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Nach dem Börsengang : Groupon-Patzer zeigt Risiko von Internetaktien

An der Nasdaq Bild: dapd

Die Rabattplattform Groupon hat mit der Korrektur ihrer Ergebnisse die Finanzmärkte geschockt. Es gibt unter den Internet-Börsengängen allerdings auch Gewinner - etwa das soziale Netzwerk Linkedin.

          Die Rabattplattform Groupon hat mit der Korrektur ihrer Geschäftsergebnisse unterstrichen, welches Risiko in den Aktien junger Internetunternehmen steckt. Die Bilanzierungsprobleme haben den Aktienkurs von Groupon zu Wochenbeginn abstürzen lassen. Er liegt nun weit unter dem Niveau beim fulminanten Börsendebüt im vergangenen November.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Ausrutscher von Groupon kommt zu einer Zeit, in der die Finanzmärkte mit Spannung auf den Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook warten. An der Euphorie um diesen bevorstehenden Mega-Börsengang dürften die schlechten Nachrichten von Groupon wenig ändern. Analysten werteten die Panne von Groupon als unternehmensspezifisches Problem. Die Aktienkurse anderer Internetunternehmen wurden nicht nennenswert in Mitleidenschaft gezogen.

          Starke Schwankungen

          Gleichwohl haben Anleger bei vielen anderen prominenten Internet-Börsengängen des vergangenen Jahres gute Nerven gebraucht. Die Kurse von Unternehmen wie dem Spieleanbieter Zynga oder dem sozialen Netzwerk Linkedin haben starke Schwankungen erlebt. Der etwas überraschende Gewinner ist derzeit Linkedin. Nach deutlichen Kursgewinnen in den vergangenen Wochen hat Linkedin sowohl Groupon als auch Zynga bei der Marktkapitalisierung hinter sich gelassen. Dabei wurden Groupon und Zynga im Vorfeld ihrer Börsengänge deutlich höhere Bewertungen zugetraut als Linkedin.

          Groupon wurde für seinen jüngsten Fehltritt an der Börse hart bestraft: Der Aktienkurs stürzte am Montag um 17 Prozent auf 15,28 Dollar ab und hat sich auch am Dienstag im Handelsverlauf nicht erholt. Die Groupon-Aktien kamen im November zu einem Ausgabepreis von 20 Dollar an die Börse, am ersten Tag sprang der Kurs auf 26,11 Dollar.

          Kursvergleich Bilderstrecke

          Groupon verkauft Gutscheine zum drastisch verbilligten Einkauf einer breiten Palette von Produkten und Dienstleistungen von Restaurantbesuchen bis hin zu Konzerttickets. Das Unternehmen hat damit in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum geschafft. Am Freitag nach Börsenschluss teilte Groupon aber mit, dass mehr Kunden als erwartet ihre gekauften Gutscheine zurückgegeben und damit die Erstattungspolitik des Unternehmens in Anspruch genommen haben. Dies zwang das Unternehmen zu einer nachträglichen Korrektur seines Quartalsberichts.

          Mehrere Analysten stuften die Groupon-Aktie nach dieser Nachricht herab, der Investor Paul Kedrosky sprach gegenüber „Bloomberg TV“ von einem „kompletten Fiasko“. Groupon war schon vor seinem Börsengang mehrmals mit aggressiven Bilanzierungsmethoden aufgefallen und sah sich auf Druck der Aufsichtsbehörde SEC gezwungen, Kennzahlen anders zu definieren. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ untersucht die SEC auch die jüngste Korrektur der Zahlen. Jenseits fragwürdiger Bilanzierung gibt es in der Branche grundsätzliche Zweifel an den Perspektiven von Groupon.

          Finanzmärkte reagieren enttäuscht

          Auch die Börsenkarriere von Zynga verlief bisher nicht ohne Enttäuschungen. Der Zynga-Kurs rutschte am ersten Handelstag im Dezember unter den Ausgabepreis von 10 Dollar und hat diese Marke zunächst wochenlang nicht wieder übersprungen. Im Zuge der Begeisterung um den baldigen Börsengang des wichtigen Zynga-Partners Facebook gab es einen zwischenzeitlichen Höhenflug, in den vergangenen Wochen hat der Kurs aber wieder verloren, am Dienstag waren es um die 12,60 Dollar. Die Finanzmärkte reagierten enttäuscht auf den ersten Quartalsbericht nach dem Börsengang. Analysten der Investmentbank Needham warnten vor wenigen Tagen in einer Studie, dass stärkerer Wettbewerb und ein schwächeres Wachstum der Nutzerzahlen das Geschäft beeinträchtigen könnten.

          Unter den Börsenneulingen aus der Internetbranche in den vergangenen zwölf Monaten gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer. Schwach hat sich etwa das auf Online-Musikprogramme spezialisierte Unternehmen Pandora Meida geschlagen. Dessen Aktien kamen im Juni zu 16 Dollar an die Börse, heute kosten sie rund 10,50 Dollar. Das soziale Netzwerk Linkedin erlebte bei seinem Start im Mai ein Kursfeuerwerk. Am ersten Tag sprang der Kurs gegenüber dem Ausgabepreis von 45 auf gut 94 Dollar. In den Monaten danach fiel die Aktie wieder deutlich zurück. Dank guter Geschäftsergebnisse ging es zuletzt aber wieder aufwärts. Derzeit kostet die Aktie rund 103 Dollar. Linkedin hat jetzt eine Marktkapitalisierung von 10,5 Milliarden Dollar - und liegte damit vor Groupon (9,8 Milliarden Dollar) und Zynga (8,8 Milliarden Dollar).

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