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Immobilienbranche : Kredithaie im Dienste von Warren Buffett

  • -Aktualisiert am

Warren Buffett wirft eine Zeitung. Bild: Reuters

Der Milliardär galt bisher als das Gewissen der Wall Street. Nun steht der Ruf von Warren Buffett auf dem Spiel. Eine Zeitung berichtet, wie ein Unternehmen aus seinem Imperium Fertighauskäufer in unbezahlbare Kredite drängt.

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          Der Landkreis Grant im nordwestlichen Bundesstaat Washington gehört nicht zu den attraktivsten Gegenden der Vereinigten Staaten. Es ist eine ländliche und etwas trostlose Region, wo Leute wie der Bauarbeiter Kirk Ackley und seine Frau Patricia leben, die beim Einzelhändler Wal-Mart arbeitet. Die beiden hatten jahrelang in einem alten Wohnwagen gewohnt. Vor acht Jahren kratzten sie ihre Ersparnisse zusammen und kauften ein Haus – ein vergleichsweise günstiges Fertighaus. Sie wollten genug Platz für die Enkel haben. Zudem war Patricias Vater demenzkrank und sollte bei ihnen einziehen. Es war ein bescheidener Traum, der ein finanzieller Albtraum wurde.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Als sie den Kreditvertrag unterzeichnen wollten, wartete die erste böse Überraschung auf sie. Nicht der vorher vereinbarte Zinssatz von 7 Prozent stand auf dem Papier, sondern exorbitante 12,5 Prozent. Das bedeutete, dass sie anstatt der erwarteten 700 Dollar im Monat nun 1.100 Dollar zahlen mussten – deutlich mehr, als ihr Einkommen erlaubte. Aber die Ackleys standen unter Druck. Sie hatten auf Anraten des Händlers bereits 11.000 Dollar für ein besonderes Betonfundament ausgegeben. Zeit für die Suche nach einem neuen Kreditgeber blieb auch kaum, weil sie dringend Platz für den Vater brauchten. Der Kreditmakler machte ihnen den Vertrag schmackhaft. Er war willens, ein höheres, falsches Einkommen anzugeben, damit sie sich für das Darlehen qualifizieren. Zudem versprach er, dass sie den Kredit bei nächster Gelegenheit refinanzieren könnten.

          Ein paar Jahre später hatte Kirk Ackley einen Arbeitsunfall und konnte nicht mehr arbeiten. Die Ackleys flehten die Kreditgesellschaft an, die Zinsen zu reduzieren. Die blieb hart. Im Jahr 2012 wurde das Haus aus der Verankerung gerissen und abtransportiert. Das Risiko, dass es dabei beschädigt wurde, kümmerte die Gesellschaft offensichtlich nicht. „Das ist uns egal. Wir kommen auch mit einer Kettensäge – wir zerteilen es und bringen es in Kisten weg“, zitierten die Ackleys einen der Mitarbeiter.

          Druckmethoden in der amerikanischen Immobilienbrache verbreitet

          So ungewöhnlich ist das Schicksal der Ackleys nicht, über das die Zeitung „Seattle Times“ zusammen mit dem gemeinnützigen Center for Public Integrity, das investigativen Journalismus fördert, in einer langen Enthüllungsgeschichte berichtet. Druckmethoden, die die prekäre Finanzsituation und die oft mangelnde Erfahrung ärmerer Menschen ausnutzen, waren in der amerikanischen Immobilienbrache verbreitet und hatten vor ein paar Jahren mit zur Finanzkrise beigetragen. Überraschend sind im Fall der Ackleys und anderer Beispiele, die die Zeitung nennt, allerdings die Namen der Unternehmen, deren Mitarbeiter wie Kredithaie agieren. Es handelt sich um Tochtergesellschaften der größten amerikanischen Fertighausgesellschaft Clayton Homes. Und Clayton gehört seit 2003 zu Berkshire Hathaway, dem Konglomerat des berühmten Investors und Multimilliardärs Warren Buffett.

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