https://www.faz.net/-gv6-81aty

Nach Rekordjagd : Frühjahrsmüdigkeit erfasst den Dax

  • Aktualisiert am

Kehrt nächste Woche etwas Ruhe ein auf dem Frankfurter Börsenparkett? Bild: Reuters

Nach den ganzen Rekorden an den Aktienmärkten wird nächste Woche wohl eine Verschnaufpause folgen. Denn die Bilanzsaison läuft aus und ein Grexit verliert an Schrecken. Der Blick auf die nächste Börsenwoche.

          2 Min.

          Nach der jüngsten Dax -Rekordjagd werden wohl viele Anleger in der neuen Woche eine Verschnaufpause einlegen. „Der Leitindex dürfte um die Marke von 12.000 Punkten pendeln“, sagt Tobias Basse, Stratege bei der NordLB. „Einerseits dürften Investoren immer wieder Gewinne einstreichen, andererseits stehen noch genügend Leute mit Geld an der Seitenlinie, die auf einen günstigen Zeitpunkt für einen Einstieg warten.“ Angesichts der nur wenigen anstehenden Unternehmens- und Konjunkturdaten sollten die Bäume vermutlich nicht in den Himmel wachsen. In der alten Woche setzte der Dax seinen jüngsten Aufschwung fort. Freitag ging er 1,2 Prozent fester bei 12.039 Punkten aus dem Handel. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von mehr als 20 Prozent zu Buche. Am Montag hatte das Anleihe-Kaufprogramm der EZB  den Leitindex erstmals über die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten getrieben.

          Kapitalmarkt-Experte Fidel Helmer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser zeigt sich etwas optimistischer. „Der Dax könnte in den nächsten Tagen neue Rekordhochs erreichen - schließlich ist das Umfeld weiter ideal: Öl ist billig und der Euro -Kurs ist niedrig, was unsere Exporteure freut.“ Zwar sollten Anleger die Entwicklung in Griechenland im Auge behalten. „Aber selbst ein Ausscheiden Athens aus der Euro-Zone wird die Börsen kaum mehr schocken - dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken  ohne Ende.“
          Andere Börsianer sehen die Aussichten allerdings etwas skeptischer. „Der Schwachpunkt von Aktien ist und bleibt die mangelnde Untermauerung des jüngsten Kursanstiegs durch eine entsprechende Verbesserung der Unternehmensgewinne“, warnt Helaba-Analyst Markus Reinwand. So habe nur ein Drittel der Dax-Unternehmen in der jüngsten Berichtssaison die Gewinnerwartungen übertroffen. „Selbst wenn sich derzeit kaum Anlagealternativen aufdrängen, raten wir aufgrund des ungünstigen Chance-Risiko-Verhältnisses  bei Aktien zur Vorsicht.“

          Adidas stellt Unternehmensstrategie vor

          Am kommenden Donnerstag dürften sich die Augen der Anleger auf Adidas richten - dann präsentieren die Franken ihre neue Unternehmensstrategie. Der Sportausrüster will nach einem mauen Geschäftsjahr 2014 wieder Boden gutmachen - vor allem Probleme in Russland und in der Golf-Sparte hatten dem Unternehmen zu schaffen gemacht. Zudem möchte der Konzern den in Nordamerika enteilten Dauerrivalen Nike wieder einholen.
          Unterdessen neigt sich die Bilanzsaison langsam ihrem Ende zu. Vor allem Firmen aus der zweiten oder dritten Reihe wie der Versicherer Talanx oder der Bahntechnikkonzern Vossloh legen noch ihre Zahlen vor. Zugleich stehen nur wenige Konjunkturdaten auf  der Agenda. Am Mittwoch gibt der Ifo-Index am Mittwoch Hinweise auf die Konjunkturaussichten für Deutschland. Die Daten werden laut Helaba erneut die gute Verfassung von Europas größter Volkswirtschaft belegen.

          In den Vereinigten Staaten warten Investoren mit Spannung auf neue Konjunkturdaten, die ihnen Hinweise liefern könnten, wann die amerikanische Notenbank (Fed) mit dem Anheben der Zinsen beginnt. Insbesondere Daten, die Aufschluss über die Entwicklung am Arbeitsmarkt oder der Inflation zuließen, stünden im Fokus, sagt Marktstratege Art Hogan von Wunderlich Securities in New York. Freitag schloss der Dow-Jones-Index 0,9 Prozent höher bei 18.127 Zählern. Der S&P-500 gewann ebenfalls 0,9 Prozent auf 2108 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,7 Prozent auf 5026 Zähler. Im Wochenvergleich legten der Dow 2,1 Prozent, der S&P 2,7 Prozent und der Nasdaq-Index 3,2 Prozent zu.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Rettungskräfte in der südisraelischen Stadt Sderot versorgen eine Frau nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen am 12. Mai

          Angriffe in Israel und Gaza : Wenn man die Angst hören kann

          Die Heftigkeit der Angriffe der Hamas und des israelischen Militärs, aber auch der Gewalt in Israel selbst hat viele überrascht. Und alle fragen sich: Wird diese „Runde“ bald vorüber sein und wird sich etwas ändern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.