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Gewinnwarnung : Telekom senkt Prognose

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Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom Bild: ddp

Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal die Konsumentenzurückhaltung in einigen ausländischen Märkten zu spüren bekommen und senkt die Prognose für das laufende Jahr. Die Telekom-Aktie fällt um bis zu zehn Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2002.

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          Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal die Konsumentenzurückhaltung in einigen ausländischen Märkten zu spüren bekommen und ihre Prognose gesenkt. Das bereinigte Konzern-Ebitda werde 2009 zwei bis vier Prozent unter dem Vorjahreswert von 19,5 Milliarden Euro liegen, teilte die Telekom am Dienstag in Bonn mit. Bislang hatte der Konzern für 2009 einen operativen Gewinn auf Vorjahresniveau anvisiert. Auch der Free Cash Flow werde mit rund 6,4 Milliarden Euro geringer ausfallen als die 2008 erreichten sieben Milliarden Euro. In der Prognose nicht enthalten ist der griechische Telekomkonzern OTE, den die Deutsche Telekom seit Februar in ihre Bilanz einrechnet. Maßnahmen zur „Absicherung der Ergebniserwartung“ seien auf den Weg gebracht.

          Gewinnwarnung sorgt für Kurssturz

          An der Börse sorgte die revidierte Prognose für einen Kurssturz der T-Aktie von zeitweise fast zehn Prozent auf 8,61 Euro. „Das ist eine klare Gewinnwarnung“, sagte ein Händler. Die Telekom erwartet nun für 2009 einen Rückgang des bereinigten Ebitda um 2 Prozent bis 4 Prozent. „Der Marktkonsens hatte aber mit plus 6 Prozent gerechnet“, so der Händler weiter.

          Die Gewinnwarnung schüre am Markt zudem Ängste vor einer möglichen Senkungen der Dividende, heißt es weiter. „Der Markt stellt sich die Frage, wie sie die jetzt sehr hohe Dividende demnächst zahlen wollen“, sagt ein Händler. Mit dem Fall unter die Marke von 9,00 Euro sei ein Abrutschen bis auf 8,14 Euro möglich. Ein anderer Börsianer sagte: „Besonders unerfreulich ist, dass vorab kein Hinweis auf das schwache Geschäft verbreitet wurde! Da haben wir ein weiteres Unternehmen, dass mit dem Vertrauen der Investoren gespielt hat!“

          Verschärfter Wettbewerb in Amerika

          Noch bei der Vorlage der Zahlen für 2008 Ende Februar hatte sich Telekom-Chef Rene Obermann trotz Wirtschaftskrise zuversichtlich für das laufende Jahr gezeigt und einen operativen Gewinn sowie frei verfügbare Mittel in der Größenordnung von 2008 in Aussicht gestellt. Die Telekommunikationsbranche sei bislang „konjunktur- und krisenresistenter“ als andere, hatte es geheißen.

          Am Dienstag sprach der Konzern nun von einer „starken Konjunkturabkühlung“ und einem „verschärften Wettbewerb“ insbesondere in den Vereinigten Staaten - dem Wachstumsmarkt des Konzerns - und Großbritannien. Zudem hätten in Polen und Großbritannien Wechselkursveränderungen Umsatz und operativen Gewinn belastet. Leicht über Erwartung habe hingegen insgesamt das Deutschland-Geschäft gelegen, sowohl im Festnetz- wie auch im Mobilfunkgeschäft. Die Geschäftskundensparte T-Systems habe ihren Ergebnisbeitrag gesteigert.

          Unter Einbeziehung von OTE steigerte die Telekom im ersten Quartal den Umsatz um rund sechs Prozent auf etwa 15,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um rund drei Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Ohne OTE blieb der Umsatz stabil bei 15 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda verringerte sich um fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

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