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Chance nach Brexit : Frankfurt will Fintechs aus London anziehen

Platz an der Sonne: Im Hochhaus Pollux sollen Fintechs, Banken und Investoren zusammenfinden. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Zukunft der Banken ist digital. Die Ideen dafür entstehen aber meist in Kalifornien, London oder Berlin. Frankfurt will nun aufholen – mit vereinten Kräften.

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          15. August. Im Wettbewerb um die cleversten neuen Finanzideen bündelt Frankfurt nun seine Kräfte. Im Hochhaus Pollux direkt neben dem Messeturm soll auf einer ganzen Etage zum 1. Oktober ein neues Fintech-Zentrum entstehen. Junge Unternehmen mit guten technologischen Ideen sollen dort günstige gutausgestattete Büros finden, sowie Ansprechpartner aus Banken und die Gelegenheit, sich mit Investoren und Beratern zu vernetzen. Ähnliche Einrichtungen gibt es in der Stadt bereits von der Deutschen Börse, Banken wie die Commerzbank bieten sogenannte Inkubatoren, in denen sie Fintechs Starthilfe geben.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), auf dessen Initiative das Zentrum zurückgeht, sagte am Montag mit Blick auf die bereits weit fortgeschrittene Digitalisierung vieler Bankgeschäfte: „Die Zukunft findet bereits statt, die spannende Frage ist: Wo findet sie statt?“ Der Finanzplatz Frankfurt dürfe bei der Digitalisierung nicht den Anschluss verlieren. Der 20. Geburtstag des Nokia Communicators als erstes Smartphone zeige zum einen, wie schnell sich Technologie weiterentwickele, aber auch, dass Unternehmen, die einmal gut in etwas waren, innerhalb weniger Jahre in Schwierigkeiten geraten könnten.

          Al-Wazir stellte klar, dass das Fintech-Zentrum kein staatlicher Zuschussbetrieb sein soll. Das Land sei notfalls bereit, einen Anschub zu leisten. Grundsätzlich aber solle sich die Betreibergesellschaft, die von der Förderbank des Landes, der Wi-Bank, der Stadt und der Goethe-Universität getragen wird, aus den Mieteinnahmen und Sponsorengeldern finanzieren. Zu den Sponsoren zählen die Deutsche Bank, die DZ-Bank und die ING-Diba, aber auch Wirtschaftsprüfer und Kanzleien. Sie steuern jeweils zwischen 25.000 und 100.000 Euro im Jahr bei.

          „Vernetzungsgedanke funktioniert schon“

          Die Mieten sollen bei 240 Euro im Monat losgehen. Vorerst sollen 114 Arbeitsplätze entstehen, die zum Teil in Großraumbüros, zum Teil in Einzelbüros liegen. Etablierte Unternehmen können auch zusammenhängende Flächen mieten. Eine große Rolle spielen in dem Zentrum aber auch die Flächen für die Vernetzung, für Seminare und Investorenbesuche. „Wir geben keinen kostenlosen Raum her, sondern wollen mit Mehrwert Interessenten anziehen“, sagte Sebastian Schäfer, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Die Flächen, etwa 1600 Quadratmeter, sind auf 7,5 Jahre von Blackstone angemietet. Darüberhinaus soll es die Möglichkeit geben, ein weiteres Stockwerk anzumieten.

          Die ING Diba, deren Zentrale nur wenige hundert Meter von dem Hochhaus Pollux entfernt liegt, will in dem Gebäude im November ebenfalls ihr Innovationszentrum einrichten und hat dafür zwei Etagen in dem Gebäude angemietet. Andere Banken wollen einzelne Mitarbeiter dort unterbringen. „Der Vernetzungsgedanke funktioniert also schon“, befand Al-Wazir. Großes Vorbild für das Fintech-Zentrum in Frankfurt war das Level 39 in London, das Al-Wazir in der vergangenen Woche während seiner Werbetour an der Themse besucht hatte.

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