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Amerikanischer Aktienmarkt : Der Wind dreht sich in Soros’ Richtung

George Soros in Frankfurt Bild: REUTERS

George Soros hat sich weiter gegen amerikanische Aktien positioniert. Damit liegt der renommierte Investor auf der Höhe der Zeit.

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          „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden“, formulierte einst der britische Physiker und Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke als „Gesetz“. Ähnlich ist es mit den Finanzmärkten: Was auf ihnen geschieht, erscheint vielen Menschen geheimnisvoll und so werden aus den einfachsten Vorgängen Verschwörungen. Und Effekte werden vielfach überschätzt.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Investor George Soros, der eigentlich György Schwartz heißt, und wie weiland André – eigentlich Endre – Kos(z)tolányi gebürtiger Ungar ist, hat seinen Ruhm vor 25 Jahren mit einer Spekulation gegen das Pfund erlangt. Seitdem steht sein Handeln im Fokus der Öffentlichkeit.

          Derzeit hat Soros sich gegen amerikanische Aktien positioniert und diese Positionierung kürzlich verstärkt. Darin wird gern eine Art politisches Statement gegen Donald Trump gesehen. Das ist es allerdings nicht. Zum einen würde ein Investor wie Soros eines niemals tun: Aus irgendwelchen ideologischen Gründen gegen den Markt wetten.

          Zum anderen ist es nichts Neues. Denn Soros hat schon vor mehr als einem Jahr seine Investments in amerikanischen Aktien zurückgefahren. Schon im ersten Quartal des vergangenen Jahres senkte er, besser gesagt senkten seine Fonds, ihre Investments um 37 Prozent oder 2,2 Milliarden Dollar und erhöhten die Leerverkaufspositionen. Davor hatte Soros auch schon etwa im August 2014 2,2 Milliarden Dollar auf fallende Aktienkurse aufgewendet. Soros bewegt eben eine Menge Geld und wenn er der Meinung ist, der Aktienmarkt sei zu weit gelaufen, so positioniert er sich entsprechend. Die rund 800 Millionen Dollar, die Soros jetzt neu auf fallende Kurse gesetzt hat, erscheinen gegen frühere Positionierungen fast klein.

          S&P 500

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          Daraus einen Kurseinbruch oder eine Krise ableiten zu wollen, heißt wohl über das Ziel hinauszuschießen. 2014 fiel der amerikanische Aktienindex S&P-500 im frühen Herbst um gut 7,5 Prozent, erholte sich dann aber binnen weniger Tage. Im ersten Quartal 2016 war der Index zunächst um elf Prozent gefallen, schloss das Quartal dann aber unverändert ab. Und der Rest des Jahres war ein gutes Jahr für amerikanische Aktien.

          Wenn Soros also jetzt also seine Position gegen amerikanische Aktien verstärkt, so hat er zum einen gute Gründe und ist damit zum anderen nicht allein. Erik F. Nielsen, Chefökonom der Unicredit, etwa schrieb am Montag, dass einige Wettbewerber ihre Einschätzung Amerikas geändert hätten. Mitnichten, so Nielsen, habe sich die politische Perspektive geändert. Die „fiskalische Magie Trumps“ sei nie real gewesen und seine Unfähigkeit zu regieren mangels wirtschaftspolitischer und diplomatischer Erfahrung schon immer offensichtlich. Daher solle man sich besser auf wenigstens anderthalb, wahrscheinlich aber drei Jahre politisches Chaos in Amerika einstellen. Das werde die Märkte stark schwanken lassen. Daraus aber einen Trend abzuleiten, sei verkehrt.

          Anleger sind von Trump enttäuscht

          Didier Borowski, Stratege beim Indexfondsanbieter Amundi, schätzt die Situation ähnlich ein. Er glaubt nicht, dass der Kongress noch vor Herbst eine Steuerreform verabschieden werde. Infrastrukturausgaben werde es ohne die Demokraten auch nicht geben. Die Notenbank Fed werde daher vorsichtig agieren. Insgesamt sind seine Hoffnungen für den amerikanischen Aktienmarkt begrenzt. Dagegen würden europäische Aktien von der konjunkturellen Erholung in Europa profitieren. Zudem seien sie günstiger bewertet als amerikanische Aktien. Ein Räsonnement, das mit Sicherheit auch hinter Soros‘ Investments steht.

          Die Anleger seien enttäuscht, sagt auch Erik Norland, Volkswirt bei Chicagos Warenterminbörse CME. Der Kongress könne sich nicht auf eine Agenda konzentrieren, die Regierung verbreite eine Menge destruktiven Lärms und habe bisher nichts erreicht und es sehe auch nicht danach aus. Und die sogenannte Trump-Rally seit November 2016 sei nicht weiter überraschend, schließlich habe es einfach keine großen Überraschungen auf der wirtschaftlichen Seite gegeben.

          Alles in allem ist Soros Positionierung also keine Überraschung. Weder in ihrer Größe noch in ihrer Richtung.

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