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Konsumgüter : Gute Zahlen treiben Henkel-Aktie auf Allzeithoch

  • Aktualisiert am

Henkel verdient mehr Bild: dpa

Gute Ertragszahlen hat der Henkel-Konzern vorgelegt. Der Umsatz allerdings geht zurück, die Rückschlagsgefahr wächst.

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          Der Konsumgüterkonzern Henkel hat auch im zweiten Quartal von einem starken Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln profitiert. Unter dem Strich verdiente Henkel 561 Millionen Euro und damit 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Konzernumsatz ging im Vergleich zum Vorjahr wegen des starken Euro um 0,9 Prozent auf 4,65 Milliarden Euro zurück. Ohne Wechselkurseffekte und Zukäufe wäre Henkel um 3,2 Prozent gewachsen. Vor allem schwächere Währungen aus Wachstumsregionen machten dem Konzern zu schaffen. "Die ungünstigen Wechselkursentwicklungen werden uns auch künftig begleiten.", sagte der neue Henkel-Chef Hans Van Bylen.

          Durch Kosteneinsparungen stieg das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) um 6,6 Prozent auf 819 Millionen Euro. Die Erwartungen der Analysten konnte der Konzern damit auf der Ertragsseite übertreffen. Analysten hatten einen Umsatz von 4,67 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von 786 Millionen Euro erwartet.

          Van Bylen hob die Gewinnprognose für das laufende Jahr leicht an. Die bereinigte Ebit-Marge soll nun über den Wert von 16,5 Prozent steigen. Zuvor war der Konzern von „etwa 16,5 Prozent„ ausgegangen. Schon im zweiten Quartal verbuchte der Konzern eine bereinigte Umsatzrendite auf Rekordniveau. Vor allem die Waschmittelsparte rund um Persil konnte den Gewinn steigern, in diesem Fall um 8,4 Prozent.

          Diese Sparte will Henkel stärken: Die Rheinländer hatten im Juni die Übernahme des amerikanischen Waschmittelhersteller Sun Products angekündigt. Rund 3,6 Milliarden Dollar legen das Unternehmen dafür auf den Tisch. Mit dem Zukauf rücke Henkel zur Nummer zwei auf dem nordamerikanischen Waschmittel-Markt auf, bekräftigte Van Bylen. Der Konzern hatte diesen schon verstärkt ins Visier genommen und Persil in den Vereinigten Staaten und Kanada eingeführt.

          Mehr Waschmittel, weniger Kleber

          Mit dem Zukauf verschieben sich die Gewichte innerhalb der Henkel-Sparten. Machten Waschmittel in der Vergangenheit knapp 30 Prozent der Umsätze aus, dürften es nach der Akquisition rund 33 Prozent sein. Das konjunkturabhängige Klebstoff-Geschäft, das rund die Hälfte der Erlöse bringt, verliert damit etwas an Bedeutung. Im zweiten Quartal wies die Klebstoff-Sparte einen Umsatzrückgang aus, vor allem wegen des abgeschwächten Wirtschaftswachstums in China lagen die Erlöse in Asien unter denen des Vorjahres.

          Die Anleger mögen die vorgelegten Geschäftszahlen. Mit einem Kursplus von 4,3 Prozent ist die Vorzugsaktie des Konzerns hinter Symrise und Tui, die gleichfalls Geschäftszahlen vorgelegt hatten, die stärkste Aktie im F.A.Z.-Index. Vielmehr notiert die Aktie damit auf einem neuen Allzeithoch.

          Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von mehr als 21 für das laufende und mehr als 20 für das kommende Jahr erscheint diese derzeit allerdings sehr hoch bewertet. Allerdings hält sich diese hohe Bewertung nun schon seit mehr als einem Jahr. Nichtsdestoweniger besteht eine nicht zu unterschätzende Rückschlagsgefahr, sollte Henkel einmal hinter den Erwartungen zurückbleiben. Auch Kosteneinsparungen und Effizienzgewinne lassen sich nicht beliebig erzielen.

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