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ICBC : Weltgrößter Börsengang: 22 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

Dieses Logo gehört zur siebtgrößten Bank der Welt Bild: REUTERS

Die chinesische Bank ICBC teilt ihre Aktien am oberen Ende der Preisspanne zu. Dem Kreditinstitut sollen etwa 22 Milliarden Dollar zufließen - das wäre der bisher größte Börsengang der Welt. Aus Deutschland wird vor allem die Allianz profitieren.

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          Die chinesische Bank ICBC wird Kreisen zufolge bei dem größten Börsengang der Welt fast 22 Milliarden Dollar einnehmen. Das Pekinger Geldhaus habe den Ausgabepreis seiner Aktien wegen der Rekordnachfrage am oberen Ende der Preisspanne festgesetzt, sagten mit der Sache vertraute Personen am Freitag. Damit werde der Konzern 19 Milliarden Dollar einnehmen. Zudem werde ICBC die Mehrzuteilungsoption voll ausüben und so insgesamt 21,9 Milliarden Dollar erlösen.

          Damit verdrängt die chinesische Bank, an der auch die Allianz beteiligt ist, den bisherigen Spitzenreiter NTT Mobile Communications aus Japan mit einem Volumen von 18,4 Milliarden Dollar auf Platz zwei der weltgrößten Börsengänge. Es ist zudem das erste Mal, daß die neuen Aktien gleichzeitig in China und der Sonderverwaltungszone Hongkong ausgegeben werden (siehe auch: Weltgrößter Börsengang: „Die ICBC ist nicht besonders günstig“). Der Börsengang in Hongkong und Schanghai ist für den 27. Oktober geplant.

          Allianz unter den Gewinnern

          Analysten erwarten nun, daß die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) bei ihrem Handelsdebüt einen erfolgreichen Start hinlegt: „Ich glaube, daß wir angesichts der starken Liquidität an der Hongkonger Börse und der starken Nachfrage am ersten Tag einen Kursanstieg von mehr als zehn Prozent sehen könnten“, sagte Y.K. Chan von Phillip Capital Management.

          Einer der Gewinner des Börsengangs könnte die Münchner Allianz sein. Sie hatte Anfang des Jahres für etwa eine Milliarde Dollar 2,5 Prozent an der ICBC gekauft. Auch die Deutsche Bank ist als einer der Emissionsbanken an der Plazierung beteiligt und kann Finanzkreisen zufolge auf millionenschwere Einnahmen hoffen.

          Siebtgrößte Bank der Welt

          ICBC hatte im Vorfeld des Börsengangs aus der ganzen Welt Bestellungen im Wert von mehr als 400 Milliarden Dollar für die in Hongkong zu handelnden Aktien erhalten. Interesse zeigten institutionelle Investoren sowie Kleinanleger. Deswegen habe sich ICBC entschieden, die Mehrzuteilungsoption von 15 Prozent auszuüben, sagte ein beteiligter Banker.

          Nach dem Ende der Zeichnungsfristen in dieser Woche teilte ICBC am Freitag gut 35 Milliarden Aktien zum Stückpreis von 3,07 Hongkong-Dollar sowie 13 Milliarden Anteilsscheine für je rund 3,11 Yuan zu. Damit erreichte die staatlich kontrollierte Bank ihr Ziel, mehr als 30 Milliarden Papiere in Hongkong und 13 Milliarden Aktien in Schanghai zu plazieren. Die Preisspanne hatte sie zwischen 2,56 und 3,07 Hongkong-Dollar angesetzt. Durch den Aktienverkauf erreicht das Institut einen Wert von insgesamt 129 Milliarden Dollar und wird damit zur siebtgrößten Bank der Welt.

          Die starke Nachfrage nach ICBC-Aktien zeigt das wachsende Vertrauen der Investoren in die chinesische Bankenindustrie und die boomende Wirtschaft des Landes. Die Papiere anderer ehemals staatlicher Institute des Landes, die in diesem Jahr ebenfalls an die Börse gegangen sind, etwa die Bank of Communications, haben drastische Kursanstiege verzeichnet. Die kommunistische Regierung will durch die Privatisierung ausländische Investoren anlocken und verspricht sich davon Milliardeneinnahmen.

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