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Immobilien : TAG Tegernseebahn mit Kursphantasie

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Bahn muss nicht langweilig sein Bild:

Namen sollten nicht den Blick auf Interessantes verstellen. So muss nicht alles, was sich Eisenbahn nennt, auch langweilig sein. Gewiss nicht die TAG Tegernseebahn.

          Anleger interessieren sich gewöhnlich nicht für Eisenbahnaktien. Aber sie sollten sich nicht vom Namen den Blick auf interessante Werte verstellen lassen. Denn nicht überall, wo Eisenbahn draufsteht, muss auch Eisenbahn drin sein. So war es bei der RSE AG, der Rinteln-Stadthagener-Eisenbahn AG, und so ist es nun auch bei der TAG Tegernseebahn.

          In beiden Fällen spielt das Bahngeschäft keine große Rolle, sondern die damit verbundenen Immobilien. So bauten die treibenden Kräfte hinter der RSE um Lutz Ristow und Rolf Hauschildt das Unternehmen innerhalb weniger Jahre zu einer großen Immobiliengesellschaft aus. Die Aktie stieg in der Folge innerhalb relativ kurzer Zeit von einem Niveau von etwa 15 Euro auf über 120 Euro in der Spitze.

          Auch bei der TAG scheinen dieselben Personen dieselbe Strategie zu verfolgen. Das Bahngeschäft wurde abgetrennt, die Verwertung von Grundstücken rund um den Tegernsee und die Expansion steht im Vordergrund. Zur Vorbereitung werden die Aktien am 24. November vom Freiverkehr in den amtlichen Handel überführt. Eine Barkapitalerhöhung im Verhältnis 2:1 wird kurz danach vorgenommen und bringt 28,2 Millionen Mark in die Kasse.

          Obwohl sich Kapitalerhöhungen in der Regel negativ auf den Aktienkurs auswirken, dürfte es bei dieser Aktion anders sein. Denn die Mittel sollen unter anderem zur Übernahme von 75 Prozent der JUS-Gruppe, einer Immobiliengesellschaft in Berlin, verwendet werden. So wird die Gesellschaft auch dort wie am Tegernsee selbst ihr gewinnbringendes Geschäft fortführen. Und das besteht nach eigenen Angaben „im Heben der umfangreichen stillen Reserven im Grundbesitz, sei es durch Neubebauung oder Veräußerung“. Darin hat die Führungscrew um Lutz Ristow bei der RSE ihre Kompetenz eindrucksvoll demonstriert.

          Auch wenn sich das Umfeld im Immobilienbereich gewandelt hat und der Aktienkurs schon viel positive Phantasie enthält, ist nach Expertenmeinung ein weiterer Kursanstieg bis auf 100 Euro durchaus denkbar. Das bedeutet ausgehend von der aktuellen Notierung bei 65 Euro einen möglichen Kursgewinn von etwas mehr als 50 Prozent auf Sicht von zwei Jahren.

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