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Gastkommentar : Vorteile von Dividendenausschüttungen sind offensichtlich

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Lange Zeit wurden Dividenden unterschätzt. Die sind aber selbst dann eine feine Sache, wenn sie steuerlich benachteiligt werden.

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          Die Finanzmärkte legen immer noch nahe, dass wir in einer ziemlich wachstumsschwachen Welt leben. Und nimmt das irgendwer zur Kenntnis? Nun gut, in einer Hinsicht schon: Die Anleger versuchen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, indem sie das tun, was im Moment funktioniert: Letztes Jahr kam es ein paar Monate lang zu Rekordabflüssen aus den Aktienfonds und -zuflüssen in die Rentenfonds. Aber erkennen die Anleger und Unternehmensleitungen wirklich die Zeichen der Zeit? Eigentlich nicht. Einige wichtige Verhaltensmuster aus den Zeiten der Börsenblase haben sich eisern gehalten.

          Erstens beharrt immer noch die Mehrzahl der Unternehmen darauf, langfristig zweistellige Einnahmenzuwächse erzielen zu können, obwohl nicht weniger als 100 Jahre Geschichte dagegen sprechen. Zweitens wird trotz der grässlichen Baisse weiterhin mit einem rasanten Tempo gehandelt. Und drittens kommt in der aktuellen Dividendendebatte immer wieder zur Sprache, dass Dividenden eine feine Sache wären, wenn man sie denn steuerfrei kassieren könnte. Wir hatten lange den Eindruck, dass die Bedeutung der Dividenden in den Neunzigerjahren von den Anlegern unterschätzt wurde. Dividenden sind nämlich selbst dann eine feine Sache, wenn sie steuerlich benachteiligt werden. Allerdings könnten sie eine noch feinere Sache sein, wenn der Gewinn für den Anleger noch um 35 Prozent höher ausfiele.

          Kürzlich haben wir für einige Firmenkunden von Morgan Stanley eine Telefonkonferenz über mögliche Auswirkungen von Veränderungen der Dividendenbesteuerung abgehalten. Bei der Konferenz wurde eine grundsätzliche, sehr verständliche Frage gestellt: Was springt denn nun eigentlich für mich dabei heraus? Unsere Antwort, die Aktionäre schätzten die disziplinierende Wirkung der Dividenden, die verhindere, dass das Kapital einfach verpulvert würde, kam bei den Unternehmensleitungen nicht so richtig an. Also hielten wir es für geboten, uns der Frage aus einem analytischeren Blickwinkel zu nähern, um herauszufinden, ob die Ausschüttung von Dividenden auch offensichtlichere finanzielle Vorteile bietet.

          Geringere Volatilität bei Dividendenpapieren

          In einem Vakuum sind die meisten Unternehmen verständlicherweise wenig geneigt, die komfortable Flexibilität von Aktienrückkäufen, also so zu sagen die Chance zu einem gelegentlichen Flirt, zugunsten des ehelichen Korsetts von Dividendenzahlungen aufzugeben. Um zu erkunden, wie sich die Situation jenseits eines Vakuums darstellt, haben wir die Volatilität von Dividendenpapieren mit der von Aktien verglichen, für die keine Dividenden gezahlt werden. Wie bei allen Analysen dieser Art gelten die üblichen entscheidenden Vorbehalte hinsichtlich einer möglicherweise nicht repräsentativen Auswahl, der Ursache und Wirkung und vieles andere mehr.

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