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Immobilien : TAG-Tegernsee-Aktie wieder auf festem Fundament

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Immobilienaktien sind zuletzt bereits gut gelaufen. Auch die TAG-Aktie hat sich seit Mai 2003 fast verdoppelt. Aber wenn der Vorstand seine Wachstumspläne umsetzen kann, könnte hier für die Anleger noch mehr drin sein.

          Lange Zeit war die im Jahr 1882 ehemals als Eisenbahngesellschaft gegründete TAG Tegernsee Immobilien+Beteiligungs-AG vor allem mit sich selbst beschäftigt (Isin DE0008303504). Es gab interne Aufräumarbeiten zu erledigen, der Immobilienmarkt in Deutschland war viele Jahre ebenfalls wenig attraktiv und der Kapitalmarkt war speziell für kleine Unternehmen aus der Immobilienbranche verstopft.

          Aber inzwischen hat sich die Lage grundlegend gewandelt. Deutlich wird das unter anderem an den vier Kapitalerhöhungen, die das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten erfolgreich durchgeführt hat. Zusammen mit den internen Aufräumarbeiten, die insbesondere die Tochter JUS AG betrafen und deren Firmenwert inzwischen fast vollständig abgeschrieben ist, hat dies dazu geführt, daß die Gesellschaft jetzt auch wieder an Wachstum denken kann.

          Denn die aus den Kapitalerhöhungen erlösten Mittel sollen nicht nur zur Verbesserung der Eigenkapitalquote, sondern auch zum Erwerb von Wohnungsbeständen genutzt werden. Ziel der TAG, die über ein Portfolio von rund 3.150 Wohnungen in Hamburg, Berlin, München und Leipzig verfügt und für Dritte weitere 6.900 Einheiten verwaltet, ist die Akquisition und Führung eines nationalen, diversifizierten Bestandsimmobilien-Portfolios mit zusätzlichen Ertragskomponenten aus Bestands- und Projektentwicklungen sowie Verkauf. Die Tochter JUS AG wurde außerdem inzwischen als Immobilien-Dienstleister neu positioniert.

          Vorstand will auf Wachstum umschalten

          Der in den Jahren zuvor arg unter die Räder gekommene Aktienkurs hat sich seit Mai 2003 zwar fast verdoppelt. Verglichen mit anderen börsennotierten Immobilienaktien, die von der Aussicht auf eine Einführung von steuerbefreiten Immobilien-AGs (Reits) in Deutschland ebenso wie von dem erwachten Interesse der Ausländer am Immobiliestandort Deutschland profitierten, scheint die Notiz von TAG aber noch etwas zurückgeblieben.

          Das gilt insbesondere dann, wenn die Wachstumspläne von Vorstandschef Lutz Ristow aufgehen. Bei einer Präsentation in der Vorwoche in Frankfurt stellte der den Aktionären für die Jahre 2006 bis 2008 (die genauen Zahlen für 2005 werden erst am 9. Mai veröffentlicht) jedenfalls Umsätze von 117,9 Millionen, 152,5 Millionen und 181,3 Millionen Euro in Aussicht. Außerdem war beim Gewinn vor Steuern für diese Jahre von Größenordnungen von 5,5 Millionen, 12,2 Millionen und 18,3 Millionen Euro die Rede.

          Werden diese Vorgaben erreicht, dürfte der Kursanstieg der vergangenen drei Jahre eine Fortsetzung finden. Zumal Ristow von eher konservativen Planansätzen spricht und außerdem durchblicken ließ, daß sich im Umlaufvermögen nicht unerhebliche stille Reserven befinden. Läuft alles nach Plan, sei außerdem spätestens 2007 mit einer Dividendenzahlung zu rechnen.

          Reit-Fähigkeit bereits hergestellt

          Phantasie beinhaltet natürlich auch die Tatsache, daß sowohl die TAG AG als auch die Bau-Verein zu Hamburg AG bereits Reit-fähig sind. Das heißt, sobald sich der Gesetzgeber dazu durchringen sollte, Reits in Deutschland zuzulassen, würde TAG diese Chance nutzen.

          Die günstigen Rahmenbedingungen, die sich aus einem im Inland endlich wieder angesprungen Immobilienmarkt sowie der inzwischen wieder soliden Bilanzstruktur bei der TAG, ergeben zusammen mit einem intakten charttechnischen Aufwärtstrend eine günstige Ausgangslage für ein Investment. Das sieht offenbar auch Ristow selbst so. Denn eigenen Angaben zufolge hat er nämlich an den Kapitalerhöhungen fast vollumfänglich teilgenommen.

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