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Geplanter Konzernumbau : Börse honoriert Eon-Pläne

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Der geplante Konzernumbau von Eon kommt an der Börse gut an Bild: dpa

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben den deutschen Leitindex ins Minus gedrückt. Toptitel im Dax ist Eon, nachdem der Konzern einen einem radikalen Umbau angekündigt hatte, während der Ölpreis ein neues Fünf-Jahrestief markiert.

          Auf dem Marsch zur Marke von 10.000 Punkten ist der Dax ins Straucheln gekommen. Nach einer zwölftägigen Gewinnserie startete der deutsche Leitindex mit einem kleinen Verlust in den letzten Handelsmonat des Jahres und entfernte sich damit wieder etwas von der viel beachteten Marke. Schwache Vorgaben aus Übersee und maue Stimmungsdaten aus China bremsten laut Börsianern aus. Zuletzt stand ein Verlust von 0,4 Prozent auf 9939 Punkte zu Buche.

          Vor dem Wochenende hatte der deutsche Leitindex einen zweiten Angriff auf die viel beachtete Hürde genommen, am Ende hatte trotz zwölftägiger Gewinnserie die Kraft aber doch nicht zum entscheidenden Sprung ausgereicht. Unter dem Strich blieb aber immerhin ein Kursplus von fast sieben Prozent im November.

          Der Euro ist nahezu unverändert in die neue Woche gestartet. Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung bei 1,2452 US-Dollar und kostete damit soviel wie am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,2483 Dollar festgesetzt.

          Zum Wochenauftakt steht zudem der Schweizer Franken im Fokus. Die Eidgenossen hatten am Sonntag Forderungen nach einer Erhöhung der Goldreserven der Schweizer Nationalbank in einem Referendum klar abgelehnt. Nach Einschätzung von Experten der Commerzbank hat die Notenbank damit jetzt mehr Spielraum bei der Verteidigung ihres Mindestkurses von 1,20 Franken zum Euro. Die Experten erwarten daher jetzt einen größeren Kursabstand zu dieser Marke. Am Morgen kostete der Euro 1,2027 Franken.

          Ein Gesprächsthema auf dem Parkett ist auch Eon. Die Aktien des Energiekonzerns haben nach einem angekündigten, radikalen Umbau des Energiekonzerns deutlich an Wert gewonnen. Kurz nach Eröffnung waren die Papiere um mehr als 6 Prozent gestiegen, bröckelten im Handelsverlauf aber ab. Dennoch lagen sie am Vormittag mit einem Plus von zuletzt 3,47 Prozent immer noch einsam an der Dax-Spitze. Der Leitindex verlor zeitgleich 0,34 Prozent.

          Der Dax-Konzern will sich auf Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren. Das frühere Brot- und Butter-Geschäft mit Atomkraft, Kohle und Gas will Eon hingegen loswerden. Der Schritt untermauere ihre positive Einschätzung des Energiekonzerns, schrieb Analystin Deepa Venkateswaran von Bernstein Research in einer Studie. Das auf Endkunden ausgerichtete Vertriebsgeschäft werde damit nicht mehr vom trüben Ausblick für die konventionelle Stromerzeugung oder von Rohstoffrisiken überschattet und gewinne dadurch an Wert. Dies seien gute Perspektiven für die Aktionäre.

          Lufthansa-Aktien notieren nahezu unverändert, nachdem sie vorbörslich noch zu den größeren Verlierern gehört hatten. Die Papiere stehen wegen des erneuten Pilotenstreiks und einer Schadenersatzforderung der Bahn in Milliardenhöhe im Blick. Im M-Dax schossen die Gagfah-Papiere nach einer Kaufofferte mit plus 13,42 Prozent an die Index-Spitze. Die Immobiliengesellschaft Deutsche Annington will ihren Wettbewerber Gagfah. Die ebenfalls im M-Dax gelisteten Deutsche-Annington-Papiere gaben um knapp zwei Prozent nach.

          Für Furore sorgt auch das „schwarze Gold“. Die Ölpreise haben auch am Montag ihre Talfahrt fortgesetzt und sind auf den tiefsten Stand seit über fünf Jahren gefallen. Die Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) aus der vergangenen Woche, das Ziel für ihre Fördermenge nicht zu verändern, belastet laut Händlern weiter die Notierungen. „Der Markt ist in Panikstimmung“, sagte Hans von
          Cleef, Energieanalyst bei ABN Amro in Amsterdam. „Die Preise im Jahr 2015 werden deutlich niedriger sein als im Jahr 2014.“

          Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 69,71 Dollar. Das sind 44 Cent weniger als am Freitag. Zuvor war der Brentpreis bis auf 67,53 Dollar gefallen und hatte so den niedrigsten Stand seit Oktober 2009 erreicht. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 55 Cent auf 65,59 Dollar. Mit
          63,72 Dollar war er zeitweise auf den tiefsten Stand seit Juli 2009 gesunken.

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