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Fünf „Truthahn-Aktien“ : Prächtig entwickelt - aber allzu üppig bewertet

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Saks in New Yorks Fifth Avenue: Auch der Aktienkurs ist luxuriös Bild: REUTERS

Truthähne und Aktien haben mehr gemein als man denkt, wie fünf von S&P ausgewählte Titel zeigen. Die Papiere haben sich zwar prächtig entwickelt. Deren Bewertungen legen jedoch den Schluss nahe, dass es die Anleger ein wenig zu gut mit ihnen meinen.

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          In den Vereinigten Staaten wird am Thanksgiving Day alljährlich der Völlerei gefrönt. Und auch Anleger neigen bisweilen zu übermäßigem Appetit, wenn sie sich in Erwartung zünftiger Wertentwicklungen gierig heiße Aktien erfolgreicher Unternehmen einverleiben. Damit wird es für diese Aktien allerdings zusehends schwerer, ihre enorm hohen Niveaus zu halten.

          Nachfolgend präsentieren wir eine Handvoll amerikanischer Unternehmen, deren Aktien sich auf ihrem Höhepunkt oder in deren Nähe befinden könnten. Natürlich ist es nicht einfach, den Markt zu schlagen, doch viele Anleger spekulieren darauf, dass es diesen fünf Kandidaten gelingen wird, auch weiterhin mit ansehnlichen Gewinnen und Wachstumszahlen zu glänzen. Damit könnten sie richtig liegen. Sieht man jedoch genauer hin, vor allem auf die jüngste Kursentwicklung und auf Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), dann fällt auf, das diese Aktien mehr als üppig bewertet sind.

          1. InterContinental Exchange

          InterContinental Exchange (ICE) ist eine Terminbörse mit Schwerpunkt auf Energiefutures. Zuletzt erfreute sie sich starker Zuwächse des Handelsvolumens, zum einen aufgrund der jüngsten Volatilität und des kräftigen Anstiegs der Öl- und Energiekosten, zum anderen durch den großen Schritt hin zu einer blitzschnellen, vollelektronischen Handelsplattform.

          Das Management des Börsenbetreibers verfolgt eine aggressive Expansionspolitik. In diesem Jahr übernahm die ICE mit der New York Board of Trade die weltgrößte Terminbörse für Zucker, Baumwolle, Kaffee und Kakao. Daneben unterbreitete sie ein Übernahmeangebot für die weltgrößte Terminbörse, die Chicago Board of Trade, unterlag jedoch gegen die Mitbieterin Chicago Mercantile Exchange. Die Börsenbranche unterliegt einer rasanten Konsolidierung, nachdem viele Handelsaktivitäten von Unternehmen im Besitz privater Mitglieder hin zu rein profitorientierten Unternehmen verlagert werden.

          Die ICE-Aktie zählt auf dem Markt bereits zu den Titeln mit der besten Wertentwicklung, erhielt jedoch unlängst weiteren Rückenwind, als Gerüchte die Runde machten, dass der weltgrößte Börsenbetreiber NYSE Euronext - der eigenen Aussagen zufolge auf Terminbörsen-Brautschau ist - an einem Erwerb der ICE interessiert sein könnte.

          Nachdem sich der Kurs der ICE-Aktie 2006 verdreifachte, stieg er im bisherigen Jahresverlauf um weitere 65 Prozent auf nun 169,60 Dollar. Nach Angaben von Capital IQ beträgt das KGV von ICE derzeit gewaltige 51,6. Demnach rechnen Anleger in den kommenden Jahren mit einem weiteren Wachstum der Handelsumsätze und Gewinne von ICE.

          Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass die Auswirkungen der Volatilität bei Energie und der Orientierung in Richtung elektronischer Handel letztlich nachlassen werden. Ein weiteres Problem: NYSE Euronext dürfte auf absehbare Zeit nicht in der Lage sein, ICE oder eine andere Terminbörse zu schlucken. Zum einen hat der Börsenbetreiber einen neuen CEO am Ruder und zum anderen arbeitet das Unternehmen mit Hochdruck an der Realisierung von Technologiekostensynergien aus dem erst im Vorjahr vollzogenen Zusammenschluss mit Euronext. Und nicht zuletzt dürfte NYSE Euronext oder ein anderer Käufer großen Respekt vor dem hohen Kurs der ICE-Aktie haben.

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