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Höchste Gewinne seit 2008 : Dividenden der Dax-Unternehmen steigen

Dax-Dividenden Bild: F.A.Z.

Die meisten Großkonzerne dürften dieses Jahr höhere Dividenden zahlen. Nur 2008 wurde mehr Gewinn ausgeschüttet. Zertifikate bilden Dividendenstrategien für Privatanleger ab.

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          Die meisten Aktionäre von Dax-Gesellschaften können in diesem Jahr mit höheren Gewinnausschüttungen ihrer Unternehmen rechnen. 18 der 30 Gesellschaften haben schon konkrete Dividendenvorschläge gemacht, und der Trend ist eindeutig steigend. 11 Unternehmen haben eine Erhöhung der Dividende angekündigt, nur Eon bislang eine Kürzung um ein Drittel auf 1 Euro je Aktie. Auch bei den 12 Unternehmen, die noch keine Dividendenempfehlung abgegeben haben, rechnen die Analysten im Durchschnitt bei 8 Unternehmen mit steigenden Ausschüttungen und nur bei der Lufthansa und RWE mit deutlichen Kürzungen.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die vielfach geäußerten Erwartungen einer positiven Dividendensaison werden dabei bislang noch übertroffen. BASF erhöht die Dividende von 2,20 Euro auf 2,50 Euro und damit stärker als gedacht. MAN setzt die Dividende von 2 Euro auf 2,30 Euro herauf. Hier hatten viele Analysten mit einer konstanten Ausschüttung gerechnet. Und die Allianz belässt die Dividende entgegen mancher Kürzungsbefürchtung auf 4,50 Euro je Aktie. Zudem überraschte SAP mit einer Sonderdividende von 35 Cent je Aktie anlässlich des vierzigsten Firmenjubiläums. Auch die Deutsche Börse zahlt nach der gescheiterten Fusion mit der Nyse Euronext eine Sonderdividende von 1 Euro je Aktie. Hier hätte es allerdings im Fusionsfall eine Sonderdividende von 2 Euro je Aktie gegeben.

          Commerzbank zahlt wieder keine Dividende

          Insgesamt dürften sich die Ausschüttungen der Dax-Konzerne auf mehr als 27 Milliarden Euro summieren und damit den höchsten Stand seit 2008 erreichen, als für das Geschäftsjahr 2007 gut 28 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Gebremst wird die Entwicklung derzeit von den Energieversorgern, den Staatsunternehmen und den Finanzkonzernen. RWE und Eon reduzieren ihre Ausschüttungen erheblich, gehören mit Dividendenrenditen von rund 6 Prozent gleichwohl weiter zu den größten Zahlern. Die Telekom schüttet mit gut 3 Milliarden Euro abermals am meisten aus. Hier hat es aber seit Jahren keine Erhöhungen mehr gegeben. Auch die Deutsche Bank, die Post und die Versicherer halten ihre Zahlung lediglich stabil. Die Commerzbank zahlt wieder keine Dividende.

          Vor allem in der zweiten und dritten Reihe werden in Deutschland hohe Dividenden ausgeschüttet. Bilderstrecke

          Ganz anders hingegen entwickeln sich die Ausschüttungen bei exportorientierten Industrieunternehmen. BMW dürfte nach Analystenschätzungen die Dividende abermals deutlich auf dann mehr als 2 Euro erhöhen. Daimler steigt mit einer Dividendenzahlung von mehr als 2,3 Milliarden Euro zum zweitgrößten Zahler nach der Telekom auf. Die bleibt mit einer Dividendenrendite von derzeit etwa 8 Prozent auch in dieser Kategorie ganz vorne. Im Durchschnitt beläuft sich die Dividendenrendite im Dax derzeit auf 3,7 Prozent.

          Auszahlung nach oben nicht begrenzt

          Wer sich als Anleger auf das Thema Dividende fokussieren möchte, findet dazu eine Reihe von Möglichkeiten. So bildet der Div-Dax die 15 Dax-Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen ab. An dem Index können Anleger mit einem Zertifikat der Unicredit (Wertpapierkennnummer [KN]: HV0ED7) partizipieren. Allerdings hat sich der Div-Dax zuletzt oft schlechter entwickelt als der Dax.

          HSBC Trinkaus bietet unter der WKN TB8Z6L ein Bonuszertifikat auf den Div-Dax an. Es kostete am Dienstag 118 Euro. Der Anleger erhält im Juni 2013 eine Auszahlung von mindestens 133 Euro je Zertifikat, wenn der Div-Dax bis dahin nie unter 80 Punkte fällt. Am Dienstag stand er auf 113 Punkten, so dass der Sicherheitspuffer knapp 30 Prozent beträgt. Sollte die Schwelle bei 80 Punkten reißen, erfolgt die Rückzahlung entsprechend des Indexstandes am Laufzeitende. Bei zum Beispiel 50 Punkten wären es 50 Euro je Zertifikat. Die Auszahlung ist nach oben nicht begrenzt. Stiege der Index bis zum Laufzeitende auf 150 Punkte, erhielte der Anleger demnach 150 Euro je Zertifikat.

          Die Commerzbank hat zudem ein Zertifikat begeben, das dividendenstarke Titel mit technischer Analyse verknüpft. Achim Matzke, der für diese Zeitung regelmäßig technische Analysen verfasst, wählt stets zu Jahresbeginn europäische Aktientitel aus, bei denen aus seiner Sicht eine hohe Dividendenrendite und eine attraktive technische Gesamtlage vorhanden sind. In diesem Jahr sind dies Deutsche Telekom, Eni, Munich Re, Sanofi, Total und Vivendi (F.A.Z. vom 6. Januar). Diese Werte werden in einem Index gleichgewichtet. Fällt ein Wert unter seinen von Matzke festgelegten Stopp-Kurs, wird er aus dem Index genommen und der Verkaufserlös in einem Geldmarktfonds angelegt.

          Im Januar wird der Index dann wieder gemäß der Auswahl von Matzke aus mindestens fünf Aktientiteln bestehen. Anleger können mit einem Zertifikat (WKN CZ34QZ) an dieser Strategie partizipieren. Es fällt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1 Prozent an. Bislang können Anleger das Zertifikat außerbörslich über einige Banken beziehen, im Mai startet der Börsenhandel in Frankfurt und Stuttgart.

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