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Gewinnschätzungen : Volatile Gewinnentwicklung zu erwarten

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Bild: FAZ.NET

Fünf der zehn Sektoren des S&P-500 werden nach Prognosen von S&P-Analysten im vierten Quartal einen Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausweisen. In keinem der Sektoren werden die Gewinne jedoch gänzlich schwinden.

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          Die von Alcoa nach Handelsschluss am 12. Januar vorgelegten Zahlen für das vierte Quartal 2008 waren kein gutes Omen für die angelaufene Berichtssaison.

          Der amerikanische Aluminiumgigant meldete nach einem Umsatzrückgang von 19 Prozent einen Verlust je Aktie vor Sonderposten von 0,26 Dollar, der deutlich über dem von S&P prognostizierten Verlust von 0,08 Dollar je Anteilsschein lag. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum wies Alcoa vor außerordentlichen Posten noch einen Gewinn je Aktie von 0,37 Dollar aus.

          Alcoa dürfte seine Dividende nicht halten können

          S&P-Analyst Leo Larkin senkte aufgrund eingetrübter Aussichten für Alcoas Endmärkte seine Gewinnschätzung für 2009 von 0,44 auf 0,17 Dollar und reduzierte sein Zwölfmonats-Kursziel von 10 auf 9 Dollar. S&P geht davon aus, dass Alcoa nicht in der Lage sein wird, eine Dividendenausschüttung in der derzeit geplanten Höhe vornehmen zu können, was sich nach Larkins Ansicht negativ auf das weitere Kurspotenzial der Aktie auswirken werde

          Weitere Quartalszahlen kamen vergangene Woche vom Biotechnologiekonzern Genentech („Kaufen“) am 15. Januar sowie von den drei Technologieunternehmen Linear Technology („Halten“) am 13. Januar, Xilinx („Halten“) am 14. Januar und Intel („Kaufen“) am 15. Januar.

          Das Geschäft von Genentech floriert

          Analyst Steven Silver, der Genentech für S&P unter die Lupe nimmt, prognostiziert einen Umsatz von 13,1 Milliarden Dollar für 2008 und von 14,6 Milliarden Dollar für 2009, was einem Wachstum von 11 bzw. 12 Prozent entspricht. Der im Vergleich zu früheren Jahren geringere Zuwachs geht nach seiner Ansicht auf das reifere Produktportfolio, fehlende Marktneuheiten 2009 und auf den scharfen Wettbewerb zurück. Den Gewinn für das vierte Quartal 2008 veranschlagte er mit 0,83 Dollar, ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber den 0,59 Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. Laut einem unbestätigten Bericht der Financial Times vom 9. Januar werde der Schweizer Pharmariese Roche (der bislang einen Anteil von 55 Prozent an Genentech hält) bis Anfang Februar ein neues Angebot zur Übernahme sämtlicher ausstehender Genentech-Aktien vorlegen. Die bisherige Offerte zum Preis von 89 Dollar je Anteilsschein hatte Genentech als zu niedrig abgewiesen.

          Silver formuliert einen positiven fundamentalen Ausblick für die Biotechnologiebranche, da er für die kommenden 12 Monate trotz eines weltweit schwierigen konjunkturellen Umfelds von soliden Umsatz- und Gewinnzahlen ausgeht. In letzter Zeit verzeichnen die meisten führenden Unternehmen bei steigendem Kostenbewusstsein eine robuste Medikamentennachfrage. Nach seiner Einschätzung werde der Druck auf die Hersteller während der Präsidentschaft Obamas durch regulatorische Anforderungen an generische Biopharmazeutika sowie durch die zunehmende Überprüfung von Medikamentenpreisen zwar zunehmen, er rechne jedoch mit einer Verbesserung der Finanzausstattung der amerikanischen Nahrungs- und Arzneimittelbehörde (FDA), die zu einem Abbau von Kapazitätsengpässen beitragen werde, die nach Überzeugung von S&P einer Beschleunigung der Zulassungsverfahren von Medikamenten im Wege stünden.

          Skeptischer Blick auf Intel

          Clyde Montevirgen, der bei S&P für die Analyse von Intel verantwortlich ist, geht für das laufende Jahr angesichts der erwarteten Abschwächung bei PC-Absätzen von einem um mindestens 10 Prozent geringeren Umsatz des Chip-Herstellers aus. Der makroökonomische Druck werde infolge des Bestandsabbaus entlang der Wertschöpfungskette zu einem schwächeren Auftragseingang führen. Er rechnet jedoch damit, dass die bald auf den Markt kommenden neuen Intel-Mikroprozessoren die Produkte der Wettbewerber in den Schatten stellen, was durch eine Ausweitung des Marktanteils und eine Umsatzsteigerung in gehobeneren Segmenten das längerfristige Wachstum begünstigen sollte.

          Für 2009 prognostiziert Montevirgen eine Bruttogewinnmarge von etwa 54 Prozent gegenüber einem für 2008 geschätzten Wert von 56 Prozent. Den Gewinn je Aktie nach GAAP sieht er für das laufende Jahr bei 1,00 Dollar, verglichen mit geschätzten 1,15 Dollar im Jahr 2008. Für den Gewinn je Aktie im vierten Quartal 2008 rechnet er mit 0,21 Dollar im Vergleich zu 0,38 Dollar im Vorjahresquartal.

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