https://www.faz.net/-gv6-3w4b

Gastkommentar : Horrorszenarios für den Aktienmarkt

  • -Aktualisiert am

Saddam Hussein: Gefahr für die Börsen Bild: dpa

Was könnte alles schiefgehen und die Kurse zum Abstürzen bringen? Dem Bloomberg-Kolumnisten John Dorfman sind viele Punkte eingefallen.

          Halloween ist der richtige Zeitpunkt, um über die zehn gruseligsten Ereignisse nachzudenken, die dem Aktienmarkt bis zum nächsten Oktober ein Minus von Tausend Punkten oder mehr bescheren könnten.

          Ich glaube zwar nicht an eine derartige Talfahrt - eigentlich bin ich für 2003 sogar ein bisschen optimistisch gestimmt - aber es gibt durchaus einige Gründe, nervös zu sein. Ich habe also ein „Horrorskop“ für den Markt aufgestellt, in dem die zehn gruseligsten Ereignisse in umgekehrter Reihenfolge aufgelistet sind. Das Schlimmste kommt zum Schluss:

          10. Patt mit Saddam: George W. Bush hat sein Säbelrasseln mittlerweile wieder etwas zurückgeschraubt und scheint jetzt darauf zu warten, dass die Vereinten Nationen die Führung bei dem Kreuzzug gegen den irakischen Diktator übernehmen. Was, wenn wir weder Krieg noch Frieden haben? Was, wenn die UNO mit einer Intervention droht und Saddam Hussein mit einem Lächeln antwortet? Was, wenn Bush daraufhin versucht, eine Koalition zusammenzustellen, um damit die UNO zu umgehen und dabei scheitert? Der Aktienmarkt könnte mit dieser nagenden Ungewissheit nicht gut umgehen.

          9. Angriff durch Saddam: Schlimmer als ein Patt wäre ein Krieg, den wir nicht wirklich gewinnen können. Als die USA und ihre Verbündeten vor fast zwölf Jahren den Irak angegriffen haben, errangen sie einen schnellen Erfolg. Es gibt keine Garantie, dass es diesmal wieder so wäre. Was, wenn Saddam Chemiewaffen einsetzt? Was, wenn er Israel angreift? Was, wenn er einen Terroranschlag auf amerikanischem Boden verüben lässt? Jedes dieser tragischen Ereignisse würde das Vertrauen der Bevölkerung erschüttern und die Märkte in die Knie zwingen.

          8. Terrorismus: Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 stellten den ersten größeren Angriff einer ausländischen Macht auf US-amerikanischem Boden seit fast zwei Jahrhunderten dar. Ein erneuter Terroranschlag würde möglicherweise keinen so großen Schock mehr auslösen. Wahrscheinlich würde sich aber die amerikanische Bevölkerung danach stärker bedroht fühlen.

          7. Blinde Wirtschaftsprüfer: Die Unternehmenschefs von Enron, WorldCom und anderen Stars des letzten Bullenmarktes frisierten die Finanzlage ihrer Unternehmen. Die Wirtschaftsprüfer, die eigentlich aufpassen sollten, dass derartige Schwindeleien nicht stattfinden, waren entweder blind oder selbst an den Betrügereien beteiligt. Man kann nur hoffen, dass nicht noch ein bekanntes Unternehmen über gefälschte Bilanzen stolpert - in diesem Fall könnte der Aktienmarkt ernsthaft ins Schlingern geraten.

          6. Anhaltende Gewinnschwäche: Viele Anleger erwarten, dass es von diesem Punkt im aktuellen Bärenmarkt mit den Unternehmensgewinnen eigentlich wieder aufwärts gehen müsste. Davon ist aber noch nichts zu spüren. Ford Motor sprach in dieser Woche von schwachen Umsätzen, ein bedeutender Volkswirt bezeichnete die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft als „düster“ und Cigna, Texas Instrument und diverse andere Unternehmen gaben pessimistische Gewinnprognosen heraus.

          5. Double Dip: Einige Volkswirte glauben, dass die USA - kaum dass sie eine Rezession hinter sich haben - sofort in die nächste Rezession abgleiten könnten. Der befürchtete „Double Dip“ könnte eintreten, wenn die Arbeitslosigkeit zunimmt und die verängstigten Konsumenten daraufhin ihre Ausgaben reduzieren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : Noch bleibt es friedlich

          Hunderttausende marschieren in Hongkong wieder auf den Straßen, um gegen die Regierung in Peking zu demonstrieren. Bislang bleiben die Proteste friedlich – die Angst vor einem Eingreifen des Militärs wächst.
          „Ich habe Mist gebaut. So ist es nun einmal. Fertig“: Uli Hoeneß zu seiner Steuerhinterziehung.

          Präsident des FC Bayern : Hoeneß handelt wieder mit Aktien

          2014 wurde Bayern-Präsident Uli Hoeneß verurteilt, weil er Gewinne aus Finanzgeschäften nicht richtig versteuert hatte. Jetzt ist er wieder an der Börse aktiv – und hat, wie er sagt, seine Strategie geändert.
          Nach einem ungeregelten Brexit im Oktober könnte Joghurt wegen der erschwerten Einfuhrbedingungen und der möglichen Knappheit Seltenheitswert haben.

          Ungeregelter Brexit : Wenn der Joghurt zum Luxus wird

          Wenn Joghurt zum Luxusgut wird. Das könnte dem Vereinigten Königreich tatsächlich bei einem ungeregelten Brexit am 31. Oktober passieren. Besonders die britische Milchindustrie fürchtet sich vor kommenden Engpässen.
          Daniel Cohn-Bendit während einer Europa-Veranstaltung in Paris am 24. Mai dieses Jahres

          Cohn-Bendit im Gespräch : „Nato und EU sind desorientiert“

          Brauchen wir die Nato und die Europäische Union noch? Für den Historiker Gregor Schöllgen sind sie aus der Zeit gefallen, überflüssig. Daniel Cohn-Bendit widerspricht ihm vehement.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.