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Gastkommentar : Auf in die Trading-Range

  • -Aktualisiert am

Es gibt einige Anzeichen dafür, dass der schlimmste Teil des Bärenmarkts überstanden ist und in einer Trading-Range Gewinne winken.

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          In den vergangenen zwei Wochen waren sich fast alle einig, dass die Kursrally ausgehend von den Tiefständen des 9. Oktober nur eine weitere Bärenmarktrally gewesen ist und nicht etwa auf einer Verbesserung der Fundamentaldaten beruhte. Jetzt, da der Markt genauso viele Prozentpunkte hinzugewonnen hat wie in der Juli-August-Rally, dürfte die letzte Aufwärtsbewegung zum Scheitern verurteilt sein. Nach der Konsensschätzung der Analysten dürfte der Markt auf neue Tiefstände fallen.

          Unserer Ansicht nach ist der jetzige Kursausschlag signifikanter als der erste. Ich denke, es besteht nur wenig Zweifel daran, dass es sich momentan um einen säkularen Bärenmarkt handelt. Dabei gibt es einige ermutigende Rückschlüsse aus den Erfahrungen früherer säkularer Bärenmärkte zu ziehen, die uns zeigen, dass sich solche Perioden in zwei unterschiedliche Phasen einteilen lassen: auf eine dramatisch lang gezogene Abwärtsbewegung von ungefähr zwei bis zweieinhalb Jahren Dauer folgt eine Trading-Range von fünf oder mehr Jahren. Der Tiefpunkt am Ende der Abschwungphase bildet die Unterstützungslinie der folgenden Trading-Range. Ihre Widerstandslinie kann ohne weiteres um 50 Prozent oder höher liegen. Ich denke, dass wir uns derzeit genau an diesem Punkt befinden - am Beginn einer fünfjährigen Trading-Range, in der wir in den nächsten zwölf Monaten Höchststände sehen werden, die rund 25 Prozent über dem vom 21. Oktober 2002 liegen werden.

          Sechs positive Signale für eine Erholung

          Diese Annahme wird nicht nur von den Bewertungen unterstützt, auch einige Fundamentaldaten sprechen dafür, dass der Markt bald wieder auf die Beine kommt. In Anbetracht des Tiefpunktes einer Kurskorrektur um 53 Prozent - die größte für europäische Werte seit 60 Jahren - kann es sich sicherlich nicht um eine lange Liste positiver Signale handeln. Dennoch gibt es sechs Punkte:

          (1) Der US-Markt dürfte die Tiefstände von Ende Juli und Anfang Oktober wiederholt erfolgreich getestet haben. Barton Biggs hat angemerkt, dass von den elf Bärenmärkten in den USA seit 1932 acht die Tiefstände wiederholt getestet haben. Vier von ihnen fielen tatsächlich leicht unter den ersten Tiefstand, was auch der jetzige Bärenmarkt getan hat.

          (2) Die Credit-Spreads haben sich seit ihren Höchstständen Anfang Oktober deutlich verringert. Die Renditen der 30 liquidesten in Euro gezeichneten Unternehmensanleihen lagen am 9. Oktober um 186 Basispunkte über der Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen. Seither hat sich ihr Vorsprung auf 160 Basispunkte zurückgebildet. Zusätzlich ist die Emissionsaktivität zum Markt zurückgekehrt.

          (3) Das Interesse der Unternehmen an Übernahmen und Fusionen scheint sich auf Grund des momentanen Kursniveaus wieder zu beleben. In den letzten Wochen haben sich Vodafone Cegetel sowie die Bank of Ireland der Abbey National genähert. CMG und Logica unterhalten sich über eine Fusion, und zwischen ST Microelectronics, Motorola und Siemens bahnen sich potenzielle Geschäftsbereichsübernahmen und Swapgeschäfte an.

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