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Gericht macht den Weg frei : Osram geht im Sommer an die Börse

Anteilseigner erhalten für eine Siemens-Aktie zehn Osram-Titel. Bild: dpa

Die Beschwerde von Siemens-Aktionären gegen eine Abspaltung von Osram wurde vom Oberlandesgericht in München zurückgewiesen. Damit kann Osram seinen Börsengang in Angriff nehmen.

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          Die juristischen Klimmzüge einer kleinen Gruppe von Siemens-Aktionären, etwa mit der Beschwerde über zu laute Händetrockner, sind beseitigt. Der Weg für die Osram Licht AG an die Börse ist frei. Das Oberlandesgericht in München hat am Mittwoch entschieden, dass die Anfechtung von neun Aktionären gegen die Abspaltung einem Eintragen in das Handelsregister nicht im Wege stehe. Der Beschluss der Siemens-Hauptversammlung im Januar wird somit rechtskräftig. Anteilseigner erhalten für zehn Siemens-Aktien einen Osram-Titel.

          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Mit dem Beschluss vom Mittwoch kann die Maschinerie für einen der großen Börsengänge in diesem Jahr anlaufen, wobei schon vieles vorbereitet ist und die Beteiligten bereits in den Startlöchern gestanden haben. Neben dem Abschluss eines Börsenzulassungsprospektes beginnen nun Gespräche mit Investoren (Roadshows), Informationsveranstaltungen und Werbekampagnen. Nicht zu unterschätzen ist die technische Abwicklung unmittelbar vor dem Börsengang. Viele institutionelle Siemens-Anleger werden sofort Osram-Aktien abstoßen, die sie durch die Abspaltung zwangsläufig erhalten werden. Da Osram zunächst in keinem Börsenindex vertreten ist, müssen sich viele indexorientierte Investoren davon trennen. Daher wird ein Bankenkonsortium im Vorfeld der Premiere andere Käufer suchen, um die frei werdenden Osram-Aktien kursschonend zu plazieren.

          Spätestens Mitte Juli soll Osram aufs Pakett gehen

          Die Entscheidung des Oberlandesgerichts in München ist relativ zügig gekommen, nachdem Siemens erst Mitte März die Freigabe beantragt hatte. Dennoch verschiebt sich der Gang an den Aktienmarkt voraussichtlich auf Ende Juni bis Mitte Juli. Ursprünglich wollte Siemens die ungeliebte Osram bis Ende April aus dem Konzern herausgelöst haben.

          Ende Februar aber hatte die Aktionärsgruppe eine Klage am Landgericht München eingereicht, um die Abspaltung zu verhindern (F.A.Z. vom 23. Februar). Begründet wurde diese unter anderem damit, dass während der Hauptversammlung in der Olympiahalle auf den Toiletten keine Handtücher ausgelegt gewesen seien und wegen der lauten Heißluft-Händetrockner dort die Debatte nicht hätte verfolgt werden können. Die Gruppe ging vor Gericht, nachdem zuvor Gespräche mit Siemens über eine außergerichtliche Einigung gescheitert waren - wie es gerne Anteilseigner versuchen, die in bestimmten Kreisen auch „räuberische Aktionäre“ genannt werden, da sie aus solchen Situationen Kapital schlagen möchten. Die vom Oberlandesgericht getroffene Entscheidung beschert dieser Gruppe eine Niederlage, da ihre Klage nichts mehr bewirken kann. Zugleich ist sie auch ein klares Signal gegen solche Taktiken.

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