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Fundamental-Analyse : Dax-Dauerflop-Index zeigt die schlechtesten Dax-Werte

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Zehn Dax-Vorstände haben Grund sich zu ärgern. Denn ihre Unternehmen gehören dem von Professor Otte neu geschaffenen Dax-Dauerflop-Index an.

          Normalerweise trachten Unternehmen danach, in möglichst vielen Aktienindizes vertreten zu sein. Schließlich ist eine Aufnahme in der Regel mit einem Gewinn an Ansehen in der Öffentlichkeit und steigender Nachfrage von Seiten institutioneller Anleger verbunden.

          Völlig anders wird es sich dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit bei dem jetzt neu kreierten Dax-Dauerflop-10-Index verhalten. Denn in diesen jährlich aktualisierten Index ziehen nur die zehn schlechtesten Aktien aus dem 30 Werte umfassenden Dax ein.

          Welche Titel dieses Los ereilt, bestimmt als Initiator des neuen Index Professor Max Otte mit seinem Team. Otte ist Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre sowie Außenwirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms, Buchautor sowie Gründer des IFVB Institut für Vermögensbildung GmbH.

          Dax-Vertreter erfüllen sehr selten die Königskriterien

          Zum Start besteht der Dax-Dauerflop-10-Index aus den Werten HypoVereinsbank, Commerzbank, Deutsche Telekom, Infineon, MAN, Bayer, Siemens, ThyssenKrupp, Deutsche Post und Tui. Bei den Titeln rät Otte langfristig orientierten Anlegern dazu, diese zu meiden.

          „Nach den Technologiewerten sind im Jahre 2002 viele als sicher geltende Dax-Werte dramatisch eingebrochen. Viele davon werden sich nicht wieder erholen und sollten von Privatanlegern gemieden werden“, lautet Ottes Warnung.

          Aber auch an den meisten anderen Dax-Werten lässt der Börsenexperte kein gutes Haar. Was ihm in den meisten Fällen nicht gefällt, sind die oftmals zu geringen Bruttomargen, aber auch die nicht selten zu geringe Eigenkapitalausstattung. Aus Sicht von Otte sind dies aber unverzichtbare Punkte, um wie Nestle, Novartis oder Nokia Bestnoten zu erhalten.

          Die schlechtesten Noten für HypoVereinsbank und Commerzbank

          Bei der Aktienauswahl kommt es Otte neben Finanz-Kennzahlen auf Punkte wie Massenmarkenname, Fokussierung oder Wachstumspotenziale an, die etwas über die Marktposition eines Unternehmens verraten. Nur wer diesen fundamentalen Test besteht, hat eine Chance, in das so genannte Königs-Portfolio einzuziehen. Dieses Depot, welches die am besten für Privatanleger geeigneten Aktien der Welt beinhalten soll, hat nach Angaben von Otte seit Ende 1999 deutlich weniger an Wert verloren als der Dax.

          Den Königstest eindeutig nicht bestanden haben die zuvor genannten Vertreter im Dax-Dauerflop-10-Index. „Die fallen bei dem Test mit Pauken und Trompeten durch“, legt sich Otte eindeutig fest. Zur Begründung für sein Urteil verweist er bei der mit dem höchsten Flopfaktor eingestuften HypoVereinsbank-Aktie auf eine verfehlte Strategie. Die Ausrichtung als Regionalbank Mitteleuropas sei zum Scheitern verurteilt, und ohne einen Partner habe das Institut keine Chance, in einem Produktbereich führend zu sein. Trotz geringer Bewertung sei der Titel deshalb kein sinnvolles langfristiges Investment.

          Ebenso schlecht kommt mit der Commerzbank ein weiterer Titel aus dem Bankensektor weg. Die Lage sei hier strategisch sogar noch schwieriger als bei der HypoVereinsbank. Um überleben zu können, brauche dieses Institut sehr schnell einen Partner.

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