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Gastkommentar : PA Power mit ehrgeizigen Planzahlen

  • -Aktualisiert am

PA Power-Chef Hilpert gibt sich optimistisch Bild: PA Power

PA Power Automation hat mit neuen Planzahlen alle Erwartungen übertroffen. Da andere Unternehmen ihre Prognosen zurückschrauben müssen, sorgt dies für Aufsehen.

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          Wie schnell sich Planzahlen des Managements letztlich ohne Substanz erweisen und wieder drastisch zurückgenommen werden müssen, kann derzeit am Neuen Markt häufig beobachtet werden. Kein Wunder also, dass die auf extremes Wachstum hindeutende Zukunftsprognose des SMAX-Wertes PA Power Automation keinen ungeteilten Beifall fand.

          Immerhin will PA Power im laufenden Jahr den Vorsteuergewinn auf 18,0 Millionen Mark vervielfachen, während der Umsatz auf 33,3 Millionen Mark rund verdoppelt werden soll. 2002 sollen dann Umsatz und Gewinn erneut rasant um jeweils rund 40 Prozent zulegen. Bei einer unterstellten Steuerquote von 40 Prozent würde sich bei einer Aktienanzahl von 1,375 Millionen für 2002 ein Gewinn je Aktie von rund 5,60 Euro ergeben. Dies ist wahrlich eine rasante Entwicklung für ein Unternehmen, das noch 1999 tiefrote Zahlen ausweisen mußte. Skepsis ist somit zunächst einmal sicher angebracht.

          PC basierte Steuerung als Gehirn einer Maschine

          Wie sieht nun das Geschäftsmodell aus, das dieses ungewöhnliche Wachstum ermöglichen soll? Die 1993 gegründete PA Power Automation entwickelt Soft- und Hardware für PC-basierte Steuerungssysteme für automatisierte Präzisions- und Hochgeschwindigkeitsmaschinen. Diese PC basierte Steuerung ist vergleichbar mit dem Gehirn einer Maschine, sie lenkt die Bewegungen der Achsen von Maschinen. Damit bewegt sich PA auf dem Milliarden-Markt der CNC-Steuerungen, deren Einsatzschwerpunkt im Bereich der industriellen Fertigung liegt.

          Der CNC-Markt wird von Herstellern wie Siemens oder der japanischen Fanuc dominiert, die komplette Systeme liefern. PA Power hat hingegen einen völlig anderen Ansatz gewählt: Für die PA-Produkte werden Standardkomponenten verwendet. Die Hardware besteht aus handelsüblichen PC-Teilen. Die eigenentwickelte CNC-Software läuft auf dem Betriebssystem Windows NT. Durch diesen Aufbau werden die Steuerungen offen für die Anbindung vielfältigster Anwendungen.

          Dieser offenen SoftCNC-Technologie bescheinigen Experten eine rasante Zukunft. So sollen nach einer Studie von ARC (Automation Research Corperation) die Umsätze mit Soft-CNCs wie sie PA Power anbietet von 9,3 Millionen Dollar im Jahr 1999 bis 2004 auf 196 Millionen Dollar in die Höhe schnellen. Die Kundenliste mit namhaften Unternehmen wie Daimler-Chrysler, Airbus Industries, Boeing oder auch ABB zeigt, daß sich PA in der Branche bereits einen guten Namen gemacht hat.

          Planzahlen nicht aus der Luft gegriffen

          Das enorm hohe Marktwachstum und die offenbar konkurrenzfähigen Produkte deuten zumindest an, daß die Planzahlen nicht aus der Luft gegriffen sind. Die jüngsten Quartalsergebnisse haben zudem die Erwartungen übertroffen, was einen positiven Trend signalisiert. Die günstige Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,6 auf Basis der Planzahlen für 2002 zeigt jedoch, daß die Börse hier noch skeptisch ist. Dies könnte spekulativ eine Chance für risikofreudige Anleger sein.

          Allerdings sind auch Risiken nicht zu leugnen, die ein Erreichen der Plandaten verhindern könnten. Jeder Anleger muß sich bewußt sein, daß die Aktie von PA Power neben hohen Chancen auch ein hohes Rückschlagspotential birgt. Immerhin ist PA Power ein junges, relativ finanzschwaches Unternehmen, das sich im wesentlichen auf nur ein einziges Produkt stützt.

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