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Immobilienaktien : Gute Nachrichten für deutsche Unternehmen

Airrail-Center: IVGs Großprojekt Bild: dpa

Der deutschen Immobilienbranche geht es wieder besser. DIC machte erst gar keine Verluste, IVG will wieder schwarze Zahlen schrieben. Und über allem winkt die hohe Dividende der Gagfah.

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          Eine Reihe guter Nachrichten hat Immobilienaktien wieder in den Blick der Anlegergemeinde gebracht. Nach einer Studie der Schweizer Bank Credit Suisse gibt es momentan gerade in Europa „gute Einstiegspunkte, da die Bewertungen im Allgemeinen ein ordentliches Aufwärtspotential bieten“.

          Alexander Armbruster
          (ala.), Wirtschaft

          Die Immobilienbranche litt stark unter der Finanzkrise, was sich in fallenden Aktienkursen widerspiegelte. Seit dem Tief im März des vergangenen Jahres steigen ihre Kurse schrittweise aber wieder, mal im Gleichklang mit dem Markt, mal darüber. Seit Januar dieses Jahres laufen sie der Gesamtentwicklung indes, gemessen am breit über europäische Aktien gestreuten Index Stoxx 600, hinterher (siehe Infografik) und sind für einen Einstieg interessant. Die Idee dahinter ist folgende: Sollte sich die Wirtschaft weiter erholen, wird die Nachfrage nach Gewerbeimmobilien zunehmen, was positiv und zumindest stützend auf die Mieten wirkt - die Haupteinnahmequelle darauf fokussierter Immobilienunternehmen.

          IVG: Projekt Airrail-Center

          In Deutschland hat sich zumal aufgrund einiger guter Nachrichten die Perspektive für Immobilienaktien verbessert, zum Beispiel für die Titel der im MDax notierten IVG Immobilien AG. Deren Vorstandsvorsitzender Gerhard Niesslein kündigte während der Vorlage der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr an, sein Unternehmen werde in diesem Jahr wieder einen Gewinn erwirtschaften (nach einem Verlust von 158 Millionen Euro im Jahr 2009).

          Bild: F.A.Z.

          Dazu kommt, dass die IVG mit der Mann Immobilien-Verwaltung gerade einen neuen Großaktionär bekommen hat. Mann übernahm den 18,4-Prozent-Anteil an der IVG der einstigen Gesellschafter der von der Deutschen Bank übernommenen Bank Sal. Oppenheim. „Bisher bestand die Gefahr, dass diese Aktien an den Markt gelangen und den Kurs belasten“, deutet Frank Neumann, Analyst des Bankhauses Lampe, den Einstieg von Mann für den IVG-Aktienkurs positiv.

          Noch wichtiger als das wird für die IVG indes sein, wie und zu welchen Preisen es ihr gelingt, Mieter für das Airrail-Center am Frankfurter Flughafen zu finden. Ende Juni soll mit der Unternehmensberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG der erste Großmieter in das rund 1 Milliarde Euro teure Projekt einziehen.

          Dividendenkönjg Gagfah

          Ohne Verlust durch die Krise gelangte hingegen die im Kleinwerteindex SDax notierte Frankfurter Immobiliengesellschaft DIC Asset AG. Das Unternehmen meldete in diesem Monat einen Gewinn für das vergangene Jahr in Höhe von 16 Millionen Euro. Außerdem kündigte es an, in seinem Aktionärskreis mittels Kapitalerhöhung 47 Millionen Euro einsammeln zu wollen.

          Die beiden Hauptaktionäre DIC-Gruppe und Solvia teilten bereits mit, ihre Bezugsrechte voll ausüben zu wollen. Am Finanzmarkt wird die DIC-Aktie mehrheitlich empfohlen. Von den beim Finanzportal Bloomberg registrierten Analysten raten zehn zum Kauf und drei zum Verkauf, woraus sich ein durchschnittlicher Zielkurs deutlich über 9 Euro ergibt; momentan handelt die DIC-Aktie um 7,40 Euro herum.

          Nach Ansicht der Mehrheit der Analysten ist auch die Aktie des Wohnimmobilienunternehmens Gagfah momentan eine Kaufgelegenheit. Das mehrheitlich der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Fortress gehörende Unternehmen weist eine Dividendenrendite von über 12 Prozent aus. Am Markt gibt es allerdings vereinzelt geäußerte Zweifel. „Auch wenn die Dividendenrendite verlockend wirkt, so wird diese nicht aus der operativen Performance des Unternehmens finanziert“, heißt es in einem Bericht des Bankhauses Lampe.

          Einen weiteren Schub könnte Immobilienaktien insgesamt der Börsengang eines weiteren Wettbewerbers geben. So billigte der Berliner Senat am Dienstag den Börsengang des ehemaligen landeseigenen Wohnungsunternehmens GSW, das der Beteiligungsgesellschaft Cerberus und dem Whitehall-Fonds der amerikanischen Bank Goldman Sachs gehört.

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