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Details zum Assistenzsystem : Google greift Amazon an

Google hat Großes vor. Bild: dpa

Der Internetkonzern Google muss in einem Bereich gewaltig aufholen. Heute will er verraten, wie er besonders einem Wettbewerber Paroli bieten wird.

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          Der zur Holdinggesellschaft Alphabet gehörende Internetkonzern Google ist vor allem für Software bekannt. Seine Suchmaschine zum Beispiel oder das Betriebssystem Android, das in Smartphones und vielen anderen Geräten steckt. Bisweilen hat Google aber auch Vorstöße ins Hardwaregeschäft gewagt. Die Bilanz dabei ist durchwachsen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Vor einigen Jahren stellte Google zum Beispiel ein kugelförmiges Musik- und Videoabspielgerät namens „Nexus Q“ vor, das dann aber nie auf den Markt kam. 2012 kaufte Google den Handyhersteller Motorola, nur um ihn nach zwei Jahren wieder abzustoßen. Dem stehen aber auch Erfolge gegenüber, etwa der digitale Fernsehempfänger Chromecast.

          Für den Dienstag hat Google zu einer Veranstaltung nach San Francisco eingeladen, und dabei wird es wohl eine ganze Reihe von neuen Hardwareprodukten zu sehen geben. Ein Höhepunkt dürfte dabei „Google Home“ sein. Dieses persönliche Assistenzsystem ist die Antwort auf den „Echo“ des Online-Händlers Amazon, der schon vor zwei Jahren herauskam und sich zu einem Überraschungserfolg entwickelt hat. Google hat sein Konkurrenzprodukt schon im Mai auf einer Konferenz für Softwareentwickler gezeigt, diesmal werden aber weitere Details wie ein Einführungsdatum und der Preis erwartet.

          Medienberichten zufolge soll das Gerät noch in diesem Monat herauskommen und 129 Dollar kosten. Damit würde Google den fast 180 Dollar teuren Echo unterbieten, wobei Amazon auch die abgespeckte Variante „Echo Dot“ für 50 Dollar im Programm hat. In Deutschland bringt Amazon den Echo erst jetzt heraus, er wird für 180 Euro verkauft und soll vom 26. Oktober an verfügbar sein.

          Assistenzsysteme haben für Google enorme strategische Bedeutung

          Google hat mit seinem Assistenten also reichlich Rückstand auf Amazon. Ähnlich wie der zylindrische Echo soll Google Home zu einem unentbehrlichen Helfer im Haushalt werden. Das optisch an eine Blumenvase erinnernde Gerät kann Musik abspielen, diverse Fragen beantworten und soll außerdem zu einer Art Schaltzentrale im „Smart Home“ werden, also dem vernetzten Haushalt, in dem viele Dinge wie Lichtschalter oder Heizungsthermostate mit dem Internet verbunden sind. Es soll außerdem mit unternehmensfremden Diensten verknüpft  werden, ebenso wie es auch Amazon mit dem Echo getan hat, der zum Beispiel in der Lage ist, ein Auto des Fahrdienstes Uber zu bestellen.

          ALPHABET INC.CL.A DL-,001

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          Google Home ist nicht das einzige Produkt, mit dem der amerikanische Konzern Assistenzfunktionen anbietet. Google hat die in dem Gerät steckende Software „Assistant“ auch in seinem neuen Kurzmitteilungsdienst „Allo“ untergebracht. Assistenzsysteme haben für Google enorme strategische Bedeutung. Sie dienen schließlich in hohem Maße dazu, Fragen zu beantworten, und das ist die Kernkompetenz von Google mit seiner Suchmaschine. Der Konzern kann das Feld also nicht dem Wettbewerb überlassen, schließlich bringt ihm Internetsuche den größten Teil seines Umsatzes.

          Neben Google Home sollen Berichten zufolge am Dienstag auch zwei neue Smartphones unter dem Namen „Pixel“ zu sehen sein, die als Konkurrenz für das iPhone von Apple gedacht sind. Daneben soll es auch eine neue Version von Chromecast und einen neuen Router geben. Im Vorfeld wurde auch über eine neue Software namens „Andromeda“ spekuliert, die die beiden Betriebssysteme Android und Chrome zusammenführen soll.

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