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Greetings aus New York : Bühne frei für Janet Yellen

Bild: AP

Die designierte Notenbankchefin muss in einer Anhörung vor einem Senatsausschuss Rede und Antwort stehen. An ihrer Bestätigung für das Amt gibt es aber kaum Zweifel.

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          Janet Yellen war in den vergangenen Jahren als Vizevorsitzende der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve an eine Rolle im Hintergrund gewöhnt. Das hat sich vor gut einem Monat geändert, als Präsident Barack Obama sie zur neuen Vorsitzenden der Fed und damit zur Nachfolgerin von Ben Bernanke nominierte. Am Donnerstag wird Yellen wieder im Rampenlicht stehen. Auf dem Weg zu ihrer Bestätigung als Fed-Chefin muss sie sich in einer Anhörung dem Bankenausschuss des amerikanischen Senats stellen.

          Manche versuchen zu drohen

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Vor allem Senatoren der Republikanischen Partei dürften versuchen, die 67 Jahre alte Ökonomin in die Zange zu nehmen. Einige Senatoren haben sogar damit gedroht, die Bestätigung zu blockieren. Dennoch gibt es kaum Zweifel daran, dass Yellen die Hürde im Senat letztlich nehmen wird. Von den Senatoren der Demokratischen Partei hat sie ohnehin kaum Widerstand zu erwarten.

          An den Finanzmärkten wird Yellens Auftritt in Washington mit Spannung verfolgt werden. Was immer sie sagt, wird auf die Goldwaage gelegt und auf etwaige Signale für den künftigen geldpolitischen Kurs der Notenbank untersucht werden. Vor allem beschäftigt die Finanzmärkte die Frage, wann die Fed die in Aussicht gestellte allmähliche Rücknahme der derzeitigen Anleihekäufe einleitet. Dieser Schritt war eigentlich schon im September erwartet worden, aber dann schreckte die Fed doch davor zurück.

          Keine Hinweise auf einen Richtungswechsel

          Am späten Mittwoch wurde bereits Yellens einleitende Rede für die Anhörung veröffentlicht. Hinweise auf einen Richtungswechsel in der Fed-Politik gab es darin nicht. In dem Manuskript heißt es, die Notenbank werde weiter ihre geldpolitischen Instrumente einsetzen, um eine robustere wirtschaftliche Erholung zu fördern. Die wirtschaftliche Lage habe sich zwar nach einigen schwierigen Jahren erheblich verbessert, aber der in den Krisenzeiten verlorene Boden sei noch nicht wieder wettgemacht.

          Im wahrscheinlichen Fall ihrer Bestätigung wird Yellen zur ersten Frau an der Spitze der hundert Jahre alten Fed. Ihre Berufung wurde von Beobachtern als Zeichen der Kontinuität und einer auf längere Sicht lockeren Geldpolitik gewertet. Yellen hat einen exzellenten Ruf als Ökonomin, dennoch gab es vor ihrer Nominierung durch Obama eine monatelange und ungewöhnlich öffentlich ausgetragene Hängepartie. Lange Zeit galt Harvard-Ökonom Lawrence Summers als Obamas Favorit. Der zog sich aber im September nach wachsendem Widerstand gegen ihn in der Demokratischen Partei zurück.

          Am Mittwoch präsentierten die Finanzmärkte in freundlicher Verfassung. Der Dow-Jones-Index  kletterte um 71 Punkte auf einen neuen Rekordwert von 15822 Punkten. Der S&P 500 legte um 14 Punkte auf 1782 Punkte zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte bei 3966 Punkten um 46 Punkte im Plus. Im nachbörslichen Handel rutschte der Aktienkurs des amerikanischen Netzwerkausrüsters Cisco Systems um mehr als 10 Prozent ab, nachdem das Unternehmen bei der Vorlage seiner Quartalszahlen einen enttäuschenden Ausblick gegeben hatte.

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