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Alphabet vs. Apple : Wachwechsel im Silicon Valley?

Ist zwar nur noch ein Baustein im Alphabet-Konzern, aber der wichtigste. Bild: dpa

Die Google-Holding Alphabet rückt mit ihrem Börsenwert immer näher an Apple heran. Der Quartalsbericht am Montag könnte für einen weiteren Schub sorgen, denn er verheißt neue Einblicke in den Konzern.

          Am Montag nach Börsenschluss wird der Internetkonzern Google, der sich vor einigen Monaten in eine Holding namens „Alphabet“ verwandelt hat, seine Quartalszahlen vorlegen. Es wird nicht irgendein Quartalsbericht sein. Zum ersten Mal werden die Finanzmärkte Einblicke bekommen, wie sich die Geschäftsbereiche in der neuen Holding schlagen, wenn auch in sehr aggregierter Form.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Außerdem kommt der Quartalsbericht zu einer Zeit, in der sich ein Rennen um den Titel des am höchsten bewerteten Unternehmens der Welt abzeichnet. Der Elektronikkonzern Apple ist noch Spitzenreiter, aber Alphabet ist mittlerweile dicht dahinter auf Rang zwei. Nach einem von der Börse mit Enttäuschung aufgenommenen Quartalsbericht in der vergangenen Woche ist der Vorsprung von Apple weiter geschmolzen. Am Freitag zum Handelsschluss lag die Marktkapitalisierung von Apple bei 538 Milliarden Dollar, während Alphabet auf 511 Milliarden Dollar kam. Dabei macht Apple etwa drei Mal so viel Umsatz wie Alphabet und auch deutlich mehr Gewinn.

          Die Frage ist nun, ob die Ergebnisse am Montag der Aktie von Alphabet einen weiteren Schub geben könnten. Die Messlatte dürfte hoch liegen, denn Alphabet hat sich in jüngster Zeit an der Börse glänzend geschlagen. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Aktienkurs um mehr als ein Drittel zugelegt. Im gleichen Zeitraum hat die Aktie von Apple fast 15 Prozent an Wert verloren.

          Im neuen Alphabet-Konzern ist Google nur noch eine von mehreren Tochtergesellschaften, wenngleich die mit Abstand größte und lukrativste. Zu Google gehören neben der gleichnamigen Suchmaschine auch noch einige andere wichtige Produkte wie der Videodienst Youtube und das Betriebssystem Android. Auch Hardwareangebote wie der digitale Fernsehempfänger Chromecast oder Chromebook-Laptops werden bei Google verbucht.

          Separat davon stehen die anderen Alphabet-Einheiten, zum Beispiel Nest, ein Anbieter von vernetzten Produkten für den Haushalt, das Gesundheitsunternehmen Calico oder Google Fiber, eine Initiative, mit der Google Haushalten in einer Reihe amerikanischer Städte schnelle Internetzugänge liefert. Eine eigene Einheit ist auch das Forschungslabor X, in dem an Zukunftsprojekten wie selbstfahrenden Autos gearbeitet wird. Berichten zufolge könnten die selbstfahrenden Autos bald von X herausgelöst werden und dann ebenfalls eine eigenständige Alphabet-Tochtergesellschaft sein.

          In der Berichterstattung von Alphabet, die am Montag erstmals zur Anwendung kommt, wird es zwei Säulen geben: Google und die restlichen Aktivitäten, die unter dem Namen „Other Bets“ („Andere Wetten“) zusammengefasst werden. Für diese beiden Säulen sollen separat Kennzahlen wie Umsätze, Betriebsergebnisse und Investitionen ausgewiesen werden. Wie Alphabet in der vergangenen Woche mitteilte, sollen außerdem historische Daten für die beiden Segmente geliefert werden, die bis ins Jahr 2013 zurückreichen.

          Die neue Struktur soll nach Angaben von Alphabet mehr „Fokus, Verantwortlichkeit und Transparenz“ bringen. Investoren dürften darauf hoffen, dass sie mehr Klarheit bekommen, wie viel die zum Teil recht exotischen Alphabet-Projekte den Konzern kosten – und auch, wie profitabel das reine Kerngeschäft von Google ist. Wenn ihnen gefällt, was sie sehen, dann könnte Alphabet den Rückstand auf Apple weiter verkürzen.

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