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Immobilienaktien : TAG-Aktie arbeitet an einem soliden Fundament

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Die volatile Kursentwicklung läßt bei der TAG Tegernseebahn nicht auf eine Immobilienaktie schließen. Doch immerhin spricht der hohe Bewertungsabschlag nun dafür, daß es mit dem Kurs wieder aufwärts geht.

          Von Langeweile kann bei der TAG Tegernsee Immobilien- und Beteiligungs-Aktiengesellschaft keine Rede sein. Der vollzogene Wandel von einer Eisenbahngesellschaft in eine Immobiliengesellschaft ist zwar längst vollzogen, Stabilität hat dies, was den Aktienkurs angeht, aber nicht gebracht.

          Der Kursverlauf erinnert eher an einen Technologietitel als an eine wertstabile Immobilienaktie. Denn nachdem der Titel von Februar 2000 bis Februar 2001 von 15 Euro auf das Rekordhoch von 36,73 förmlich explodierte, kam es nachfolgend zu einem markanten Einbruch. Verfehlte Zielvorgaben führten dazu, daß es mit der Notiz im Tief bis auf fünf Euro nach unten ging.

          Rahmenbedingungen bleiben schwierig

          Neben zu hohen und letztlich enttäuschten Erwartungen der Anleger an die Leistungsfähigkeit des erfahrenen Managements war dafür der allgemein schwierig gewordene Immobilienmarkt verantwortlich. Denn unter anderem hat in diesem Segment auch die Diskussion um die Eigenheimzulage für Verunsicherung und Kaufzurückhaltung gesorgt. Und wie der Vorstand einräumt, erschweren diese Umstände noch immer eine seriöse Geschäftsprognose für das laufende Jahr.

          Diese negativen Rahmenbedingungen schlugen sich auch in den Halbjahreszahlen 2003 nieder. Da sank der Umsatz auf 45,4 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 65 Millionen Euro waren. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen verbesserte sich aber auf 10,3 Millionen Euro von 8,6 Millionen Euro. Auch beim Konzernergebnis ergab sich mit minus 1,8 Millionen Euro nach minus 2,2 Millionen Euro eine Verbesserung, allerdings verharrte man hier unter dem Strich im roten Bereich.

          Das ändert aber nichts daran, daß der im SDax notierte Wert zuletzt an einer Bodenbildung arbeitet und diese bereits praktisch abgeschlossen hat. Gespeist wird die jüngste Kurserholung, die der TAG-Aktie am Montag ein Plus von 4,41 Prozent auf 7,10 Euro beschert, durch die vom Vorstand für das zweite Halbjahr angedeutete Möglichkeit einer Fusion oder Kooperation mit einem starken Partner.

          Hoher Abschlag zum Zerschlagungswert

          Zudem gerät für den Fall, daß die über die Beteiligungen an der Bau-Verein zu Hamburg AG, der JUS AG und der AGP AG in den Kernbereichen Wohnungswirtschaft, Gewerbeimmobilien und Spezialimmobilien tätige Firma die Wende zum Besseren gelingt, wieder der eigentliche Wert des Unternehmen in den Fokus. Den Net Asset Value, also den Wert der Einzelteile, beziffert der Vorstand auf 18,71 Euro. Stimmt diese Zahl, hat sich der Aktienkurs auch unter Berücksichtigung der zuletzt gesunkenen Liquidität und gleichzeitig gestiegenen Verschuldung zu stark von dieser Orientierungsgröße entfernt.

          Orientiert man sich am Zerschlagungswert, dürfte es der Aktie bei Ausbleiben neuer Hiobsbotschaften gelingen, den charttechnischen Widerstand bei 7,50 Euro zu überwinden. Als nächste Richtgröße dürfte dann der Widerstandsbereich zwischen neun und zehn Euro anvisiert werden. Auf diesem Niveau dürfte der Titel dann fairer bewertet sein als aktuell, denn auch in diesem Fall beträgt der Abschlag auf den Net Asset Value noch immer 50 Prozent.

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