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Halbleiter-Aktien : Ausgerechnet Hynix. Der Hoffnungsträger einer Branche

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Die Aktie des künstlich am Leben gehaltenen Chipherstellers steigt weiter. Längst ist die Halbleiterbranche hellwach.

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          Die wechselvolle Story des südkoreanischen Chipherstellers Hynix geht weiter. Nach dem kräftigen Anstieg am Mittwoch wegen der Chippreiserhöhung, von der die Halbleiteraktien rund um den Globus profitierten, stieg die Aktie am Donnerstag in Seoul aus einem weiteren Grund zunächst um über zehn Prozent, um dann 2,5 Prozent höher bei 2.850 Won aus dem Handel zu gehen.

          "Der Anstieg resultiert vor allem aus der Hoffnung der Privatanleger, dass es nächste Woche zu irgendeinem Abschluss in den Verhandlungen mit Micron kommt", kommentiert Chang Deuk Soo, Researchleiter bei Shin Young Securities in Seoul. Nach Äußerungen der Hynix-Gläubiger vorige Woche erwartet der Markt, dass Micron bald ein Angebot für Unternehmensteile von Hynix vorlegt. Von Micron wurde nur bestätigt, dass die Gespräche fortgeschritten seien.

          Der Halbleitermarkt wird wieder zum Verkäufermarkt

          Eine Allianz aus Hynix und Micron würde den größten Anbieter von Speicherchips hervorbringen, und damit Samsung überholen. Der Hynix-Gläubiger Korea Exchange Bank erwartet, dass Micron die Übernahme der Speicherchipproduktion von Hynix und von Teilen des Nicht-Speicherchip-Geschäfts plant.

          Für Anleger ist der Deal weniger wegen der risikobeladenen Hynix-Aktie, als wegen der Bedeutung der Allianz für den globalen Halbleitersektor interessant. Die Hoffnung konzentriert sich auf den zu erwartenden Kapazitätsabbau im Sektor, die den bis ins Spätjahr 2001 völlig von den Nachfragern beherrschten Halbleitermarkt entlasten würde. DRAM-Hersteller wie Infineon haben endlich eine Chance, wieder kostendeckende Preise zu erzielen.

          Micron-Einstieg noch nicht sicher

          Aber der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern. Hynix ist mit fast sieben Milliarden Dollar verschuldet. Weitere Schulden haben die Banken, die den Chiphersteller mit Unterstützung des koreanischen Staates künstlich am Leben gehalten haben, bereits in Beteiligungen an Hynix umgewandelt. Die Banken, die sich nicht an den Rettungsaktionen beteiligt haben, werden ihre Forderungen an Hynix übrigens abschreiben.

          Laut dem Finanzinformationsdienst Bloomberg halten die Banken bei Ausübung aller Wandlungsrechte 36 Prozent an Hynix, was einen teilweisen Aktientausch, wie ihn Micron 1998 bei der Übernahme des Speicherbereichs von Texas Instruments praktiziert hat, sehr schwierig macht.

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