrieb für Afrika schon seit Jahren mit Channels TV und anderen afrikanischen Sendern.

          Jetzt wird in einem afrikanischen Land aber erstmals nicht mehr die Börsenberichterstattung der Deutschen Welle, die sich an ein Publikum auf der ganzen Welt richtet, zu sehen sein, sondern eine eigene Berichterstattung für den afrikanischen Markt. Arguedas glaubt nicht, dass dies seine Arbeit stark verändern wird. „Letztlich geht es um etwas Ähnliches wie bei der Berichterstattung der Deutschen Welle“, sagt er, „einen europäischen Blick auf das Weltgeschehen zu werfen.“

          Technisch möglich macht das Ganze die Frankfurter Fernsehproduktionsgesellschaft Newsbox, die das Signal zur Verfügung stellt. Zwei Sekunden dauert die Übertragung per Glasfaserkabel, was eine Live-Berichterstattung ermöglicht. Per Satellit wäre die Zeitverzögerung mit etwa zehn Sekunden zu groß. Die Leitung nach Lagos haben Vertreter von Channels TV, Deutscher Welle und Newsbox am Mittwoch bei einem Kennenlerntreffen an der Börse schon einmal ausprobiert: Sie funktioniert. Innerhalb der kommenden Wochen soll die Berichterstattung über die deutsche Börse auf Channels TV beginnen.

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