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Marktbericht : Stockende Griechenland-Verhandlungen drücken Dax ins Minus

  • Aktualisiert am

Der Dax verlor an diesem Mittwoch an Boden. Bild: Reuters

Zu Wochenbeginn sah es noch so aus, als hätten Geldgeber und griechische Regierung eine Lösung für die Schuldenkrise des Landes gefunden. Doch am Mittwoch wurden die Hoffnungen zunichte gemacht. Die Kurse fallen wieder.

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          Die Euphorie am deutschen Aktienmarkt ist erst einmal vorbei: Meinungsverschiedenheiten bei der Lösung der griechischen Schuldenkrise haben den Dax am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Am Nachmittag stand der Leitindex 1,1 Prozent im Minus bei 11.411 Punkten, zwischenzeitlich hatte er noch stärker verloren.

          Dabei hatte die Woche in der Hoffnung auf eine Lösung im Griechenland-Drama gut begonnen: Am Montag hatte der Dax mit einem knapp vierprozentigen Kurssprung den größten Tagesgewinn seit August 2012 erzielt und am Dienstag weiter zugelegt.

          Der M-Dax der mittelgroßen Werte sank zuletzt um 0,7 Prozent auf 20.162,1 Punkte; für den Technologiewerte-Index Tec-Dax ging es um 1,5 Prozent auf 1678,1 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 verlor 0,9 Prozent auf 3591,6 Punkte.

          EU, Europäische Zentralbank (EZB) und IWF stimmen sich vor dem abendlichen Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel ab. Vor dem Abflug nach Brüssel kritisierte Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras die Haltung der Geldgeber zu den griechischen Reformvorschlägen. Athen habe Maßnahmen präsentiert, die den Anforderungen der Gläubiger genügten. Reformzusagen sind Voraussetzung für die Auszahlung dringend benötigter neuer Milliardenhilfen für das pleitebedrohte Land.

          Analyst Jens Klatt vom Devisenhändler DailyFX setzt weiter auf eine „Einigung in letzter Sekunde“. Zudem deute das Ifo-Geschäftsklima trotz des Rückgangs im Juni für das Gesamtjahr auf ein Wirtschaftswachstum in Deutschland von 3 Prozent hin. „Diese Aussicht in Verbindung mit einer geldpolitisch weiter aggressiv auftretenden EZB liefert für deutsche Aktien einen fruchtbaren Boden.“

          RWE im Plus

          Unternehmensseitig sah die Agenda übersichtlich aus: Im Dax profitierten die vortags schwachen Versorgertitel von Berichten, wonach Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel seine umstrittene Abgabe für alte Kohlekraftwerke aufgegeben hat. Dem Dementi Gabriels, demzufolge die Gespräche weitergehen, schenkten die Anleger wenig Glauben. Die Aktien des Essener Energiekonzerns RWE zogen um 0,7 Prozent an. Beim Konkurrenten Eon fielen die Verluste mit 1,1 Prozent marktkonform aus.

          Metro-Aktien belegten mit plus 0,4 Prozent einen der vorderen Indexplätze. Für Aufmerksamkeit sorgte eine Milliardenfusion in der europäischen Einzelhandelsbranche: Die Supermarkt-Konzerne Ahold und Delhaize wollen sich durch ihren Zusammenschluss gegen wachsende Konkurrenz auf dem wichtigen amerikanischen Markt wehren.

          Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,70 Prozent am Vortag auf 0,69 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 137,98 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,62 Prozent auf 151,45 Zähler. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1213 (Dienstag: 1,1204) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8918 (0,8925) Euro.

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