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Handel : Gute Zahlen können Abwärtstrend der Beate-Uhse-Aktie nicht aufhalten

  • Aktualisiert am

2005 stagnierte der Umsatz im Einzelhandel Bild: Beate Uhse AG

Sex geht immer - genauso wie immer gegessen und getrunken wird. Trotzdem sind die meisten Aktien aus diesen Sektoren eher weniger attraktiv. Beate Uhse macht trotz guter Jahreszahlen keine Ausnahme.

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          „Sex sells“ ist eine alte Weisheit der Produktverkäufer. Ob dies immer so zutrifft, oder ob es sich dabei nicht eher um eine Bauernregel vom Schlage „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist“ ist nicht unbedingt gesagt. Schließlich kommt es doch ein wenig darauf an, was man verkauft.

          Betrachtet man die Erfolgsgeschichten von Erotik-Aktien an der Börse, so ist man eher geneigt zu fragen: „Does it?“ Kaum eine Aktie aus diesem Sektor konnte die hohen Erwartungen erfüllen, fast alle Kurse notieren weit unter ihren Höchstständen, die zumeist aus den Anfangszeiten der Notiz herrühren.

          Deutlicher Gewinnanstieg

          Keine Ausnahme macht dabei Europas größter Händler von Erotikartikeln und der bekannteste Name der Branche in Deutschland, Beate Uhse. Bereits drei Tage nach Notierungsaufnahme erreichte der Aktienkurs am 31. Mai 1999 sein Allzeithoch bei 24,65 Euro. Danach ging es abwärts, bis im Juli 2002 bei 8,70 Euro ein vorläufiger Boden erreicht war.

          Produktideen wie das „Popp-Bier” sollen 2006 den Umsatz antreiben
          Produktideen wie das „Popp-Bier” sollen 2006 den Umsatz antreiben : Bild: Beate Uhse AG

          Nach einer kurzen Zwischenerholung bis auf 13,82 Euro Ende 2003, rutschte der Kurs weiter und erreichte bei 5,80 Euro im vergangenen Dezember ein vorläufiges Allzeittief. Danach erholte sich der Kurs kurzzeitig, doch seit Mitte Februar befindet er sich schon wieder auf dem Weg nach unten, nicht zuletzt vielleicht weil das Unternehmen im März die Bilanzvorlage verschob, was selten positiv interpretiert wird.

          Die Zahlen, die das Unternehmen am Mittwoch dann wie angekündigt präsentierte, waren indes doch deutlich besser als befürchtet. Der Reingewinn stieg im vergangenen Jahr auf Grundlage der erstmals angewandten IFRS-Bilanzierungsregeln um zwei Drittel auf 14,4 Millionen Euro. Bei einem um vier Prozent auf 284,8 Millionen Euro gestiegenen Umsatz sei der Vorsteuergewinn um 31 Prozent auf 20,4 Millionen Euro gestiegen.

          Damit übertraf Beate Uhse zum Teil die eigenen Prognosen. Bei der Präsentation der Neunmonatszahlen hatte das Unternehmen einen halb so hohen Zuwachs des Vorsteuerergebnisses von 15 Prozent, allerdings ein leicht höheres Umsatzplus von fünf Prozent in Aussicht gestellt.

          Preiseinbruch bei DVDs schadet

          Wachstum gibt es hauptsächlich im traditionellen, größten Geschäftsbereich Versandhandel, wo die Erlöse um 11,8 Prozent auf 125 Millionen Euro zulegten. Ebenfalls ein merkliches Plus gab es im Entertainment-Bereich, der das multimediale Angebot von erotischen Inhalten umfaßt und um 5,8 Prozent zulegte. Indes ist der Bereich mit einem Umsatzanteil von 6,5 Prozent der bei weitem kleinste Geschäftsbereich.

          Ein eher deutliches Umsatzminus von 4,1 Prozent gab es dagegen im Großhandel, wo der Konzern für sich in Anspruch nimmt, mit Exporten in über 60 Länder der Erde Weltmarktführer zu sein. Verantwortlich für den Rückgang seien insbesondere Anlaufschwierigkeiten durch die Verlagerung der Logistik in das neue Zentrum Almere in den Niederlanden und Restrukturierungsmaßnahmen im skandinavischen Großhandel gewesen, wo unrentable Bereiche eingestellt wurden. Weiter dazu beigetragen habe ein Preiseinbruch bei DVDs und Printprodukten, dessen Auswirkungen durch die wirtschaftliche Lage in Deutschland verstärkt worden seien, indem sie die Abnehmer zu einer sehr zurückhaltenden Einkaufspolitik gezwungen habe.

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