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Gegensätzliche Entwicklung : Googles Aufstieg und Yahoos Fall

Haben immer noch gut lachen: Die beiden Google-Gründer Larry Page (links) und Sergey Brin (rechts) auf einem Archivbild aus dem Jahr 2011 Bild: dpa

Einst waren die Internetfirmen Google und Yahoo gleichwertige Rivalen. Heute ist Google die wertvollste Firma der Welt und Yahoo am Ende. Wie konnte das geschehen?

          6 Min.

          Vor 22 Jahren hatten zwei Doktoranden der Elektrotechnik an der amerikanischen Eliteuniversität Stanford eine geniale Idee: Wie wäre es, wenn man der Menschheit ein wenig dabei helfen würde, sich im gerade entstehenden Internet zurechtzufinden? Wusste doch im Jahr 1994 niemand etwas davon, wenn irgendwo auf der Welt eine neue Internetseite online ging - es fehlte an einer Übersicht oder einem Verzeichnis, wo man sich über solche Entwicklungen hätte informieren können.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Also durchforsteten David Filo und Jerry Yang kurzerhand auf eigene Faust das Netz (das damals noch recht übersichtlich war) und legten eine Art Katalog der wichtigsten Seiten an, den sie zunächst „Jerry and David’s Guide to the World Wide Web“ nannten, später dann Yahoo. Das Prinzip erklärte die Frankfurter Allgemeine Zeitung damals so: „Die Benutzer des Yahoo-Services bekommen, wenn sie einen Suchbegriff eingegeben haben, kostenlos eine Liste der entsprechenden Internetseiten auf ihren Bildschirm.“ Nur zwei Jahre später ging Yahoo an die Börse und war gleich mehrere hundert Millionen Dollar wert. Das Unternehmen und seine beiden Gründer zählten damit zu den ersten Stars des beginnenden Internetzeitalters.

          Gewaltiger Quartalsverlust bei Yahoo

          All dies muss man sich vergegenwärtigen, wenn man auf die Nachrichten der vergangenen Woche blickt. „Für Yahoo schwindet die Hoffnung“ titelten da die Zeitungen und zählten auf, dass der einstige Star des Netzes heute vor kaum lösbaren Schwierigkeiten steht: ein Nettoverlust von mehr als vier Milliarden Dollar im vergangenen Quartal. Kaum steigende Nutzerzahlen. Und wütende Großaktionäre, die allen Ernstes von der derzeitigen Yahoo-Chefin Marissa Mayer fordern, sie solle das Kerngeschäft (also die Yahoo-Internetseite und dazugehörige Dienste) verkaufen und nur die 15-prozentige Beteiligung an dem chinesischen Online-Händler Alibaba behalten, die man 2005 erworben hatte. Diese ist mittlerweile ein Vielfaches mehr wert als das eigentliche Yahoo-Geschäft. Hart formuliert: Yahoo, dieser einst beeindruckende Pionier aus der Frühzeit des Internets, ist am Ende.

          Ein Unternehmen, das in der Vergangenheit stets zu den härtesten Yahoo-Rivalen gehörte, konnte dagegen gerade groß auftrumpfen. Google (offizieller Name seit Herbst 2015: Alphabet) errang am vergangenen Dienstag den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt und ließ damit den bisherigen Spitzenreiter, den Technologiekonzern Apple, hinter sich. Fast 500 Milliarden Dollar ist Google an der Börse wert, und auch wenn Apple zum Ende der Woche wieder die Führung übernahm, war Google noch nie in seiner Geschichte so erfolgreich: Der Suchmaschinenbetreiber kam allein im vergangenen Quartal auf einen Nettogewinn von stattlichen 4,9 Milliarden Dollar.

          Google-Gründer stellten sich bei Yahoo vor

          Wie kann es sein, dass Google heute ganz oben steht und Yahoo ganz unten? Woran liegt es, dass Yahoo seinen einstigen Vorsprung aus den Anfangstagen des Internets wohl für immer verloren hat? Wie kommt es überhaupt zu Aufstieg und Fall von Internetkonzernen?

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