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Hardware : Kontron-Aktie im Aufwärtstrend

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Deutlich als erwartet hat der Kleincomputer-Hersteller Kontron den Gewinn im vergangenen Jahr steigern können. Doch angesichts einer hohen Bewertung ist nicht ausgemacht, dass sich die Aktie dem Abwärtstrend entziehen kann.

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          In jüngster Zeit konnten die Aktionäre des Kleincomputer-Herstellers Kontron mit dem Kursverlauf der ihrer Anteilsscheine so gar nicht mehr zufrieden sein. Nachdem die Notierung seit Herbst von rund neun Euro bis Anfang Februar auf ein Fünf-Jahres-Hoch bei 12,63 Euro geklettert war, stürzte er mit der Schwächephase Ende des gleichen Monats deutlich ab und zeigt sich seitdem recht volatil.

          Hintergrund des Kursanstiegs zu Jahresbeginn waren starke vorläufige Zahlen für das vergangenen Geschäftsjahr, während die Volatilität der vergangenen Wochen auf den Entschluss des Unternehmens zurückzuführen sein dürfte, seine im November 2003 auf vier Jahre begebene Wandelschuldverschreibung in Höhe von 29,1 Millionen Euro vorzeitig zurückzuzahlen.

          Überschuss stärker gewachsen als erwartet

          Offenbar vermochten die Anleger, diesen Entschluss nicht so recht einzuordnen, da gleichzeitig aufgrund der „sehr guten Liquidität des Unternehmens“ die angekündigte Dividendenerhöhung beibehalten und das Aktienrückkaufprogramm „deutlich intensiviert“ werden sollte.

          Nach den am Mittwoch vorgelegten endgültigen Zahlen indes scheint klarer, dass Kontron wirklich hervorragende Geschäfte gemacht hat und sich die kapitalmarktfreundlichen Maßnahmen wirklich leisten kann.

          Denn das Unternehmen hat im vergangenen Jahr den Gewinn stark gesteigert. Der Überschuss wuchs um 56 Prozent auf 25,7 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Eching bei München mitteilte und damit um gut ein Viertel stärker als von Analysten erwartet.

          Darüber hinaus enthielten die Zahlen keine großen Überraschungen. Der Umsatz stieg um 35 Prozent auf 405 Millionen Euro und damit etwas stärker als im Januar angekündigt, als noch von einem Umsatzplus von mehr als 30 Prozent auf rund 400 Millionen Euro die Rede war.

          Produktion in Malaysia drückt Kosten

          Kontron begründete die Zuwächse beim Ergebnis vor allem mit geringeren Kosten unter anderem durch die Verlagerung von Produktion an den neuen Standort in Malaysia. So seien die operativen Kosten bei einem Umsatzwachstum von 35 Prozent lediglich um 18 Prozent auf 98,2 Millionen Euro gestiegen, hieß es.

          Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg auf 32,9 Millionen Euro von 22,6 Millionen im Vorjahr. Die firmeneigene Ebit- Prognose hatte bei „deutlich mehr als 26 Millionen Euro“ gelegen. Der operative Cashflow kletterte den Angaben zufolge auf 23,4 Millionen Euro nach 12,1 Millionen Euro im Vorjahr. Der Kassenbestand erhöhte sich um 11 auf über 64 Millionen Euro.

          Kontron habe 2006 auch von einem starken Schlussquartal profitiert, in dem die Ebit-Marge bei einem Umsatz von 118,6 Millionen Euro nach 93,4 Millionen im Vorjahr „deutlich“ über zehn Prozent gelegen habe.

          Für das laufende Jahr stellte Kontron währungsbereinigt ein zweistelliges Umsatzwachstum und eine deutlich höhere Steigerung des Ergebnisses in Aussicht. Damit blieb das Unternehmen bei seinen früheren Aussagen. Beobachter hoffen im Tagesverlauf noch auf eine Konkretisierung. Diesen hatten Analysten im Vorfeld der Zahlenvorlage in den Blickpunkt gerückt. Mit Verweis auf die zahlreichen Designpreise der vergangenen Monate sollte dieser „weiterhin erfreulich“ ausfallen.

          Hoffnung auf konkreteren Ausblick

          Mittelfristig strebt das Unternehmen früheren Aussagen zufolge ein Umsatzwachstum von jährlich „mindestens zehn Prozent plus x“ an. Dabei will sich Kontron stärker auf Gewinne und Cash-Flow-Wachstum konzentrieren.

          Ob die heute vorgelegten guten Ergebnisse dem Aktienkurs werden helfen können, ist indes fraglich. Vorbörslich steigt der Kurs auf 11,85 zu 12,10 Euro nach einem Vortagesschluss von 11,66 Euro. Doch sind die Erwartungen an das Unternehmen bei geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 21 für 2007 und immer noch 16 für 2008 bereits recht hoch.

          Um dem seit Anfang Februar fallenden Trend entgegenzuwirken, müsste der Kurs indes die Marke von zwölf Euro nachhaltig überwinden und zügig auf ein neues Hoch vorstoßen. Dazu könnte ihm ein konkretisierter Ausblick verhelfen. Ohne neue gute Nachrichten aber dürfte es für die Notierung schwer werden, sich einem weiteren Rückgang bis zur Marke von elf Euro auf Dauer zu widersetzen.

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