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Halbleiter : Aktie von Dialog Semiconductor fällt durch

  • Aktualisiert am

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Dialog Semiconductor auf Sicht eines Jahres. Bild:

Mit massiven Kursverlusten reagiert die Aktie von Dialog Semiconductor auf eine Umsatz- und Gewinnwarnung. Das Unternehmen muß erst einmal beweisen, daß es nachhaltige Gewinne erzielen kann.

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          Mit einem Kursverlust von bis zu 22,7 Prozent auf 1,74 Euro im bisherigen Tagestief reagiert die Aktie des Halbleiterunternehmens Dialog Semiconductor auf eine Umsatz- und Gewinnwarnung.

          Das Unternehmen hat wegen schwächerer Umsätze in der Mobilfunksparte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Zusätzlich belastet der schwache Dollar das Geschäft, so daß das Unternehmen im vierten Quartal wie auch im Gesamtjahr von einem Konzernverlust ausgeht.

          Abflachendes Umsatzwachstum - zunehmende Lagerbestände

          Bereits im Oktober hatte Dialog-Chef Roland Pudelko gesagt, daß es schwer werden würde, das 30-prozentige Umsatzwachstum der ersten neun Monate zu halten, das Dialog bisher auch für das Gesamtjahr in Aussicht gestellt hatte. Die Umsätze im Sektor Mobile Kommunikation seien niedriger ausgefallen als von Kunden prognostiziert, teilte Dialog mit. Die Lagerbestände würden zum Jahresende höher sein als geplant. Dialog rechne jedoch mit einer deutlichen Reduzierung des operativen Verlustes um rund 50 Prozent im Vergleich zum Jahr 2003.

          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Dialog Semiconductor in den vergangenen Jahren.

          "Nach einem sehr positiven Geschäftsverlauf in den ersten neun Monaten 2004, in denen wir gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Steigerung der Umsatzerlöse um 30 Prozent verzeichneten, mußten wir im vierten Quartal einen Rückgang im Umsatzwachstum hinnehmen", erläuterte Pudelko. „Daneben war unser Geschäftsverlauf von signifikanten Wechselkurseinflüssen gekennzeichnet. Auf Grund dieser Einflüsse überprüfen wir derzeit eine Anpassung unserer Kostensituation an die veränderte Umsatzstruktur.“

          Nach Einschätzung eines Analysten sind die Abgaben bei Dialog Semiconductor übertrieben. Die Hauptursache für die Gewinnwarnung sei die falsche Einschätzung der Dollarentwicklung. Ein weiterer Belastungsfaktor stelle sicherlich auch die Unsicherheit über die Zukunft der Handysparte von Siemens dar - einem wichtigen Kunden von Dialog. Das seien zwar negative Nachrichten, rechtfertigten aber nicht diese deutlichen Verluste. Dialog habe eine Menge neuer Kunden akquiriert und sei im UMTS-Markt sehr gut positioniert.

          Durchschnittsertrag der vergangenen sechs Jahre liegt bei minus 17 Cents je Aktie

          Solche Einschätzungen dürften allerdings etwas naiv sein. Denn das Unternehmen muß erst einmal beweisen, daß es auch in der Lage ist, nachhaltige Gewinne zu erzielen. In vier der sechs vergangenen Jahre verbuchte das Unternehmen zum Teil happige Verluste. Der bisherige Durchschnittsertrag der vergangenen sechs Jahre liegt bei minus 17 Cents je Aktie.

          Der schwache Dollar ist sicherlich nur eine Ausrede, denn dagegen konnte sich das Unternehmen schützen, wenn es denn wollte. Aber der Abwertungstrend des Greenbacks der vergangenen Jahre war zu offensichtlich, als daß ihn das Unternehmen hätte übersehen können. Auch die Mitteilung, die Nachfrage nach Chips für mobile Telekommunikationsgeräte sei schwächer als erwartet beist sich ebenfalls mit dem sonst gezeigten Optimismus.

          Auf dieser Basis dürfte es ratsam sein, die Aktie mit Vorsicht zu genießen. Selbst auf Basis der möglicherweise zu optimistischen Gewinnschätzungen für das kommende Jahre ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von knapp 17 kein Schnäppchen. Die Charttechnik macht auch keinen Mut. Im Rahmen der Kursflut des vergangenen Jahres wurde zwar auch die Aktie des Unternehmens nach oben gezogen. Aber schon zu Beginn des laufenden Jahres drehte sie wieder nach unten. Mit dem deutlichen Kursverlust des Tages ist sie sogar aus dem bisher vorherrschenden leichten Abwärtstrendkanal nach unten durchgebrochen.

          Die Aktie dürfte vorerst nur ein Fall bleiben für notorische Chipoptimisten oder Momentumspieler, die solche Aktien gerne einmal in Bewegung bringen, wenn die Tech-Euphorie wieder einmal um sich greift.

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